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Höchstadt: Trinkwasser nicht privatisieren

EU-Umweltpolitiker Arne Gericke besucht Kellerberg - 07.06.2018 06:00 Uhr

Wollen Wasser nicht privatisieren (von links): Martin Oberle, Karsten Wiese, Gerald Brehm, Arne Gericke und Christian Enz bei ihrem Treffen am Kellerberg. Foto: Freilinger


Arne Gericke stammt aus Rostock. "Mein Wahlkreis ist Deutschland", betont er, schließlich ist er einer von nur zwei Vertretern der deutschen Freien Wähler im Europäischen Parlament. Und sein Besuch in Höchstadt führte ihn selbstverständlich unter die Erde. Schließlich sind die Häuschen am Kellerberg aus EU-Töpfen gefördert und weitere Sanierungen stehen an. Um noch Treppenabgänge und unterirdische Räume herzurichten, erhoffen sich Vertreter des Kellerbergvereins und der Stadt weitere Mittel aus Brüssel.

Eine Zusage dafür hatte Gericke nicht im Gepäck, aber er war sehr beeindruckt von der 400 Jahre alten Anlage. Kellerbier und Karpfen — die beiden touristische Besonderheiten auf die der Aischgrund setzt, sind beide angewiesen auf die Ressource Wasser. Und deshalb meinte der EU-Umweltpolitiker: "Eine Privatisierung von Wasser darf es nicht geben." Das sei ihm und den Freien Wählern ein großes Anliegen. Christian Enz, der sich in Erlangen-Höchstadt für die Gruppierung engagiert, setzte hinzu: "Schließlich geht es um die Daseinsvorsorge der Kommunen."

Und wie ist es bestellt ums Höchstadter Wasser? "Unsere städtische Wasserversorgung ist wirtschaftlicher und bietet bessere Qualität als die großen Anbieter", meinte Bürgermeister Gerald Brehm, ebenfalls Freier Wähler. Sein Parteikollege Martin Oberle widmete sich seinem Lieblingsthema: dem Karpfen. Von der Trinkwasserversorgung sind die Fische natürlich unabhängig, schließlich haben sie ihr Zuhause in mehr als 7000 Himmelsweihern, die im Aischgrund von Regenwasser gespeist werden. Oberle, Leiter der Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft in Höchstadt, betonte die Einzigartigkeit der kleinteiligen Teichwirtschaft, die seit Jahrhunderten Wasser spare.

Die EU müsse das erkennen, meinte er, und lobte deshalb Gerickes Besuch. Der Karpfen habe es nämlich schwer in Brüssel wahrgenommen zu werden und lande bei der Förderung in einem Boot beispielsweise mit riesigen Lachsfarmen in Skandinavien.

Und das Kellerbier? "Wir nutzen zum Brauen tatsächlich das Wasser aus der Leitung", sagte der Vorsitzende des Kellerbergvereins, Karsten Wiese. Die Qualität sei so gut, dass selbst Brauereien, die eigene Brunnen besäßen, sich dafür entschieden. cf

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