Sonntag, 08.12.2019

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Mit Downsyndrom seit zehn Jahren im Job

Gabriele Meier hat Trisomie 21 und arbeitet im BRK-Seniorenheim - 14.11.2019 06:00 Uhr

Der Kontakt mit Menschen macht Gabriele Meier (r.) am meisten Freude. Bei den Seniorinnen und Senioren im Heim Wohnen und Leben Etzelskirchen ist die junge Frau äußerst beliebt.


 Betritt man das Café Ezzilo im Seniorenheim BRK Wohnen und Leben in Etzelskirchen, so trifft man dort eine vielbeschäftigte junge Frau an. Tische eindecken, Brötchen schneiden, Getränke einschenken – das sind nur einige Aufgaben von Gabriele Meier. Sie hat Trisomie 21 und arbeitet seit nunmehr zehn Jahren im Servicebereich der Senioreneinrichtung.

Nach Beendigung ihrer Schullaufbahn an der Wilhelm-Pfeffer-Schule in Herzogenaurach startete Meier vor gut zehn Jahren als Beschäftigte in der Benedikt-Menni-Werkstatt der Barmherzigen Brüder Gremsdorf. Von vornherein war für die junge Frau jedoch klar: Sie will nicht in der Produktion arbeiten, sondern sie will "raus". Denn der Kontakt mit Menschen macht ihr am meisten Freude.

Klarer Entschluss

Nach einem Praktikum im Seniorenheim war für sie schnell klar: "Das will ich machen!" So kam sie zu ihrem "Außenarbeitsplatz" bei BRK Wohnen und Leben in Etzelskirchen. Sie war damals eine der ersten Beschäftigten der Benedikt-Menni-Werkstatt, die außerhalb der Kerneinrichtung in einem externen Betrieb arbeitete. Begleitet wird Gabriele Meier dabei seit Beginn ihrer Tätigkeit von Lutz Tamaschke, Inklusionscoach bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf. Eine enge Zusammenarbeit findet mit Christiane Vallazza statt. Sie ist als Teamleiterin des Servicebereichs und vor Ort im Seniorenheim für Meier zuständig.

Positiv entwickelt

Vallazza und Tamaschke bestätigen die positive Entwicklung Meiers in den vergangenen zehn Jahren. So arbeitet die 29-Jährige inzwischen im Zwei-Schicht-System, etwa einmal im Monat auch am Wochenende. Tamaschke kommt einmal pro Woche in die Senioreneinrichtung, um bei Fragen, Konflikten oder Gesprächsbedarf individuelle Unterstützung zu geben.

Um mit den "Eigenheiten" aufgrund der Behinderung gut umgehen zu können, seien Geduld, Zuwendung und Professionalität seitens ihrer Vorgesetzten und Kollegen erforderlich, so Tamaschke. Dies seien auch die Garanten für die nächsten zehn Jahre.

Auch die Leiterin der Senioreneinrichtung, Oktavia-Sorina Mercan, gratulierte ganz herzlich zum zehnjährigen Jubiläum. Sie beschreibt Meier als "sehr fleißige, rundum akzeptierte und vor allem bei den Bewohnern sehr beliebte" Beschäftigte.

Gabriele Meier wohnt in Hemhofen und fährt meist mit dem Bus zur Arbeit. Ihre Freizeit verbringt die 29-Jährige gerne mit ihren Nichten und Neffen, vor allem mit ihrem Patenkind Samuel. Begeistert erzählt sie von ihrer "großen Leidenschaft, Marathon zu laufen", wofür sie bis zu vier Mal pro Woche trainiert, um an Wettkämpfen erfolgreich teilnehmen zu können.

ANNA KRUG

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