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Dienstag, 01.12.2020

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Motivationsschub für Gymnasiasten

Extremsportler und Musikerlegende Joey Kelly zu Gast in Höchstadt - 25.11.2015 14:00 Uhr

„No limits“ – unter diesem Titel stand der Abend mit Joey Kelly, der über seine Entwicklung vom Musiker zum Extremsportler berichtete.

24.11.2015 © Enz


Hört man den Namen Joey Kelly, so denkt man unweigerlich an die Kelly-Family. Jene hippieähnliche Straßenmusikerfamilie, die in den 1990er Jahren alle europäischen Charts stürmte und über 20 Millionen Tonträger verkaufte. Zumindest auf den ersten Blick hatte all das mit dem Themen-Abend „No limits“ in der Höchstadter Aischtalhalle nichts zu tun. Dies betonten auch Schulleiter Bernd Lohneiß und die Elternbeiratsvorsitzende Ute Schwarm, die gemeinsam die Begrüßung gestalteten. Sie verwiesen auf neun Wüstenläufe, acht in einem Jahr absolvierte Iron-Mans sowie eine Wanderung zum Südpol. Lohneiß und Schwarm skizzierten so das Bild eines Extremsportlers, das so gar nichts gemein zu haben schien mit dem smarten Musikidol aus Jugendtagen.

Doch Joey Kelly hatte für die gut 700 Zuschauer tief im Familienarchiv gewühlt. Zum Einstieg präsentierte Heim-Video-Sequenzen aus den späten 1970ern. Er zeigte eine Kelly-Family die vor Obdachlosen spielte, nicht vor 50 000 Fans an der Loreley. „Obdachlose sind beeindruckende Menschen. Häufig waren sie im Leben zuvor sehr erfolgreich – aber haben irgendwann aufgehört zu kämpfen“, erzählte Kelly. Er selbst sei in dieser Zeit bei Straßenkonzerten mit dem Hut herumgeschickt worden – der häufig leer blieb. „Was glauben sie, warum wir das damals trotzdem gemacht haben?“ fragte er das Publikum. „Weil wir daran geglaubt haben, eines Tages Erfolg zu haben“. Allerdings, so schrieb Kelly Schülern, Eltern und Lehrern am Montagabend ins Stammbuch, stelle sich dauerhafter Erfolg nicht von heute auf morgen ein. „Ist Glück Zufall? Nein, Glück ist kein Zufall – aber man muss kämpfen. Und es lohnt sich immer zu kämpfen“.

Eine Erfahrung, die Joey Kelly auch im Sport machen musste. Seine Schwester Patricia hatte ihn auf die Idee gebracht, an einem Triathlon teilzunehmen. „Ich war jede Woche in der Bravo, ich war ein super Typ. Es war klar, ich gewinne – auch ohne Training“. Doch bereits nach wenigen Metern musste er zurückschwimmen, von den Kräften verlassen. Sein Ehrgeiz war damit geweckt. Fortan trainierte der damals noch als Sänger und Gitarrist aktive Kelly.

Vertrauen ins Team

Also alles nur ein Frage von Motivation und Disziplin? Nicht ganz, sagt Joey Kelly und unterstreicht die Bedeutung eines Teams. „Mein Vater Dan hat uns streng erzogen. Immer nach dem Prinzip, man müsse mehr geben als man nimmt“. Wenn man weiß, dass man nicht alleine gelassen wird, so Kelly, dann ist alles möglich. Beispielsweise auch eine Wanderung zum Südpol. Unter der Führung des ZDF-Moderators Markus Lanz hatte sich Kelly 2010 auf den Spuren von Amundsen und Scott in die Antarktis begeben.

Auch Abseits sportlicher Herausforderungen ist der Kelly-Spross heute wie damals ein gefragter Mann. Daneben zeigt Joey Kelly immer auch Einsatz für Menschen, denen es schlechter geht. Mit verschiedenen Spendenprojekten hat Kelly in den letzten 20 Jahren über 140 Millionen Euro gesammelt. So auch in Höchstadt, wo er den Vermögensberater Joachim Völker für eine Spende an das Gymnasium gewinnen konnte. Dass mit dem Geld etwas sportliches passieren muss, war Schulleiter Bernd Lohneiß dabei sofort klar. „Mit den 3000 Euro werden wir im westlichen Schulhof eine weitere Tischtennis-Platte anschaffen. Diese bringt nicht nur in der Pause Freude und Bewegung“. Dies dürfte ganz im Sinne Joey Kellys sein.

CHRISTIAN ENZ

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