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Jetzt doch erlaubt: Busstop am Gewerbepark Heßdorf

Langersehnte Haltestelle erleichtert auch Kunden aus Dechsendorf den Weg - 22.02.2018 19:00 Uhr

Soll jetzt endlich auch eine Bushaltestelle bekommen: das Heßdorfer Gewerbegebiet. © Foto: Ulrich Schuster


Der Wermutstropfen: Die Heßdorfer müssen einiges Geld, Rehder spricht von geschätzt 350 000 Euro, in die Hand nehmen, um die Einkaufsmärkte für die Bus-Passagiere zugänglich zu machen. Von Heßdorf her in Richtung Dechsendorf sollen die Busse auf Höhe des Aldi-Marktes halten. Von dort muss ein Gehweg sanft die Böschung hinunter gebaut werden. Die Spur für Rechstabbieger auf der Straße aus dem Gewerbegebiet hinaus müsste außerdem erweitert werden.

In der Bus-Fahrtrichtung nach Heßdorf soll die Haltebucht kurz nach, sprich westlich der beampelten Einmündung der Erschließungsstraße liegen. Dort müssen die Passagiere über die Straße, um die Geschäfte zu erreichen. Das geht nur mit einem Überweg samt Fußgängerampel.

An Letzterer ist das Projekt bislang gescheitert. Das Staatliche Bauamt hatte durch die Fußgängerampel an der Staatsstraße die Leistungsfähigkeit der Ampelkreuzung für den Autoverkehr beeinträchtigt gesehen und sein Veto eingelegt.

Eine neuerliche Untersuchung aber hat diese Einschätzung jetzt revidiert, bestätigte die Nürnberger Behörde auf Anfrage. Zwar, heißt es im Staatlichen Bauamt, vermindert der Ampelüberweg für Fußgänger die Leistungsfähigkeit der Staatsstraßen-Kreuzung, weil die Rot-Phasen der Ampel für die Autofahrer länger werden. Doch dies nicht übermäßig. Die Untersuchung habe bestätigt, dass die "Qualität" (Straßenbauamt) der Kreuzung noch akzeptabel sei und vereinbar mit den geltenden Vorschriften für Staatsstraßen.

Neue Perspektiven?

Für Heßdorf bzw. das Gewerbegebiet, so Bürgermeister Horst Rehder, eröffnet dieser neue Stand auch neue Perspektiven. Sei das Einzelhandels-Zentrum vom Erlanger Stadtteil Dechsendorf aus außer mit dem Auto oder per Rad oder zu Fuß auf dem Simon-Rabl-Weg auch mit dem Bus erreichbar, könnte es als Nahversorgungs-Zentrum auch für Dechsendorf anerkannt werden. Dies mache wiederum wegen des größeren Einzugsgebiets größere Verkaufsflächen möglich. Und diese seien schon lange der Wunsch von im Gewerbepark ansässigen Handelsketten.

Freilich war das florierende Gewerbegebiet vor den Toren Dechsendorfs den städtischen Nachbarn ein Dorn im Auge. Denn es verhinderte stets ein eigenes Nahversorgungs-Zentrum in Dechsendorf: Einzelhandelsketten sahen so nah an bestehenden Märkten keine geschäftliche Chance. Zwar wäre mit dem Grundstück, das einst der Kranfirma Schaz gehörte, ein geeignetes Gelände vorhanden. Doch, zu diesem Schluss kamen Stadt und Ortsbeirat schon 2011, allenfalls ein Discounter wäre dafür zu gewinnen.

Auf Anfrage hat Christofer Zwanzig, Presseprecher der Stadt Erlangen, freilich wissen lassen, die Stadt Erlangen halte an ihren Bemühungen fest, die Nahversorgung in Dechsendorf zu verbessern. Dass der Stadtteil mit Einkaufsmöglichkeiten unterversorgt sei, habe man zuletzt 2016 mit einer Bürgerbefragung festgestellt. Eine ausreichende und fußläufig erreichbare Nahversorgung sei vor allem für Ältere von großer Bedeutung.

Aber eine Haltestelle am Heßdorfer Gewerbegebiet sähe auch Erlangen gern. Jedenfalls, so Zwanzig, "steht die Stadt dieser Initiative offen gegenüber". Man unterstütze ja bereits den Bürgerbus des Dechsendorfer Ortsbeirats für Fahrten ins Einkaufszentrum der Nachbargemeinde.  

RAINER GROH

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