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Donnerstag, 19.09.2019

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Medwork Triathlon: Felix Hentschel lässt die Kühle kalt

Der 31-Jährige wiederholt in Höchstadt seinen Vorjahressieg, Angela Kühnlein gewinnt bei den Damen - 08.09.2019 19:32 Uhr

Völlig erschlagen: Lukas Deeg vom ATS Kulmbach hatte alles gegeben, im Ziel brauchte der 32. über die Olympische Distanz ein Päuschen auf dem grünen Teppich.


Aber damals, sagt der Profi, der für das Höchstadter Team von Fahrrad Dresel antritt, war das Wetter wesentlich wärmer gewesen. Gestern forderte schon das 20 Grad kühle Wasser des Höchstadter Freibads Neopren-Anzüge und Härte für die 1500 Meter Schwimmdistanz.

Beim Laufen "aufgewärmt"

Und nach den 30 Bahnen war es 40 Kilometer lang ausgesprochen kühl auf dem Fahrrad. Jedenfalls freute sich Angela Lindberg, vielen Triathlon-Fans noch als Angela Kühnlein bekannt, während ihres ganzen Rennens auf die zehn Kilometer Laufstrecke: "Ich wusste, da wird mir wieder warm." An der schnellsten Frauen-Zeit vo 2:15:18 Stunden und am gelungenen Medwork-Comeback nach der Baby-Pause hat dies die Siegerin nicht gehindert, hatte sie doch schon vor dem Start ganz andere Härten zu meistern: Das 14 Monate alte Töchterchen bekommt Zähne und hatte die Mutter kaum zwei Stunden schlafen lassen.

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Schwimmen, Radfahren und Laufen: Der Medwork-Triathlon in Höchstadt

Zum achten Mal in Folge beging Höchstadt mit dem Medwork-Triathlon eines der sportlichen Highlights des Jahres. Hier gehen nicht nur Profis an den Start: Auf der Kurzdistanz und dem Jedermann-Rennen (0,4/20/5 km und 1,5/40/10 km) starteten am Sonntag über 500 Sportler - Männer und Frauen aller Altersgruppen, Laufsport-/Triathlon-Vereine, Firmengruppen, sportliche Einsteiger genauso wie ambitionierte Leistungssportler.


"Ich wollte hart schwimmen und hart radfahren", hat Männer-Sieger Hentschel seine Taktik geschildert. Sie ging auf, doch mindestens im Wasser musste er dafür besondere Härte zeigen. Mitfavorit Chris Dehls aus Bamberg überließ ihm nämlich auf der gemeinsamen Bahn die Führungsarbeit und heftete sich energiesparend an Hentschels Fersen. 20 Prozent Kraft spart man im "Schwimmschatten", wissen die Experten.

So trabten beide nach 20:54 bzw 20:57 Minuten ziemlich gleichauf in die Wechselzone. Freilich saßen andere da schon im Sattel. Mit starken 18:57 Minuten war Felix Reithmeir schnellster Mann auf der Schwimmstrecke, gefolgt von Kilian Bauer (19:39).

Zwischen Etzelskirchen, Saltendorf, Aisch, Kieferndorf und Medbach wurde das Favoritenduo gesprengt. An Dehls‘ Rennrad riss die Kette, der Athlet musste schon in der ersten von zwei 20-Kilometer-Runden aufgeben.

Hentschel fuhr auf den bis Kilometer zehn führenden Kilian Bauer auf, der lange mithielt, doch auf der zweiten Fahrrad-Runde am kernigen Saltendorfer Berg abreißen lassen musste. Bauer, Sieger des diesjährigen Kitzingen-Triathlons, finishte als Zweiter nach 1:56:17 Stunden.

Plan ging auf

Hentschels Plan war also gut aufgegangen. Auch der laufstarke Forchheimer Michael Dorn, vor zwei Wochen noch Sieger in Egloffstein, hatte Hentschel nichts entgegenzusetzen, verlor auf den vier je zweieinhalb Kilometer langen Runden mehr und mehr an Boden. und finishte schließlich nach 2:06:02 Stunden als Siebter.

Angela Lindberg distanzierte ihre Konkurrentinnen klar, ließ vor allem auf der Laufstrecke keinen Zweifel an ihrer Überlegenheit. Hanna Yelin, die Zweitplatzierte aus Erlangen, hatte fast acht Minuten Rückstand.

Bei den Jedermännern hat der Lokalmatador Johannes Bader (ESC Höchstadt) als Dritter das Podest erklommen. Mit 57:49 Minuten musste er über 400 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen nur Sieger Peter Kösters (TV 48 Erlangen, 55:22) und Niki Abel (TSV Altenfurt, 57:34) ziehen lassen. Die Sprintdistanz bei den Frauen meisterte Clara-Maria Bader aus Nürnberg in 1:05:10 Stunden am schnellsten, vor Sanra Janorschke vom Baiersdorfer Radteam Herrmann und Viktoria Engler.

Zeiten und Plätze sind das Eine. Eiserne Ausdauer-Cracks wie der 75-jährige Nestor des Rennens, Roland Gebert vom ASV Cham oder Gerhard Müller, der seinen 400. Triathlon bestritt, oder Wilfried "Winni" Zerrahn, Seriensieger bei den 65-Jährigen, auch. Doch den Medwork Triathlon rund um das Höchstadter Freibad machen auch die vielen Staffel-Teams und Freizeitsportler aus. Immerhin starteten 429 Männer und Frauen in den Einzeln, von denen 414 auch ins Ziel kamen.

20 Jedermann-Staffeln und 29 Dreierteams, die sich die olympischen Distanzen teilten, vervollständigten das Feld. Eine hat ihre Motivation zum Teamnamen gemacht: "Hauptsache dabei". René Lennert, Jörg Hutterer und Christian Krauß wollten bei ihrer Triathlon-Premiere eigentlich nur Spaß haben und, sagte Lennert, "den letzten Platz eisern verteidigen". Dies ist ihnen nicht gelungen: Sie wurden 27. von 29. Aber: Hauptsache dabei.

Eine Bildergalerie finden Sie auf ww&w.nordbayern.de 

RAINER GROH

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