Freitag, 22.11.2019

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Im Reitstall des Ex-Freunds gestohlen?

Früheres Paar sieht sich vor dem Amtsgericht Erlangen wieder - 07.11.2019 06:00 Uhr

Im Amtsgericht Erlangen haben sich zwei Ex-Partner wieder getroffen. © Ulrich Schuster


"Ich weiß auch nicht, was mich da geritten hat", hat die 18-Jährige im März 2019 zu dem Polizisten gesagt, der sie nach der Anzeige vernahm. Eine Aussage, die perfekt zum Thema passt. Denn die Angeklagte hat sich, wie sie zugibt, nachts in den Pferdestall ihres Ex-Freundes geschlichen und Zaumzeug im Wert von geschätzten 380 Euro mitgehen lassen. Vor Gericht behauptet sie, es habe sich um ihren Besitz gehandelt, den der Ex-Freund trotz mehrfacher Bitte nicht herausgegeben habe. Nachweise kann sie nicht vorlegen, weil sie die Trensen und Gebisse gebraucht gekauft habe.

Doch von Anfang an: Wie lange ihre Beziehung gedauert hat, darüber sind die Ex-Partner sich uneinig. Auch bei der Frage, wer Schluss gemacht hat, widersprechen sich die Aussagen. Aber dass es irgendwann nicht mehr gut gelaufen ist zwischen den beiden, ist klar. Als die Liebe noch groß war, hatte der 24-jährige Freund der Angeklagten eine Stute geschenkt, die im Stall seiner Familie stand. Dort blieb das Pferd auch noch einige Monate nach der Trennung. Da war das Verhältnis zwischen den jungen Leuten schon schwierig. Die Angeklagte sagt aus, sie habe Angst gehabt vor ihrem Ex-Freund. Als sie mit dem Pferd auszog, nahm sie Reit-Utensilien mit. Sie behauptet, es sei nicht alles gewesen. Er und seine neue Freundin glauben, dass die Angeklagte seither noch einige Male in der Sattelkammer war und gestohlen hat. Besonders viel eben in der Nacht im März.

Als der 24-Jährige den Diebstahl bemerkte, war er sofort zur Angeklagten gefahren und hatte den Besitz seiner neuen Freundin zurückgefordert. Er spricht vor Gericht von einer "Notlüge", weil er dabei behauptete, eine Kamera habe die 18-Jährige gefilmt. Die Angeklagte gab das Zaumzeug darauf hin zurück.

Der Diebstahl war wohl Teil eines größeren Rosenkriegs. Angeblich hat die Angeklagte sich in den sozialen Medien rufschädigend über den Reitstall ihres Ex-Freundes geäußert und das Veterinäramt um eine Überprüfung gebeten. Solche mutmaßlichen Verleumdungen waren am Dienstag aber nicht Gegenstand des Verfahrens. Richter Wolfgang Pelzl betonte, der Diebstahl der 18-Jährigen sei im Zusammenhang zu sehen. Deshalb sah er mit Zustimmung des Staatsanwalts von einer Verurteilung ab und stellte das Verfahren gegen die Auflage ein, dass die junge Frau 20 Stunden gemeinnützige Arbeit leistet.

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