Mittwoch, 20.11.2019

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"Karpfen Pur Natur": Wo die Fische richtig Platz haben

Am Dienstag wurde der Blätterweiher im Mohrhof-Gebiet abgefischt - 15.10.2019 16:55 Uhr

16 Hektar Weiher lässt die Kreisgruppe des Bund Naturschutz naturnah bewirtschaften.


Noch naturnaher und mit einer noch geringeren Besatzdichte leben die Tiere im Projekt "Karpfen Pur Natur" der Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN). 16 Hektar Weiher werden im Rahmen des Projekts bewirtschaftet, am Dienstag früh wurde der Blätterweiher im Mohrhof-Gebiet nahe des Gremsdorfer Ortsteils Poppenwind abgefischt. Der Ertrag lag dabei in etwa so wie in den drei Vorjahren bei ungefähr 20 bis 25 Zentnern.

Das Besondere bei "Karpfen Pur Natur" ist, dass hier nicht zugefüttert wird, es gibt großflächige Verlandungszonen, der Zusatz von Düngemitteln oder Kalk ist hier untersagt. Der Grund: Die Teiche von "Karpfen Pur Natur" sollen in erster Linie Lebensraum für eine Vielzahl teilweise selten gewordener Vögel, Amphibien, Insekten und Pflanzen sein. Daher ist nichts erlaubt, was diesen Arten schaden könnte.

Schlammpeitzger sind vom Aussterben bedroht, hier findet man sie aber noch.


Seit etwa 20 Jahren gibt es das Projekt, mittlerweile – so berichtet der BN-Kreisvorsitzende Helmut König – ist dieses auch von Schweizern kopiert worden.

Das naturnahe Bewirtschaften zahlt sich aus, denn dadurch leben in den "Karpfen Pur Natur"-Weihern Tiere, die man andernorts nicht mehr findet. Schlammpeitzger etwa, die als vom Aussterben bedroht gelten und die man hier in der Gegend nur noch im Mohrhof-Gebiet und in den Bucher Weihern findet.

Der braune Fisch mit dem aalartig langgestreckten Körper bevorzugt den schlammigen Boden stehender oder langsam fließender Gewässer als Lebensraum. Etwas mehr als 20 Tiere zogen die Helfer bei der Abfisch-Aktion am Dienstag aus dem Schlamm, sie gehen jetzt – so hat es der Vorstand der BN-Kreisgruppe beschlossen – für ein Nachzucht-Programm an die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Das Abfischen im Aischgrund ist meist noch reine Handarbeit.


Und es wird noch mehr getan in Sachen Naturschutz: Mit Hilfe von Fördergeldern des Bayerischen Umweltministeriums wurden in den Blätterweiher Schilfinseln gebaggert, sie sollen Vögel vor Räubern schützen: Denn bislang vergingen sich etwa Wildschweine an deren Nestern, dies ist auf den Schilfinseln nicht mehr möglich. Derartige Schutzmaßnahmen sollen auch noch intensiviert werden.

Wer "Karpfen Pur Natur" probieren möchte: Auf der Internetseite der BN-Kreisgruppe www.hoechstadt-herzogenaurach.bund-naturschutz.de unter "Projekte" finden sich entsprechende Ansprechpartner. Angeboten werden die Karpfen außerdem bei speziellen BN-Karpfenpartys.

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