Samstag, 31.10.2020

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Kultkneipe in Höchstadt: Darum steht das Töpfla zum Verkauf

Wirtin Mirjam Wellein sucht einen Nachfolger für den Betrieb im preisgekrönt sanierten Fachwerkhaus. - 15.10.2020 13:34 Uhr

Das Fachwerk-Gebäude, in dem sich die Kultkneipe "Töpfla" befindet, ist ein Hingucker in der Höchstadter Hauptstraße.

© Filiz Mailhammer


Die Entscheidung sei nicht über Nacht gefallen, sagt Wirtin Mirjam Wellein, die über der Kneipe wohnt. Schon im Herbst 2019 – also vor Ausbruch der Pandemie – habe sie mit dem Gedanken gespielt, zu verkaufen. Mirjam Wellein hatte das Gebäude 2014 renoviert und die Kneipe wiedereröffnet. Für die Instandsetzung des Gasthauses ist sie mit der Denkmalschutzmedaille 2020 ausgezeichnet worden.

Als Ende Mai die Gastronomie den Betrieb unter strengen Auflagen erneut aufnehmen durfte, war noch nicht klar, ob die Schankwirtschaft die Auswirkungen des Lockdowns überstehen würde. Wellein, die viel Herzblut in die Kneipe gesteckt hatte, dachte damals über ein eventuelles Aus nach.

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Das "Töpfla" wird zum Schmuckstück

Seit zehn Monaten wird am "Töpfla“ in der Höchstadter Hauptstraße intensiv gearbeitet. Die Restaurierungsarbeiten gehen zügig voran. Schon im Spätsommer dieses Jahres könnte in dem historischen Gebäude und dem angrenzenden Biergarten der Schankbetrieb wieder beginnen


Doch nun läuft alles wieder gut, sagt sie. Die treuen Stamm- und Kartellgäste seien wieder da und Wellein habe eine harte Sechstagewoche. Zum Verkauf habe sie sich nicht wegen, sondern trotz Corona entschieden, das müsse sie ausdrücklich betonen. Denn auch mit ihrem super Team, das ihr auch mal eine Auszeit erlaube, könne sie einfach nicht abschalten.

Nicht mehr in der Öffentlichkeit stehen

"Man lernt sich im Leben besser kennen und es braucht Zeit bis man seine Bedürfnisse erkennt. Ich möchte wieder meinen Hobbys nachgehen können und mehr Zeit für meine Freunde haben. Das ist nicht so einfach, wenn man fast täglich um 17 Uhr in der Kneipe sein muss. Da geht viel Lebensenergie verloren", sagt die 54-Jährige, die nicht mehr in der Öffentlichkeit sein möchte. Ihre treue Stammkundschaft habe ihr die Entscheidung besonders schwer gemacht.

Viele Abende hat Wirtin Mirjam Wellein hier am Thresen im Töpfla verbracht. Jetzt braucht sie wieder mehr Zeit für sich.

© Filiz Mailhammer


Sie wünscht sich einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin, der auch mit Leib und Seele dabei ist und die Kneipe im Sinne der Kundschaft weiterführt.

Kaufpreis ist ein hoher sechsstelliger Betrag

Der Kaufpreis, ein hoher sechsstellige Betrag, sei sehr fair, meint Mirjam Wellein. Eigentlich sei das Gebäude mehr wert. "Mir ist wichtig, dass es in gute Hände kommt. Das Töpfla ist die einzige Kneipe mit einem so großen Einzugsgebiet. Meine Gäste kommen aus allen umliegenden Ortschaften. Der Neubesitzer bekommt ein top saniertes Gebäude mit Alleinstellungsmerkmal und kann sofort loslegen."

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Andrang ohne Ende: Der Weiberfasching im Töpfla

Einen solch starken Andrang hatte Töpflawirtin Mirjam Wellein nicht erwartet: Jede Nische in ihrer Gaststätte war brechend voll. Dass sie schon im Vorfeld viele Anfragen auch von außerhalb Höchstadts für ihre Veranstaltung bekam, machte sie zuversichtlich dass es kein Reinfall wird. Sehr schön wirkten die Kostüme, für ausgezeichnete Stimmung sorgte DJ JBL aus Herzogenaurach.


FILIZ MAILHAMMER

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