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Kann eine zweite Ampel das Verkehrsproblem lösen?

Stau auf B 470 und Rückstau auf A 3 — Verkehrsschau und -zählung — Straßenbehörden suchen nach maßgeschneiderter Lösung - 07.11.2016 16:41 Uhr

Montagfrüh vor Ort: Im Anblick des Staus diskutierten auf Einladung von Bürgermeister Fischkal (l.) Politiker, betroffene Bürger, Polizeichef Jürgen Schmeißer (re.) und Vertreter der Straßenbehörden über Lösungsmöglichkeiten. © Foto: Däumler


Stau am Morgen wohin man blickt: Auf der A 3 staut es sich von 7 und 8.30 Uhr in Richtung Nürnberg und es geht nur stockend vorwärts. Auf der B 470 zwischen Adelsdorf und der A 3 reicht die Autoschlange bis Adelsdorf, auch hier geht es nur zäh voran. Am Spätnachmittag bis zum Abend staut sich dann wieder der Verkehr – diesmal auf der A 3: Autos und Lkws stehen schon auf der Standspur der vielbefahrenen Autobahn, weil am unteren Ende der Ausfahrt auf die B 470 die Fahrzeuge kaum nach links in Richtung Adelsdorf abbiegen können (wie bereits berichtet): „Das verursacht brandgefährliche Situationen, zum Beispiel wenn wegen des Rückstaus auf der Autobahn plötzlich ein 40-Tonner abbremsen muss“, weiß Bürgermeister Fischkal (FW).

So richtig entspannen werde sich die Verkehrssituation aber erst, wenn die A 3 zwischen Geiselwind und dem Kreuz Erlangen/Nürnberg von 2019 und 2024 auf sechs Spuren ausgebaut werde, erläutert Stephan Ried von der Autobahndirektion Nordbayern vor Ort. Im Zuge dieser Arbeiten soll nämlich an der A 3-Ausfahrt Richtung Adelsdorf eine Ampel installiert werden. Weil man aktuell aber nicht wisse, in welcher Reihenfolge der A 3-Ausbau über die Bühne geht, könnte die Lichtzeichenanlage theoretisch auch erst 2024 kommen. Solange aber will man nicht warten, denn der Leidensdruck ist hoch, wie Fischkal betont.

Was kann gemacht werden, um die Situation zügig zu entschärfen? Stephan Ried, sein Mitarbeiter Thomas Büttner sowie Norbert Grüner vom Staatlichen Bauamt Nürnberg, zuständig für die B 470, sicherten gestern vor Ort zu, noch im November eine Verkehrsschau sowie eine Verkehrszählung durchzuführen, um mit den aktuellen Daten eine maßgeschneiderte, schnell machbare Lösung zu finden. Dabei werde die „geballte Fachkompetenz“ von Landratsamt, Polizei und Straßenbehörden die Lage vor Ort anschauen und eine Lösung erarbeiten.

„Meines Erachtens wird es auf eine zusätzliche Ampel an der B 470 rauslaufen“, glaubt Ried. Diese Ampel könnte dann den Verkehr regeln, der — in Fahrtrichtung Würzburg — von der Autobahnausfahrt Höchstadt-Ost herunterkommt und dort entweder rechts nach Höchstadt oder links nach Adelsdorf abbiegen will.

Komme die Unfallkommission zum gleichen Schluss, könnte die Ampel schon 2017 installiert werden, weiß Ried. Natürlich müsste dann die Lichtzeichenanlage auf der anderen Seite der A 3 am Gremsdorfer Gewerbegebiet synchronisiert werden, hieß es. Diese Lösung würde die gefährliche Situation auf der A 3 entschärfen. „Aber ob damit auch der morgendliche Stau von Adelsdorf her verschwindet, das kann ich nicht versprechen“, sagt der Autobahn-Experte.

Auch andere Möglichkeiten wurden vor Ort diskutiert. So schlug Thomas Büttner vor, eine dritte Spur auf der B 470 unter der Brücke provisorisch gelb zu markieren, so dass zumindest die Fahrzeuge, die von der Autobahn kommen und rechts in Richtung Höchstadt abbiegen, sich besser in den Verkehr einfädeln können und so nicht die Ausfahrt blockieren. Dies ginge aber nur, wenn die Brücke breit genug ist. Auch das soll nun bei der anstehenden Verkehrsschau geprüft werden.

Ferner wäre eine zweite Autobahnabfahrt nur in Richtung Adelsdorf ebenfalls eine gute Möglichkeit, die Situation auf der A 3 zu entschärfen. Auch zwei große Kreisverkehre rechts und links der A 3 könnten nach Ansicht von Thomas Büttner den Verkehrsdruck auf der B 470 erheblich senken. Diese beiden Lösung ließen sich aber nur langfristig und im Zuge des A 3-Ausbaus realisieren.

Auch die Abgeordneten der Region fordern eine zügige Verbesserung dieser Verkehrsproblematik. MdL Gabi Schmidt (FW) und MdL Alexandra Hiersemann (SPD), die beide vor Ort waren, wollen sich ebenso wie MdL Walter Nussel im Landtag dafür einsetzen, dass hier schnell eine Lösung gefunden wird.

Am Ende des Ortstermins fasste Bürgermeister Fischkal erfreut zusammen, dass alle betroffenen Stellen die Problematik inzwischen erkannt hätten und nun offenkundig zeitnah tätig werden wollen. In diesem Zusammenhang verwies Fischkal auch auf die schwierige Ausfahrtssituation von der Ortsstraße am Aldi auf die B 470. Auch hier sei ein Linksabbiegen zu bestimmten Zeiten schier unmöglich. Doch hier dämpfte Norbert Grüner die Erwartungen.

MARIA DÄUMLER

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