Donnerstag, 15.04.2021

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Kürbisse – die große Freude im Herbst

Für Günther Geyer aus Kieferndorf sind die großen Exemplare ein Hingucker, schön oder schmackhaft sind aber die Kleinen. - 23.10.2020 16:22 Uhr

Hingucker bei Landwirt Geyer in Kieferndorf: die Riesenkürbisse. Leichter verkaufen sich allerdings die kleineren Exemplare.

23.10.2020 © Foto: Matthias Kronau


Kürbis – eine Frucht mit vielen Möglichkeiten. "Einmal", so erzählt Günther Geyer, "hat ein Kunde einen Riesenkürbis bei mir gekauft." Das sind Apparate, die mehre Hundert Kilo schwer werden können. Also keine Zierkürbisse im herkömmlichen Sinn. "Aber auf alle Fälle ein Hingucker", lacht der Kieferndorfer.

Auch in einen Suppentopf passt so ein Oschi nicht. Was tun? "Der Kunde hat den Kürbis ausgehöhlt, sein Kind hineingehoben und ein Foto gemacht." Ein Halloween-Kürbis zum Reinsetzen also. Warum auch nicht?

Ein ruhiger Ort - abgesehen von der Autobahn

Der landwirtschaftliche Hof von Günther Geyer, auf dem derzeit eine bunte Palette an großen und kleinen Kürbissen liegt, ist in Kieferndorf zu finden. Der Höchstadter Ortsteil liegt in Hörweite der Autobahn A 3, die Ausfahrt Höchstadt-Ost ist nicht weit. Das Dorf liegt zwischen Wald und Weiher. Eine Stichstraße, die von der Landstraße zwischen Medbach und Zentbechhofen abzweigt, führt in die Siedlung, die nur ein paar Dutzend Einwohner hat. Abgesehen von der Autobahn also: ein ruhiger Ort.

Nur wenige Wanderer finden dorthin. Im Herbst gibt es aber doch verstärkt Menschen, die in Kieferndorf vorbeischauen. Kürbisfreunde wissen mittlerweile, dass es bei der Landwirtsfamilie Geyer ein breites, buntes Angebot der "Cucurbita", so der botanische Fachbegriff, gibt.

Kürbis im Maisfeld

"Mein Interesse an Kürbissen hat schon früh begonnen", erzählt Günther Geyer. "Als Kind war ich oft in den Maisfeldern unterwegs. Wenn ich da manchmal einen Kürbis gefunden habe, war ich happy." Über den ausgebrachten Mist auf den Äckern war dann offenbar ein Kürbiskern mit ins Maisfeld geraten. Der 53-Jährige weiß auch noch, dass Gesichter und Fratzen geschnitzt wurden. Allerdings nicht aus Kürbissen, sondern aus Futterrüben. Und schon gar nicht wegen Halloween, sondern halt einfach so, weil man das als Kinder gerne gemacht hat.

Mit Schnur und Löchla

Als erwachsener Landwirt blieb die Kürbiszucht lange nur eine Art Hobby. Bis etwa Mitte der 1990er Jahre, als die Köche den Kürbis entdeckten und Halloween zum Trend wurde. "Wir haben klein begonnen", erinnert sich Günther Geyer. Es waren vielleicht 100 Exemplare, die geerntet wurden. Jahr für Jahr wurden es dann mehr, und nach einer kleinen Delle baut Geyer nun Kürbisse auf rund einem Hektar an. In einem kleinen Gewächshaus treiben die Samen in "Töpfla" aus, dann werden die jungen Pflanzen "mit Schnur und Löchla" aufs Feld gebracht.

Kürbis-Vielfalt.

23.10.2020 © Foto: Matthias Kronau


Die Samen bezieht Geyer von einem Internethandel aus der Schweiz. "Anders geht es eigentlich nicht", erklärt er. Weil auf seinen Feldern verschiedene Kürbissorten relativ eng zusammenstehen, kommt es durch die Bienen zu Kreuzungen, sodass die Sortenreinheit dahin ist.

5 Euro pro Samen

Diese Reinheit ist aber bei Kürbissen wichtig, denn Zierkürbisse wie Bischofsmütze oder Schwanenhals sollen eben eine Zierde sein, die Speisekürbisse wie der Hokkaido oder der Butternut müssen einen guten Geschmack ohne viele Bitterstoffe entwickeln.

Die Riesenkürbisse, die auf dem Hof von Andrea und Günther Geyer zu bestaunen sind, bedürfen ohnehin besonderer Pflege auf dem Feld. "Und ein Samen allein kostet 5 Euro", so Günther Geyer.

Hauptstandbeine der Landwirtschaft bei den Geyers sind Mastfärsen (junge weibliche Rinder) sowie die Karpfenteichwirtschaft. Auch Brennholz wird verkauft. Die Kürbisse sind aber alle Jahre ein Zuerwerb und ein herbstliches Vergnügen auch für die Geyers.

MATTHIAS KRONAU

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