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Landrats-Kandidat Bachmayer will in Klimaschutz investieren

Der Grüne ist von Beruf Landschaftsgärtner. - 03.02.2020 17:26 Uhr

Seinen Garten hat er längst in einen Wohlfühlort verwandelt, nun möchte er das Landratsamt zu einem Treffpunkt machen, an dem die Bürger miteinander ins Gespräch kommen: Manfred Bachmayer von den Grünen. © Foto: Scott Johnston


Bereits nach drei Schritten sehnt sich der Gast danach, wieder Kind zu sein. Verwunschene Pfade unter den Ästen von Laub- und Nadelbäumen tun sich auf, hinter kräftig wuchernden Büschen spiegelt sich die matte Sonne in einem Teich, aufgeregtes Rascheln ist in einem Reisighaufen zu hören. Fühlt sich da ein Igel in seinem Winterschlaf gestört?

Wo sind die Kinder?

Bachmayer ist von Beruf Landschaftsgärtner und steht am liebsten bei der Gestaltung naturnaher Gärten mit Rat und Tat zur Seite. So hat er auch für sich selbst und seine Familie ein kleines Paradies geschaffen, in dem er zwischen den vielen politischen Diskussionen verschnaufen kann. Und wenn sich seine beiden Kinder, die sechsjährigen Zwillinge Anna und Michael, in dem Refugium verstecken, weiß der Papa genau, in welchen Unterschlupf er spitzen muss, um sie zu finden.

Dennoch: "Ein naturnaher Garten ist kein Wildwuchs", betont er. "Es kommt einfach darauf an, behutsam Hand anzulegen und dadurch Lebensräume für möglichst viele Tiere und Pflanzen zu schaffen."

Grün statt Beton

Auch bei der Kreispolitik ist ihm wichtig, dass mit der Umwelt schonend umgegangen wird. Um den Flächenverbrauch einzudämmen, könnten noch stärker bestehende Häuser und Flächen in den Orten genutzt werden. Beim Bauen fehlt ihm oft die Einbindung des Umfelds: "Würden die Bürger hier über die Möglichkeiten besser aufgeklärt, sind sie in der Regel für einen ökologischen Ansatz offen." Beim Neubau des Spardorfer Gymnasiums könne der Landkreis mit gutem Beispiel vorangehen.

Mit den Landwirten möchte er den Dialog suchen, um den Einsatz von Gülle zu reduzieren sowie Freiräume für die heimische Fauna und Flora wie Hecken oder Randstreifen an Bächen und Flüssen zu erhalten. Für den Klimaschutz lasse sich gleichfalls erheblich mehr tun, hebt der gebürtige Nürnberger hervor, der als Fünfjähriger mit seinen Eltern nach Eckental zog. Beim öffentlichen Nahverkehr sollte der Einsatz von Eilbussen intensiviert werden.

Zeitgemäß wäre seiner Ansicht nach auch die Verwirklichung des Ost-Astes der Stadt-Umland-Bahn, um einen Ringschluss mit der Gräfenbergbahn herzustellen. "Der ÖPNV muss vom Linienangebot, von der Taktung, den Preisen und der Tarifstruktur so attraktiv werden, dass ihn deutlich mehr Menschen gegenüber dem Auto vorziehen", stellt er heraus.

Den zügigen Ausbau des Radwegenetzes sieht der 53-Jährige hier als ideale Ergänzung. Um langwierige Grundstücksverhandlungen künftig zu vermeiden, sollten die gesetzlichen Vorgaben in diesem Bereich reformiert werden. Radschnellwege könnten viele Pendler dazu bewegen, auf zwei Rädern weniger zur Arbeit zu düsen und gleichzeitig auch etwas für ihre Gesundheit zu tun.

Das neue Landratsamt hält Bachmayer, der seit 1996 Kreisrat sowie seit 1998 Gemeinderat in Eckental ist und von 2002 bis 2014 Stellvertreter des damaligen Landrats Eberhard Irlinger war, für architektonisch gelungen, will aber als Grüner auch hier etwas mehr Grün in das Ambiente bringen: "Ich stelle mir das Gebäude als Wohlfühlort vor, zu dem die Leute gerne hingehen und wo sie beispielsweise in einem Café oder bei Kunstausstellungen auch untereinander ins Gespräch kommen."

Gestalten statt verwalten

Selbstverständlich ist es für Manfred Bachmayer, sich gewissenhaft um Pflichtaufgaben wie das Kreiskrankenhaus in Höchstadt, den Straßenunterhalt, die Müllentsorgung, die Schulen und die Unterstützung der Familien zu kümmern. Insgesamt werde ihm freilich momentan zu sehr verwaltet und zu wenig gestaltet: "In dieser Hinsicht sollten wir unbedingt einen Zahn zulegen."

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