Geschwindigkeitsbegrenzung

Mehr Tempo-30-Zonen in Höchstadt?

13.10.2021, 10:07 Uhr
Tempo 30 (Symbolbild).

 

Tempo 30 (Symbolbild).   © imago images/Stefan Zeitz, NN

Für den Kieferndorfer Weg hat sich das Gremium auf eine Übergangslösung geeinigt. Im April schien die Sache geklärt: Der Stadtratsausschuss, der sich neben dem Verkehr auch um die Belange von Umwelt, Natur, Landwirtschaft und Forsten kümmert, beschloss Tempo 30 für den Kieferndorfer Weg. Allerdings sollte die viel genutzte Verbindung zum Schwimmbad und zu den Einkaufsmärkten ihren Charakter als Vorfahrtsstraße behalten.

Eine Lösung, so weiß man inzwischen, die einen beträchtlichen Schilderwald erforderlich gemacht hätte. Der Grund: Die anliegenden Wohngebiete liegen in einer Tempo-30-Zone, was heißt, dass dort flächendeckend die Rechts-vor-Links Vorfahrtsregelung gilt. An jeder Einmündung zum Kieferndorfer Weg müsste folglich mit Verkehrsschildern darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Zone – je nach Fahrtrichtung – endet beziehungsweise beginnt. Fast 30 Verkehrsschilder würden gebraucht, so wurde eruiert. Grund genug, die Sache zu überdenken, fand man im Rathaus.

Polizei ist wenig begeistert

Unter anderem stand die Überlegung im Raum, den Kieferndorfer Weg einfach in die 30er Zone zu integrieren. Die zu Rate gezogene Polizei hielt davon erkennbar wenig. In ihrer Stellungnahme riet die Behörde dazu, „ein leistungsfähiges, auch den Bedürfnissen des OPNV und des Wirtschaftsverkehrs entsprechenden Vorfahrtstraßennetz sicherzustellen“. Tempo-30-Zonen „kommen nur dort in Betracht, wo der Durchgangsverkehr von geringer Bedeutung ist“, heißt es weiter.

Eine Einschätzung, der sich die Mehrheit im Ausschuss anschloss. Allerdings ist der Kieferndorfer Weg dem Vernehmen nach an einzelnen Stellen dringend reparaturbedürftig. Bis zu einer (noch nicht terminierten) Sanierung soll dort 30 km/h als Höchstgeschwindigkeit verordnet werden.

Nicht als Unfallschwerpunkt in Erscheinung getreten

Auch für Teile der Rothenburger Straße gab es die Überlegung wegen eines Tempolimits. Konkret ging es um einen Abschnitt an der Einfahrt zum Kaufland bis hin zu dem Fußgängerüberweg weiter westlich. Nicht weit davon weg sind Schulen, ein Wohngebiet und eine Wertstoffsammelstelle. Dieser Bereich sei noch nicht als Unfallschwerpunkt in Erscheinung getreten, gab Andreas Hänjes (SPD) zu bedenken. Es handele sich um eine „echte, gut ausgebaute und übersichtliche Vorfahrtstraße“, führte das Ausschussmitglied aus.

Die Mehrheit sah es ähnlich und votierte für die Beibehaltung des Status Quo. Hier darf also weiterhin bis zu 50 km/h gefahren werden. Möglicherweise ist die Gültigkeit beider Beschlüsse ohnehin zeitlich begrenzt. Günter Schulz (JL) erinnerte daran, dass bundesweit über eine generelle Geschwindigkeitsregelung im innerörtlichen Verkehr nachgedacht werde.

Der Zweite Bürgermeister riet dazu, sich vor eventuellen „Schnellschüssen“ beim Verkehrsministerium über den Diskussionsstand zu erkundigen.

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