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Sonntag, 20.10.2019

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Im HerzoGarten soll Inklusion wachsen

Volkshochschule und Offene Hilfen bieten inklusiven Workshop - 25.04.2019 06:57 Uhr

Suchen noch Herzogenauracher Gartenfans für den inklusiven Workshop im neuen HerzoGarten. Workshop-Leiterin Anna Meißner, Ute Meindel von den Offenen Hilfen der Lebenshilfe und Volkshochschul-Leiter Oliver Kundler (v. r.) bereiteten gestern schon mal den Boden. © Foto: Eduard Weigert


Von 9 bis 14 Uhr soll an diesem Samstag im öffentlichen Stadtgarten an der Schütt ein Hochbeet angepflanzt, übers Garteln im Allgemeinen und das "Urban Gardening" im Besonderen geredet werden. Außerdem will man noch – ganz im Sinn des urbanen Gärtnerns – zusammen kreative Pflanzgefäße vom Eierkarton bis zur Konservendose gestalten. Treffpunkt ist am Eingang des Volkshochschul-Gebäudes in der Badgasse 4.

Den Workshop leitet Anna Meißner als Dozentin der Volkshochschule. Die 26-Jährige studiert an der Hochschule in Eichstätt Bildung für nachhaltige Entwicklung. Auch weil Garteln ihr Hobby ist und Arbeit mit Behinderten ihre Passion, hat Anna Meißner als ihre Masterarbeit vor zu untersuchen, wie Urban Gardening zur Inklusion beitragen kann.

Sehr. Davon sind Ute Meindel (46), seit einem Jahr Leiterin der Offenen Hilfen der Lebenshilfe ERH, und der Herzogenauracher Volkshochschul-Chef Oliver Kundler überzeugt. Kundler hat für seine Einrichtung die Schlüsselgewalt über das Grundstück an der Schütt, auf dem es demnächst losgehen soll mit dem Urban Gardening-Projekt "HerzoGarten". Wobei der Ausdruck eigentlich falsch ist: Der Garten wird keine Tür mit Schloss bekommen. Er ist immer offen, sagt Kundler, wodurch die Urban Gardener im Gegensatz zu Schreber-Gärtnern nicht sicher sein können, ob sie auch ernten, was sie säen, oder ob es jemand anderes tut. Erste Hochbeete stehen schon, der Geräteschuppen auch, der Wasseranschluss ist fertig und auch ein herzförmiges Blumenbeet wartet auf die Ansaat.

Ein solcher Ort muss Nährboden für eine gelungene Inklusion sein, sagt Ute Meindel. Nicht auf jedem Tätigkeitsfeld sei dies möglich, aber Gartenarbeit – das gehe. Vier Behinderte, sagt sie, haben sich schon angemeldet, zwei Nichtbehinderte auch. Zwölf Teilnehmer – möglichst paritätisch – wären schön, doch gehe es auch mit anderer Besetzung.

Der Workshop, betont Oliver Kundler, findet bei jedem Wetter statt und ist kostenlos. Als Ergänzung bieten vhs und Lebenshilfe eine zweite Gartel-Veranstaltung an: eine gemeinsame Fahrt zum Wildkräuterhof Grossmann nach Oberickelsheim im Landkreis Neustadt-Bad Windsheim am Sonntag, 26. Mai. Start ist um 9 Uhr am Lebenshilfe-Wohnheim Pirckheimerstraße 2 .

Die Fahrt ist im Veranstaltungsverzeichnis der Volkshochschule, doch eigentlich gehörte sie ursprünglich zu den Freizeitaktivitäten der Offenen Hilfen. Laut Oliver Kundler will die vhs sich auch anderen Veranstaltern öffnen. So werden bei dem Ausflug Nichtbehinderte von Behinderten inkludiert – keine schlechte Sache.

InfoAnmeldung für Workshop und Fahrt bei der Volkshochschule. www.vhs-herzogenaurach.de oder Telefon (0 91 32) 9 01-3 20.

RAINER GROH

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