Imker in ERH sind auf Raps angewiesen

15.5.2021, 18:00 Uhr
Das Rapsfeld dient Imker Peter Seeberger als Bienenweide, ohne den Raps würde die Bienenzucht schwierig werden.

Das Rapsfeld dient Imker Peter Seeberger als Bienenweide, ohne den Raps würde die Bienenzucht schwierig werden. © Foto: Manfred Welker

Die sieben Hektar mit Rapspflanzen werden nach den Prinzipien der modernen Landwirtschaft bewirtschaftet. Eine Bekämpfung des Stengelrüsslers erfolgte, als die Pflanzen noch niedrig und ohne Blüten waren. Gegen den Rapsglanzkäfer müssen in diesem Jahr keine Maßnahmen ergriffen werden, da die Zahl der kleinen Schädlinge zu gering ist, um größere Verluste anzurichten.

Wenn die Pflanzen verblüht und die Schoten mit den Körnern ausgereift sind, wird der Raps mit einem Mähdrescher gedroschen und die Körner an eine Ölmühle verkauft. Rapsöl zählt inzwischen zu den hochwertigen Speiseölen und wird von der Nahrungsmittelindustrie gerne abgenommen. Das Öl wird also nicht für die Herstellung von Biokraftstoff eingesetzt.

Beim Pressen entsteht als Nebenprodukt der sogenannte Rapskuchen, ein hochwertiges, heimisches Eiweißfutter, der in der Tierfütterung eingesetzt wird. Durch den Einsatz von Rapskuchen kann Sojaschrot, der eingeführt werden muss, eingespart beziehungsweise ersetzt werden.

Dank des benachbarten Rapsfeldes finden Peter Seebergers Bienen genug Nahrung – auch für ihre Königin.

Dank des benachbarten Rapsfeldes finden Peter Seebergers Bienen genug Nahrung – auch für ihre Königin. © Foto: Manfred Welker

Jetzt während der Blüte haben es Peter und Bernhard Seeberger einem Imker aus Nürnberg gerne ermöglicht, seine Bienenstöcke bei seinen Feldern aufzustellen. "Durch guten Bienenflug kann man den Rapsertrag steigern", meint Peter Seeberger.

Ökologische Bedeutung

Für die Imker steht fest: "Wenn wir den Raps nicht hätten, sähen wir ganz alt aus!" Denn der Raps bietet für rund vier Wochen den Bienen Nahrung. Nach der Rapsblüte besuchen sie Sträucher wie Himbeeren und Brombeeren, aber auch Akazien- und Lindenbäume. Nahrung bietet auch der sogenannte Honigtau von Eichen und Ahorn.

Dazu kommen noch Sonnenblumen, die aber in unserer Region nicht so häufig angebaut werden. Die ökologische Bedeutung von Bienen darf nicht unterschätzt werden, da sie als die wichtigsten Bestäuber zum Fruchtertrag von Bäumen, Sträuchern und Pflanzen in Garten, Flur und Wald grundlegend beitragen.

Symbiose ist wichtig

Besonders die Symbiose zwischen Landwirten und Bienen ist wichtig. Peter Seeberger ist der Überzeugung, dass auch ein gutes Zusammenwirken zwischen der konventionellen Landwirtschaft und Imkern möglich ist.

Von seinen landwirtschaftlichen Flächen hat er rund drei Hektar als Blühflächen angelegt, die von Frühling bis Herbst für die Bienen eine Tracht bieten. Jedes Jahr im Frühjahr werden die abgeblühten Pflanzen gemulcht und die Flächen neu angesät.

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