Mittwoch, 13.11.2019

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Höchstadt wird Hochschulstandort

Bachelor-Studiengang für Erzieherinnen - 02.10.2019 09:57 Uhr

Zwischen Bauklötzen und Kinderaugen: Wer sich als Erzieherin auch eine Leitungsfunktion vorstellen kann, hat jetzt die Möglichkeit, in Höchstadt zu studieren. © Foto: Uwe Anspach/dpa


Johannes Zenk, ehemaliger Schulleiter und Vorsitzender des Förder- und Freundeskreises der Fachakademie, setzt dabei auf eine Kooperation mit der Fachhochschule des Mittelstandes in Bielefeld. Der Fernstudiengang Sozialpädagogik und Management endet mit einem Bachelor-Titel, macht einmal pro Monat einen Samstag mit Präsenzveranstaltung notwendig. Diese werden in der Höchstadter Fachakademie durchgeführt.

Die 19 jungen Studierenden, die gestern offiziell online ihre Weiterbildung begonnen haben, müssen nicht nach Bielefeld reisen. "Selbst die Prüfungen finden bei uns vor Ort statt", sagt Johannes Zenk. Er freut sich, dass künftig entsprechend weniger Erzieherinnen auf dem Arbeitsmarkt fehlen. Die Lage dort bezeichnet er als "Katastrophe". Von 45 bis 50 Absolventinnen, die die Fachakademie jedes Jahr verlassen, haben meist zehn bis 15 darauf verzichtet, sofort zu arbeiten und stattdessen noch ein Studium angehängt. Nun können sie beides parallel tun. Am Ende haben sie neben dem Bachelor-Abschluss auch die staatliche Anerkennung als Sozialpädagoge.

Bis zum 15. Oktober ist es sogar noch möglich, sich nachträglich einzuschreiben, verrät er. Voraussetzung ist allerdings eine abgeschlossene Erzieher-Ausbildung. Deren Inhalte werden angerechnet, sodass das Studium nur noch zwei statt vier Jahre dauert. Der Schwerpunkt liegt dabei im Management-Bereich, die sozialpädagogischen Inhalte bringen die Studierenden mit.

Der Freundeskreis der Fachakademie übernimmt die Trägerschaft für das neue Studienzentrum. Das Personal kann weitgehend aus dem Kollegium der Fachakademie rekrutiert werden. Zahlreiche Lehrkräfte haben sich bereiterklärt, dies nebenberuflich zu leisten. Der Landkreis hat dies bereits genehmigt und einen Mietvertrag mit dem Förderverein über die Räume in der Fachakademie geschlossen, in denen das Studienzentrum untergebracht ist.

"So viele Möglichkeiten"

Und es soll noch weitergehen. Ab Oktober 2020 greift ein zweites Studienmodell. Wer zu Beginn seiner Erzieher-Ausbildung bereits Fachhochschulreife oder Abitur hat, kann mit dem Fernstudium bereits nach dem zweiten Lehrjahr der Ausbildung zusätzlich beginnen.

Das alles gibt es nicht umsonst. Insgesamt kostet das Bachelor-Studium 7490 Euro, das sind 285 Euro im Monat zuzüglich Aufnahme- und Prüfungsgebühr.

Alexandra Mischner, Schulleiterin der Fachakademie, freut sich über das neue Angebot. Sie bedauert, dass die Erzieherinnen-Ausbildung keinen stärkeren Zulauf hat. Die Fachakademie sei zwar gut ausgelastet, aber der Arbeitsmarkt eröffne so viele Möglichkeiten – auch mittelfristig, denn die Nachfrage nach Kinderbetreuung steigt weiter. "Die Arbeit ist inzwischen mit 3000 Euro brutto auch besser bezahlt als viele glauben", betont Mischner.

Über den Förderkreis:

Die Studierenden an der Fachakademie sind volljährig. Deshalb gibt es keinen institutionalisierten Kontakt zu den Eltern. Anders als bei anderen Schulen setzt sich der Förder- und Freundeskreis nicht aus Eltern, sondern aus ehemaligen Studierenden der Fachakademie zusammen.

Zurzeit hat der Verein rund 80 Mitglieder.

In den 30 Jahren seines Bestehens hat der Verein bis jetzt die Fachakademie mit rund 31 000 Euro unterstützt.

Mit dem Geld wurden Anschaffungen realisiert, aber auch Unterrichtsprojekte und der Jahresbericht der Fachakademie finanziert.

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