Mehr Sicherheit für Radler an der A3 in Mühlhausen

2.5.2021, 12:00 Uhr
Diese Brücke über die Staatsstraße bei Mühlhausen wird im Zuge des A 3-Ausbaus erneuert. Darunter soll ein Radweg gebaut werden.

Diese Brücke über die Staatsstraße bei Mühlhausen wird im Zuge des A 3-Ausbaus erneuert. Darunter soll ein Radweg gebaut werden. © Foto: Karl-Heinz Panzer

Ein Badestrand am flachen Wasser, mit Liegewiese sowie spielerischen und pädagogischen Elementen – die Pläne für das Projekt "Wasser erLeben" an der Höchstadter Straße in Mühlhausen liegen schon einige Jahre in der Schublade. Jetzt plötzlich sah sich der Gemeinderat vor die Entscheidung gestellt, ob er mit dem Vorhaben Ernst machen will.

Die Antragsfrist für die einschlägigen Fördergelder aus dem europäischen Meeres- und Fischereifonds laufe nämlich Ende des Jahres ab, führte Walter Jakob (CSU) dem Ratskollegium den Zeitdruck vor Augen. Man brauche zunächst eine Grundsatzentscheidung, ob das Projekt unmittelbar vor dem Durchfluss der Straßenbrücke überhaupt noch weiterverfolgt werden solle, machte der dritte Bürgermeister deutlich. Eile sei geboten, weil es noch einiges abzustimmen gebe, insbesondere im Zusammenhang mit dem gemeindlichen Gewässerentwicklungskonzept und dem Hochwasserschutz.

Die ins Auge gefasste Fläche liegt am Triebwerkskanal, dem von der Reichen Ebrach abgezweigten Zufluss zur Mühle. Genauer in dem Bereich vom Ausfluss aus der Mühle bis hin zu der Stelle, wo er wieder in die Reiche Ebrach fließt.

Große Erdbewegungen

Für die Realisierung des Freizeit- und Naherholungsprojektes müssten Tausende Kubikmeter Boden bewegt werden, erläuterte Alexander Schüpferling (FW), der als zweiter Bürgermeister in Vertretung des verhinderten Rathauschefs Klaus Faatz die Sitzung am Dienstagabend leitete. Das Bachbett würde verlegt und flacher gestaltet. Aus dem Wasserwirtschaftsamt hat Jakob vernommen, dass mit der Maßnahme Hochwassergefahren entschärft werden könnten.

Die entscheidende Frage, nicht nur für den dritten Bürgermeister: "Können wir uns das leisten?" Sicher nicht in der Form eines vorliegenden Entwurfs mit einem Kostenvolumen von knapp 300 000 Euro, war man sich einig. Auch nicht, wenn es dazu bis zu 70 Prozent Zuschüsse geben würde.

Nach langer Diskussion setzte der Gemeinderat ein Kostenlimit: Wenn der eigene Anteil für die Kommune nicht höher als 70 000 Euro läge, könne man an "Wasser erLeben" festhalten. Für die Planerin Kathrin Nißlein gilt es nun auszuloten, ob ein Abspecken in diesem Umfang zu machen wäre. Der Gemeinderat stützt seine Hoffnung auf eine schlankere Planvariante, bei der man mit rund 200 000 Euro Gesamtkosten auskommen könnte.

Grundsatzfrage: ja oder nein

Unter Zugzwang sahen sich die Bürgervertreter auch in der Frage nach einem Fahrradweg längs der Staatsstraße in Richtung Höchstadt. Auch hier ging es um die Grundsatzfrage ja oder nein. Auf eine schnelle Antwortet wartet laut Schüpferling die ARGE A 3, die derzeit die Autobahn dreispurig ausbaut. In diesem Zug wird die Staatsstraßenbrücke erneuert, unter der auch der Radweg untergebracht werden müsste. Wenn sich der Markt Mühlhausen jetzt auf die Zweiradtrasse festlegt, kann dies schon jetzt in die Planung für den Brückenbau einbezogen werden, erläuterte Alexander Schüpferling.

Das überzeugte am Ratstisch. Von der Stadt Höchstadt haben die Mühlhausener das Signal bekommen, dass sie die Verbindung in ihrem Zuständigkeitsbereich fortführt. Der Radweg steht schon länger auf der Wunschliste der Kommunalpolitik auch über Höchstadt und Mühlhausen hinaus. Harald Scheidig (CSU) unterstrich in der Debatte, dass die Pedalritter im Bereich der Autobahnauffahrt mitunter "lebensgefährlichen Situationen" ausgesetzt seien. Wie zu hören war, würde der bis Schirnsdorf bereits vorhandene Radweg fortgesetzt, um Fahrbahnquerungen zu vermeiden, ebenfalls auf der westlichen Straßenseite.

Wenn er bis 2023 fertiggestellt ist, gibt es laut Schüpferling 75 bis 80 Prozent Zuschuss. Hoffnung auf mehr könnte der "Nationale Radverkehrsplan" machen, den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am gleichen Tag vorgestellt hatte. Darin sind massive Investitionen in den Radwegebau enthalten.

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