Mittwoch, 26.02.2020

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Kommunalwahl 2020: Landratskandidatin Regina Enz im Portrait

Die Höchstadterin will im März Landrätin werden. Chancen rechnet sie sich durchaus aus. - 30.01.2020

Regina Enz spielt leidenschaftlich gerne Klavier. Auch beim Neujahrsempfang der Freien Wähler, der kürzlich in Höchstadt stattfand, trat sie als Musikerin auf. © Foto: Eduard Weigert


Und warum ist sie ihrer Meinung nach die ideale Landratskandidatin? Unter anderem deshalb, so sagt sie, weil sie aus der freien Wirtschaft komme. Die Wirtschaftsingenieurin ist bei einem Verpackungshersteller für das Qualitätsmanagement verantwortlich und bringe so ein unternehmerisches Denken mit, das "Alexander Tritthart oder Martina Stamm-Fibich nicht haben", wie sie sagt. Genau so ein Verständnis brauche es in diesen Zeiten der Wirtschaftsabkühlung aber.

Mit den Freien Wählern kam Enz, die im Alter von vier Jahren mit ihrer Familie aus Kasachstan nach Bayern zog und ihre Jugendjahre in Bad Abbach verbrachte, früh in Berührung: Ihr Vater engagierte sich bei der Gruppierung, gemeinsam trat die musikalische Familie bei Veranstaltungen der Freien Wähler auf – und dann erwachte auch das politische Interesse der jungen Frau, die Klavier, Akkordeon und Geige spielt.

Seit 2013 in Höchstadt

Sie wurde Mitglied, lernte bei den Freien Wählern ihren heutigen Mann Christian kennen, den früheren Landtagskandidaten, den sie im vergangenen Oktober standesamtlich heiratete. Durch ihn kam sie 2013 nach Höchstadt, das ihr mittlerweile so ans Herz gewachsen ist, dass sie hier in gut sechs Wochen für den Stadtrat kandidiert.

Dass sie auch als Landrätin kandidiert, kam für sie selbst überraschend: "Für mich war zwar schon klar, dass ich einmal für ein Amt kandidieren möchte, aber nicht, dass das so schnell passieren würde."

Die Kreistagsfraktion hatte sich vor einem knappen Jahr bei einer Klausur auf sie geeinigt, sie selbst erst nach der einstimmigen Entscheidung gefragt. "Ich habe nur kurz überlegt", erinnert sie sich. Die Kandidatur sei "ein Riesenglück und eine Ehre" – und sie habe schon als Kind Herausforderungen geliebt. Empfohlen habe sie sich, so Enz, durch ihr Engagement an der Basis, etwa bei Unterschriftensammlungen.

Eines ihrer Hauptthemen in ERH: das 1-Euro-Ticket. Bislang koste es über 12 Euro, von Höchstadt nach Erlangen und wieder zurück zu fahren, es sei also günstiger, das Auto zu nehmen.

"Wenn eine Fahrt aber nur noch 1 Euro kostet, lassen doch mal einige das Auto stehen und fahren mit dem Bus zur Arbeit", so Regina Enz. Damit würde man der Umwelt mehr nutzen als mit dem "Schnellschuss" CO2-Steuer.

Am Herzen liegt ihr auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Dafür müssten Baugebiete ausgewiesen werden – allerdings in Einklang mit der Natur. Die Flächen sollten zudem bestmöglich genutzt werden, und auch an Wohnungen zu bezahlbaren Preisen sollte gedacht werden.

Voranbringen will sie außerdem das Thema Müll/gelber Sack. Zurzeit werde nur darüber diskutiert, ob die verwendeten gelben Säcke zu dünn sind und zu leicht reißen. "Doch das Thema ist viel komplexer", sagt die 31-Jährige. So würden viele Menschen die Wertstoffe nicht richtig trennen. Um für Aufklärung zu sorgen, möchte sie ein entsprechendes Video veröffentlichen.

Einsetzen will sich die Höchstadterin zudem unter anderem für eine wohnortnahe medizinische Versorgung und einen Ausbau der Fahrradwege im Landkreis-Osten, etwa von Eckental und Kalchreuth nach Nürnberg.

Als eine Aufgabe des künftigen Kreistags sieht es Regina Enz, den Landkreis zu einer Einheit werden zu lassen. Schließlich würden sich der Landkreis-Westen und der Landkreis-Osten noch immer nicht als solche begreifen, was auch an der Art liege, wie politisch argumentiert werde. Darüber hinaus müssten die Bürger mehr "mitgenommen", Politik transparenter werden.

Für den Wahlkampf hat sie sich einen Anhänger gekauft, mit dem sie nun – vollgeladen mit Infomaterial – durch die Landkreiskommunen fahren wird. Sie rechnet sich übrigens durchaus Chancen aus, am Ende als Siegerin dazustehen. "Ich glaube nicht, dass Alexander Tritthart die absolute Mehrheit erreicht, und dann kommt es auf jeden Fall schon mal zur Stichwahl."

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