Montag, 21.10.2019

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Herzogenaurach: Signal gegen Plastikmüll

Der dritte von adidas ausgerichtete "Run for the Oceans" brachte 2500 Mitarbeiter auf die Beine - 11.06.2019 17:10 Uhr

Vor dem Start wurde noch einmal motivierend gejubelt. In der ersten Reihe Surfer Sebastian Steudtner (4. v. l.), rechts neben ihm Finanzvorstand Harm Ohlmeyer, dann Vertriebsvorstand Roland Auschel, Schwimm-Olympiasieger Ian Thorpe und Sprinterin Gina Lückenkemper. © Foto: Rainer Groh


2500 Mitarbeiter starteten vor dem nagelneuen "Arena"-Gebäude und drehten möglichst viele Vier-Kilometer-Runden um die adidas World of Sports. Denn 1 US Dollar spendet die Firma für jeden gelaufenen Kilometer an die Umweltschutzorganisation Parley for the Oceans. Seit 2015 kooperiert adidas mit dieser Organisation, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Plastikmüll aus den Meeren und von den Stränden zu entfernen.

Die Herzogenauracher Sportartikelfirma wiederum verarbeitet Garn, das aus diesen Plastikabfällen gewonnen wird, für Schuhe und Bekleidung. 2016 kamen die ersten derartigen Produkte auf den Markt, dieses Jahr plant adidas, elf Millionen Paar Schuhe aus recyceltem Meeresplastik anzubieten.

Trotz Sommerwärme: Aufgewärmt wird sich vor dem Lauf. Gina Lückenkemper und Ian Thorpe bei einer isometrischen Partner-Übung. © Foto: Rainer Groh


Gina Lückenkemper besitzt seit einer Woche ein Paar der "Parley"-Sneakers und findet sie nicht nur wegen der Herkunft des Materials cool. Sie sind auch sehr bequem, sagte sie gestern nach dem Start zu dem Lauf, bei dem die Weltklasse-Sprinterin mit dem fünffachen Schwimm-Olympiasieger Ian Thorpe, dem Big Wave-Surfer Sebastian Steudtner und den adidas-Vorständen Harm Ohlmeyer (Finanzen) und Roland Auschel (Vertrieb) in der ersten Reihe stand. Weiter als ein paar hundert Meter ist die Leichtathletin allerdings nicht gejoggt: Sie braucht ihre Spritzigkeit für den ersten Golden-League-Wettkampf am kommenden Sonntag.

Schwimm-Legende Ian Thorpe hat dem eintönigen Auf und Ab im Trainingspool schon längst "Goodbye" gesagt, doch schwimmt der Australier in seiner Heimat häufig genug im Meer, um zu wissen, wie gefährdet es durch Plastikmüll ist. 2050 wird es mehr alte Tüten und Flaschen in den Ozeanen geben als Fische, wenn nichts wirkungsvolles geschieht.

Vielleicht zählen die Kilometer ja doppelt: Auch Mutter-Kind-Gespanne bewegten sich über den vier Kilometer langen Rundkurs. © Foto: Rainer Groh


So hat sich Thorpe bei "Parley" engagiert, ist dort Vorstandsmitglied und sieht auch in diesen Läufen ein durchaus wirkungsvolles Signal nach außen. Er nehme an mehreren jedes Jahr teil.

50 Läufe gibt es dieses Jahr, unter anderem in New York, Tokio und Barcelona. adidas richtet sie zum dritten Mal aus. Mit den erlaufenen Spenden, bis zu 1,5 Millionen Dollar gibt der Konzern, werden Bildungsprogramme für Kindern in der Dritten Welt bezahlt – unter anderem mit dem Lerninhalt Müllvermeidung.

Neben den staatlichen Programmen in seiner Heimat Australien, wie dem Verbot von Plastiktüten, sagt Thorpe, kann jedermann bei sich anfangen: Leitungswasser trinken statt Getränken aus PET-Flaschen, keine Einwickel-Folien verwenden.

Die Läufer bewegten sich zwar durchwegs auf federnden Plastiksohlen über den Rundkurs, erfrischten sich aber aus dem Wasserhahn. Und der Mann am Stand mit den unverpackten Müsli-Riegeln feuerte seine laufenden Kolleginnen und Kollegen mit einer guten alten Holz-Ratsche an.

RAINER GROH

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