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Mühlhausen lädt zum "Rundweg der erneuerbaren Energien"

Nachhaltigkeitsserie: Im Ebrachgrund lassen sich Informationen zu regenerativen Energien erwandern - 01.01.2021 06:00 Uhr

Wie eine PV-Anlage aussieht, weiß man natürlich mittlerweile. Doch die Tafeln liefern zusätzlich interessante Informationen.

29.12.2020 © Foto: Matthias Kronau


Was gibt es nicht alles für schöne Wanderwege im Landkreis: Der Main-Donau-Wanderweg lädt ein, der Marienweg auch, oder der Karpfenweiherweg.

Man kann auch nach Mühlhausen in den Ebrachgrund fahren. Dort gibt es einen Bibelweg und einen Kulturwanderweg. Aber auch eine leichte Fünf-Kilometer-Tour, die nachhaltig zum Denken anregt: den "Rundweg der erneuerbaren Energien" in Mühlhausen.

Selbstbewusste Präsentation

Offiziell ist dieser Weg 2015 eingeweiht worden. In Mühlhausen war man seinerzeit zu der Überzeugung gelangt, dass man durchaus offensiv präsentieren könnte, was sich über die Jahre in privater und kommunaler Initiative entwickelt hatte.

Bilderstrecke zum Thema

Der Rundweg der Erneuerbaren Energien in Mühlhausen

Er ist etwa fünf Kilometer lang, führt durch Siedlungsgebiet, Gewerbegebiet, Dorf und Flur und bildet ungemein: der Rundweg der Erneuerbaren Energien in Mühlhausen.


Startpunkt und Infopunkt 1 (E-Bike-Ladepunkt) des Rundkurses ist der Marktplatz. Entlang der Strecke, die durch Wohn- und Gewerbegebiet, den Ortsteil Simmersdorf und landwirtschaftliche Flur führt, passiert der Wanderer eine Reihe von Stationen:

∙ die alte Dorfmühle von 1008, die zur Stromgewinnung genutzt wird

∙ ein Biomasseheizwerk für ein rund 7 Kilometer langes Nahwärmenetz, ein Hackschnitzellager und eine Photovoltaikanlage.

∙ eine Wasserkraftanlage (Neumühle am Albach) und eine Biogasanlage

∙ auf der Anhöhe in der Nähe des Weidlesbergs eröffnet sich der Blick auf vier Energieprojekte: Ölmühle, Biomasse Energiewald und Miscanthus sowie Windräder.

∙ die Mühlhausener Schule, auf der PV-Elemente platziert sind.

Das Ganze ergibt eine spannende Kurz-Bildungstour in Sachen kleinräumiger Energieprojekte. Fünf Jahre alt ist der Weg. Was hat sich seither getan?

Neue Pkw-Ladesäulen

"Schon 2015 wollten wir neben den E-Bike-Ladesäulen auch etwas für E-Autos anbieten", sagt Bürgermeister Klaus Faatz. Vor fünf Jahren sei das noch an verschiedenen Aspekten gescheitert, doch Anfang 2020 endlich konnten zwei E-Lade-Parkflächen (Typ2-Steckdosen mit je 22 Kilowatt (kW) eingeweiht werden.

Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten prüft Mühlhausen nun auch, ob sich die Anschaffung eines E-Autos lohnt, in Verbindung mit einer PV-Anlage, die auf dem Bauhofdach gebaut werden würde. "Wir müssen da aber genau rechnen, ob das finanziell vertretbar ist", so Faatz. Ebenfalls in Mühlhausen im Gespräch: ein Bürgerenergiepark mit Kombination aus PV-Feld und Windrad.

Es könnte also sein, dass mittelfristig noch einige Infotafeln zum Energie-Rundweg ergänzt werden müssen. Allerdings soll im nächsten Jahr, zeitgleich mit der Bundestagswahl, zunächst in einem Bürgerentscheid über den Bürgerenergiepark entschieden werden.

Vielleicht ein Stückchen weiter

Die Frage, wie nachhaltig Mühlhausen insgesamt ist, beantwortet Bürgermeister Faatz vorsichtig: "Ich denke, man kann sagen, dass Mühlhausen bei der Nachhaltigkeit der Energieversorgung vielleicht ein Stückchen weiter ist als manche andere." Insgesamt sei das Thema Nachhaltigkeit aber natürlich sehr viel breiter.

Und schwierig zu diskutieren. Mühlhausen hat immer noch ein weiteres Gewerbegebiet auf der Wunschliste. Wäre das nun Flächenfraß? Oder der sinnvolle Versuch, Arbeitsplätze in der Region zu schaffen, weil beim großen Automobilzulieferer in der Umgebung Entlassungen drohen?

Idee eines Gemeindeentwicklungskonzeptes

Klaus Faatz könnte sich vorstellen, dass in diesem Zusammenhang die Erstellung eines Gemeindeentwicklungskonzeptes sinnvoll wäre. Aber alleine will er über solch langfristige Themensetzungen nicht entscheiden. "Wir haben ja seit einigen Monaten einen neuen Gemeinderat." Der werde in der kommunalpolitischen Diskussion seine Schwerpunkte zu setzen wissen.

 

mk EIN KOMMENTARVON MATTHIAS KRONAU

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