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Junge Union will CSU in Herzogenaurach "ergänzen"

Listenkandidaten stellten das Wahlprogramm des christsozialen Nachwuchses vor. Akzente bei Digitalisierung und Freizeitangeboten. - 14.02.2020 10:00 Uhr

Stellten das Wahlprogramm der Jungen Union vor: Katharina Zollhöfer, Maximilian Stopfer, Andreas Brandl, Alexander Allousch und Stadtrat Konrad Körner (von links). © Foto: Alexander Pfaehler


Doch die Reaktionen seien insgesamt "eigentlich gut" gewesen. "Spätestens als wir zehn, 15 Kandidaten hatten, war klar, dass die nicht mehr auf der CSU-Liste Platz finden würden", sagt er bei der Vorstellung des Wahlprogramms der JU.

Die stütze zwar CSU-Bürgermeisterkandidatin Sabine Hanisch. "Wir wollen uns im Stadtrat ergänzen, aber auch eigene Themen setzen und uns gegebenenfalls auch abgrenzen", verspricht Körner. Viele wichtige Punkte in den Wahlprogrammen gleichen sich dennoch, etwa die Forderung nach einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft HerzoBAU oder die Absage an die bisherigen Pläne für die Bebauung des Hubmann-Areals. Ähnlich wie die CSU mit ihrer "Zukunftswerkstatt Innenstadt" fordert die JU in ihrem Programm einen "Plan für die gesamte Innenstadt". Mit etwas anderen Akzenten: So soll aus dem Generationenzentrum ein Azubiwohnheim werden, da es nicht seniorengerecht ausgebaut werden könne.

Die eigenen Themen setzt die JU erwartbarerweise vor allem dort, wo junge Menschen besonders interessiert sein könnten: Digitalisierung, Mitbestimmung, Freizeitangebote. So wünscht die Liste sich einen direkt gewählten Jugendrat, der im Stadtrat Anträge einbringen kann.

Eine stärkere Social-Media-Präsenz ("Herzo ist auf Twitter, aber nirgendwo sonst"), mehr online einsehbare städtische Daten, mehr eGovernement und Live-Übertragungen aus dem Stadtrat stehen ebenso im JU-Programm.

Auch ein fester Grillplatz mit öffentlichen Toiletten an der Dirtbahn zählt zu den Forderungen. Ebenso übrigens wie ein kostenfreier "Windelsack", der jungen Familien nach der Geburt zur Verfügung gestellt werden soll, sodass Fertigwindeln zum Hausmüll gestellt werden können.

Neben Innenstadt, Familie, Umwelt, Digitalisierung und Jugendrat bildet der Verkehr einen Schwerpunkt. "Das Radfahren aus den Ortsteilen in die Innenstadt ist schwierig", sagte Katharina Zollhöfer, die auf Listenplatz zwei steht. Ziel sei es, dass bestehende Radwege sicherer werden und neue geplant werden, die auch das Wegenetz des Landkreises besser einbinden sollten. Ein "einfaches Car-Sharing" und ein Flexbus-System, das nachts und zu Randzeiten funktioniere, zählen zu den Vorhaben. Die StUB will man nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens dagegen "wenn nötig neu bewerten". Zudem wünscht man sich eine Verwaltung, die lieber an einem Wochentag bis 20 Uhr und regelmäßig auch am Samstagvormittag öffnet, dafür unter der Woche an zwei Vormittagen für den Publikumsverkehr geschlossen bleibt.

Am Schluss des Programms versucht man sich gar an Visionen, wagt einen Blick ins Jahr 2050. In 30 Jahren solle es an der Strecke Nürnberg – Würzburg, deren Bau momentan geplant wird, eine ICE-Haltestelle in Herzogenaurach geben. "Das sollten wir proaktiv angehen, auch wenn es noch Jahrzehnte dauern wird", sagt Körner. Zudem werde Herzogenaurach dann klimaneutral sein, einen Standort der FAU bilden, etwa für die Sportfakultät. Und das alles am liebsten in einem Landkreis, der Herzogenaurach heißt. Träumen ist ja auch in der Politik erlaubt.

alep

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