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Höchstadter Ultras waren für einen Kampf gerüstet

"Fanatics" hatten sich offenbar mit anderen Fanclubs verabredet - 24.02.2020 16:54 Uhr

Die „Fanatics“ sorgen bei den Spielen des Höchstadter EC zwar stets für Stimmung, aber immer wieder auch für massiven Ärger. © Foto: Thomas Hahn


Die Polizei hat Details zum Einsatz im Zusammenhang mit einer Gruppe Eishockeyfans des Höchstadter EC vor und während der Partie beim EHC Klostersee bekanntgegeben. Offenbar war eine Auseinandersetzung verschiedener Fangruppen von diesen vereinbart worden.

Ulrich Milius, Leiter der Polizeiinspektion im oberbayerischen Ebersberg: "Wir hatten klare Hinweise, dass ein solches Treffen stattfinden sollte und haben deshalb den Höchstadter Fanbus kontrolliert – und sind auch fündig geworden." Unter anderem habe man im Bus des Fanclubs "Fanatics" Sturmmasken, Mundschutzmasken und mit Quarzsand gefüllte Handschuhe gefunden, mit denen man besonders effektiv zuschlagen kann. Milius: "Das sind Dinge, die man nicht mit sich führt, wenn man sich nur friedlich ein Eishockeyspiel ansehen möchte."

Vermutliche "Gegner": Klosterseer "Red Society"

Vermutliche "Gegner" für eine Schlägerei sollen laut dem Ebersberger Polizeichef Mitglieder der Klosterseer "Red Society" (die dort zu großen Teilen Stadionverbot haben) gewesen sein, die sich zu diesem Anlass mit Anhängern der Bayreuth Tigers (2. Bundesliga) zusammentun wollten. Laut Milius bemerkenswert, weil die Oberfranken zum gleichen Zeitpunkt ein Heimspiel bestritten.

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War das die Wende für die Alligators?

Bringt der Wechsel auch die Wende? Mit dem neuen Trainer Mikhail Nemirovsky läuft es auf einmal beim HEC - und nach dem Sieg gegen den Tabellenzweiten EHF Passau scheint der Klassenverbleib nicht mehr so utopisch wie vor einer Woche.


In einer Stellungnahme der "Fanatics" auf deren Facebookseite war in Bezug auf die Kontrolle von "Repressionen seitens der Polizei alias Staatsmacht" die Rede. Weiter heißt es: "Dadurch, dass diese im Bus nichts an 'verdächtigen' oder 'erwarteten' Gegenständen oder sonstiges finden konnte und man sich zu jeder Zeit kooperativ zeigte, musste uns eine Weiterfahrt zum Stadion gewährt werden."

Die Kontrolle, die 15 Kilometer vor dem Stadion an der Bundesstraße 304 stattfand, nahm inklusive der Feststellung der Personalien relativ viel Zeit in Anspruch, so dass die "Fanatics" erst zum letzten Drittel des Spiels eintrafen, um ihr Team unterstützen zu können.

"Fanatics": Weitere Auseinandersetzungen mit der Polizei

Dort kam es zu weiteren Konflikten mit den Gesetzeshütern. Offenbar hatten sich einige Höchstadter zu nahe oder gar auf der Bande positioniert, was beim Eishockey aus Sicherheitsgründen untersagt ist. Die Aufforderungen der Ordner, dies zu unterlassen, wurde laut Milius offensichtlich ignoriert, ein Ordner sei sogar von "Fanatics" angegangen worden.

Daraufhin hätte die Polizei eingreifen müssen, Beamte seien tätlich angegangen worden, drei seien zudem beleidigt worden. Insgesamt seien bei dem Einsatz drei Polizisten leicht verletzt worden, so der Inspektionsleiter.

Den Aufruf der "Fanatics" an alle HEC-Fans, die Videos der Vorkommnisse gemacht haben, "uns diese privat zukommen zu lassen", sieht Milius gelassen: "Es gibt sehr gutes Videomaterial, auf dem genau zu sehen ist, von wem dort die Aggressionen ausgegangen sind." Die Ermittlungen laufen, mehrere Strafanzeigen sind im Gange.

Ein Kommentar zum Thema von Holger Peter

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