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Samstag, 24.08.2019

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Kein Kaufrausch an Mariä Himmelfahrt in Herzogenaurach

Jedes Jahr stehen Sportschuh-Touristen bei Adidas und Puma vor verschlossenen Türen. - 16.08.2019 06:55 Uhr

Beim Puma-Outlet verweisen Aushänge die Kaufinteressenten nach Nürnberg. © Foto: Edgar Pfrogner


Nummernschilder aus ganz Deutschland und sogar Europa waren auf den Parkplätzen der Outlets vertreten. Schließlich ist es ein Leichtes, einen kurzen "Schlenker" von der Autobahn zu machen, um an die heißersehnten Sportaccessoires zu gelangen.

Der katholische Feiertag Mariä Himmelfahrt vereitelte jedoch sämtliche Kaufgelüste. Am Puma-Shop wies ein Aushang darauf hin, dass an diesem Tag lediglich das Puma-Outlet in Nürnberg geöffnet hat und beim Einkauf dort Prozente gewährt werden. Auch bei Adidas und bei Reebok wiesen Aushänge auf den Feiertag hin.

Nach Herzogenaurach gekommen waren zum Beispiel die Köhle-Zwillinge aus Bamberg, um sich mit Sport-utensilien eindecken zu können. Da in Erlangen kein Feiertag ist, waren sie der Überzeugung, dass auch in Herzogenaurach die Geschäfte geöffnet haben. Im Internet hatten sie keinen Hinweis auf die geschlossenen Outlets finden können. Sie trösteten sich damit, dass der Weg zu Ikea nach Fürth nicht weit ist – denn das war ein weiteres Ziel ihrer Fahrt.

Lange Gesichter vor dem Adidas-Outlet: In Herzogenaurach ist Mariä Himmelfahrt ein Feiertag. © Foto: Edgar Pfrogner


Auch ein Auto mit einem Niederländischen Kennzeichen hatte den Weg in die Aurachstadt vergeblich gemacht. Die Insassen waren noch unschlüssig, wie sie das aufgetretene Problem lösen wollten.

Die meisten Kaufinteressenten nahmen es jedoch gelassen. Viele fuhren wohl weiter nach Erlangen oder Nürnberg. Ein Besuch der Innenstadt von Herzogenaurach – zum Kaffeetrinken oder Eisessen, um auf diese Weise für etwas Geld in Herzogenauracher Geschäftskassen zu sorgen – kam aber für kaum jemanden in Frage.

Vielerorts wird gearbeitet

Vom Feiertag Mariä Himmelfahrt profitieren alljährlich nur die katholischen Gemeinden, zu denen auch Herzogenaurach zählt. Mariä Himmelfahrt ist zwar bayernweit ein Feiertag – wird jedoch nicht in allen Gemeinden des Freistaats auch zelebriert. Vor allem im protestantisch geprägten Franken muss vielerorts ganz normal gearbeitet werden.

Das Fest Mariä Himmelfahrt ist in Bayern in 1704 von insgesamt 2056 Gemeinden ein gesetzlicher Feiertag. In nur 352 Gemeinden dagegen müssen die Arbeitnehmer ran.

Der Feiertag richtet sich nach der Zahl katholischer Personen, die in einer Kommune ihren Hauptwohnsitz haben. Auf welche Städte und Gemeinden das zutrifft, hat das Bayerische Landesamt für Statistik bei der letzten Volkszählung im Jahr 2011 festgestellt.

In den meisten Gemeinden der evangelisch geprägten Regierungsbezirke Ober- und Mittelfranken ist Mariä Himmelfahrt kein Feiertag. Hier sind nur 46,3 (Oberfranken) und 18,1 Prozent (Mittelfranken) der Gemeinden überwiegend katholisch. In der Oberpfalz sind es 96 Prozent, in Schwaben 95,3 Prozent und in Unterfranken 87 Prozent.

Frei haben viele Großstädter: Die Geschäfte in München, Augsburg, Würzburg, Regensburg, Ingolstadt, Bamberg, Forchheim und Landshut bleiben am 15. August jedes Jahr geschlossen. Und eben auch in Herzogenaurach.

In Nürnberg, Fürth und Erlangen dagegen ist Mariä Himmelfahrt ein Werktag. Gearbeitet werden muss auch in Roth, Gunzenhausen, Ansbach, Rothenburg, Schwabach, Weißenburg und Bad Windsheim. Weitere Orte lassen sich auf www.statistik.bayern.de überprüfen.

  

wel/nn

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