Herzogenauracher auf dem Weg zum großen Komponisten

23.1.2017, 08:57 Uhr
Florian Grzeschik dirigierte sein selbst komponiertes Doppelkonzert beim Weihnachtskonzert des Gymnasiums in der evangelischen Kirche. Heute wird der Komponist 18 Jahre alt.

Florian Grzeschik dirigierte sein selbst komponiertes Doppelkonzert beim Weihnachtskonzert des Gymnasiums in der evangelischen Kirche. Heute wird der Komponist 18 Jahre alt. © Foto: privat

Ein Musikstück für die Entlassungsfeier der Abiturienten wird gesucht. Im Normalfall suchen die Verantwortlichen der Schule im Notenschrank oder wühlen in den Katalogen der Musikverlage — nicht so am Gymnasium Herzogenaurach.

Denn wie in der Barockzeit gibt es hier quasi einen „Hofkomponisten“, der seit der 7. Klasse Stücke für Theateraufführungen und „maßgeschneiderte“ Werke für das Orchester und die Solisten der Schule komponiert.

Florian Grzeschik, dessen Lieblingslektüre Partituren sind, feiert heute, am 23. Januar 2017, seinen 18. Geburtstag.

Und sein Werkeverzeichnis kann sich schon in so jungen Jahren sehen lassen: So komponierte er mit 13 Jahren sein erstes Stück, den „Zauberlehrling“, op.1 für Klavier, Geige und Schlagzeug. Es folgten verschiedene Kompositionen für Theateraufführungen. Die Uraufführung von „Across the Ocean“, op.7 für Symphonieorchester, fand 2015 statt. Zuletzt war sein Doppelkonzert für Violoncello, Klavier und Orchester im Weihnachtskonzert des Gymnasiums Herzogenaurach in der evangelischen Kirche zu hören.

Anklänge an die Romantik

Dieses schrieb er für zwei seiner Mitschüler, studierte das Werk mit den Solisten und dem großen Schulorchester ein und dirigierte es bei der Uraufführung am 20. Dezember 2016 auch selbst. Der Kompositionsstil von Florian Grzeschik erinnert einerseits an die romantischen und spätromantischen Meister wie Richard Wagner und Richard Strauß, andererseits finden sich aber auch Anklänge an große Filmkomponisten wie John Williams und Hans Zimmer.

Bei all diesen Einflüssen kristallisiert sich jedoch schon jetzt ein Personalstil heraus, der für einen Komponisten seines Alters bemerkenswert ist und auf eine interessante künstlerische Entwicklung hoffen lässt.

„Ich habe die Melodien einfach im Kopf“, sagt er, wenn man ihn nach dem „Wie“ fragt. Für die Abiturfeier seines eigenen Jahrgangs ist natürlich schon wieder ein neues Werk in Arbeit, das heuer am 23. Juni erklingen wird.

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