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Hilfe als Dauerbrenner

Seit über 20 Jahren Höchstadter Aktion für Mediasch - 09.10.2012 15:45 Uhr

Dicht gedrängt warten die Ärmsten der Kirchengemeinde darauf, dass sie ihr Paket zugeteilt bekommen.

09.10.2012


Für Ursula Iuga-Pintican, die agile Chefin der Diakonie in Mediasch, stellt sich diese Frage gar nicht. „Auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist“, so sagt sie, mit den Paketen, die im Wesentlichen Grundnahrungsmittel wie Mehl, Zucker, Nudeln, Öl, Gries, aber auch Seife und als Gutserl eine Tafel Schokolade enthalten, würden sich die Empfänger buchstäblich einen Monatseinkauf sparen. „Bei einer Rente von oft weniger als 150 Euro und Lebensmittelpreisen, die fast schon deutsches Niveau erreicht haben, „zählt das ungemein.“

Die Frage nach der „Rentabilität“ relativiert sich auch, wenn man einen der Rentner besucht, die ein Paket aus Höchstadt bekommen. Der 80-jährige Georg Herrmann beispielsweise, dem seine Tüte, auf der zwar Aldi drauf steht, aber nicht Aldi drin ist, von einer Mitarbeiterin der Diakonie „frei Haus“ geliefert wird, weiß zwar nicht wo Höchstadt liegt, für ihn und seine rumänische Frau ist der Besuch allerdings wie ein Festtag. „Richten Sie allen, die uns geholfen haben unseren herzlichsten Dank aus“ sagt er und antwortet auf die Frage, wie er denn so über die Runden kommt bescheiden „es geht so.“

Ein Besuch vor Ort relativiert dann auch die Frage, ob es angesichts der Spesen, die eine Fahrt nach Siebenbürgen verschlingen nicht besser wäre, das in Höchstadt gesammelte Geld einfach zu überweisen. Auch darauf hat Ursula Iuga-Pintican eine passende Antwort: „Persönliche Kontakte sind ungemein wichtig und durch keinen Scheck zu ersetzen.“

Weil die persönlichen Kontakte schon seit vielen Jahren gepflegt werden, stellt sich auch immer wieder die Frage nach einer offiziellen Partnerschaft zwischen den beiden Kirchengemeinden. Ein Thema, das man in Höchstadt allerdings eher mit spitzen Fingern anfasst. Pfarrer Fritz Schäfer, der die Frage auch auf die Tagesordnung der gestrigen Kirchenvorstandssitzung setzte, zeigt sich nicht unbedingt begeistert von einer verbrieften Verbindung. Die, so sagt er, müsse ja auch mit Leben gefüllt werden und er sehe derzeit keinen in seiner Gemeinde, der bereit wäre, eine solche Aufgabe zu übernehmen.

Hoffnungen setzt Fritz Schäfer allerdings in ein wachsendes Interesse von Menschen, deren Wurzeln in Siebenbürgen sind, wie beispielsweise Waldemar Kleetz, der Bürgermeister aus Gremsdorf, dessen Vorfahren aus der Gegend von Mediasch stammen und der sich im nächsten Jahr dem Transport anschließen will.

Dass es den wieder gibt, davon ist auch Irmgard Conrad überzeugt, ohne deren unermüdliche Arbeit die Verbindung nach Rumänien vermutlich längst abgerissen wäre. Sie wischt alle Zweifel beiseite und würde, „wenn es sein muss“, im nächsten Jahr auch alleine fahren.

Und sie wird auch wieder dafür sorgen, dass sie nicht mit leeren Händen in Mediasch ankommt.

gri

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