Freitag, 03.04.2020

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Mehr Nahwärme für Adelsdorf

Bürger diskutieren Ausweitung des gemeindlichen Netzes und orientieren sich am Beispiel Mühlhausen. - 11.12.2019 12:00 Uhr

Bürgermeister Karsten Fischkal (l.) im Gespräch mit Max Riedl, Gründungsberater beim Genossenschaftsverband Bayern und Gerhard Kreß (r.).


Fischkal lud zu diesem Diskurs auch Max Riedl, Gründungsberater beim Genossenschaftsverband Bayern, ein, aber auch mit Gerhard Kreß einen "Mann der ersten Stunde", der in Mühlhausen das dortige Nahwärmenetz angestoßen hatte und Vorsitzender der gegründeten "Bioenergie" e.G. ist. In Mühlhausen werde die Heizzentrale allerdings nicht nur mit Hackschnitzeln befeuert, so wie dies derzeit im bestehenden Heizkraftwerk in Adelsdorf ist, sondern auch mit Bioenergie von einer nahen Biogasanlage und (für den Bedarfsfall) mit Öl. Für das Oberdorf bedeute Nahwärme die ökologische Bereitstellung von Energie, Umweltschutz durch regenerative Rohstoffe, Unabhängigkeit von großen Energiekonzernen, und letztlich bleibe die Wertschöpfung in der Region, meinte der Bürgermeister.

Sowieso wisse man ja noch nicht genau, was auf die Häuslebesitzer in Sachen Ölheizung zukomme. In Mühlhausen, erläuterte Kreß, habe man das Nahwärmenetz im Zuge der Dorferneuerung angegangen; 60 Haushalte schlossen sich 2012 an diese Wärmeleitung an, heute sind es 119 Häuser. Die Gemeinde habe sich nach relativ kurzer Anlaufphase aus diesem Projekt verabschiedet und die weitere Betreuung, Finanzierung, Abrechnung und andere administrative Arbeiten in die Hände der gegründeten Bürger-Genossenschaft gegeben. "Wir haben in sieben Jahren etwa 2,8 Millionen Liter Öl und 9000 Tonnen CO2 gespart", betonte Kreß. Unter dem Strich berechne man für eine Kilowattstunde 11,5 Cent.

"Ein Selbstläufer"

Gerhard Kreß führte hier ein Beispiel mit seinem Wohnhaus mit 160 Quadratmetern Wohnfläche auf. Bei einem Verbrauch von maximal 40 000 Kilowatt spare er im Vergleich zur Ölheizung zwischen 200 und 600 Euro. Übrigens, Werbung musste man in Mühlhausen für dieses Projekt nicht machen – "das war von Anfang an ein Selbstläufer".

Bei der Veranstaltung fanden sich letztlich 14 Leute, die ihre Bereitschaft signalisierten, bei dem Projekt Nahwärme für Adelsdorf maßgeblich mitzuwirken. Der Bürgermeister: "Wir sind in dieser Sache jetzt einen großen Schritt weiter". Im Januar werde er die Beteiligten zu Sondierungsgesprächen einladen.

NIKO SPÖRLEIN

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