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Müll und Hundekot stinken Hauptstraßen-Anliegern

Anwohner und Geschäftsleute in Höchstadt klagen über Verunreinigungen - 27.02.2017 06:00 Uhr

Blumenkübel sollen dekorative Akzente in der Hauptstraße setzen. Immer wieder werden sie aber als Aschenbecher missbraucht. © Silvia Schulte


Irene Häusler stinkt es – im wahrsten Sinn des Wortes. Als Hauptstraßen-Anwohnerin hat die dritte Bürgermeisterin der Stadt das Problem täglich vor der Nase. Die Hinterlassenschaften von Hunden liegen auf dem neuen Pflaster, daneben Zigarettenkippen, die aber auch gerne in Blumenkübeln ausgedrückt und liegengelassen werden, wie ein flüchtiger Blick bestätigt. Kurzum: In der frisch renovierten guten Stube der Stadt sieht es nicht gerade aufgeräumt aus. Fehlt es den Bürgern an Ordnungssinn und Verantwortungsbewusstsein?

"Es ist eine Katastrophe mit den Hunden", macht auch Stadtrat Josef Beßler in der jüngsten Verkehrsausschusssitzung seinem Ärger Luft. Nicht die Hunde, sondern die Halter sind natürlich gemeint, die es offenbar nicht stört, wenn ihr Vierbeiner sein Geschäft direkt vor einem Geschäft verrichtet oder das Bein an einer Hausecke hebt. "Das sieht nicht nur eklig aus, sondern macht auf Dauer den Putz kaputt", klagt Irene Häusler.

Die "Tretminen" auf Gehsteigen sind kein Kavaliersdelikt, sondern ein echtes Ärgernis, das durchaus zum Gesundheitsrisiko werden kann. Nicht ohne Grund darf die Stadt deshalb saftige Bußgelder verhängen, wenn Hundehalter die Hinterlassenschaften ihres Tieres nicht beseitigen. Bis zu 1000 Euro sind theoretisch dafür fällig, sagt Bürgermeister Gerald Brehm. Zur Anwendung gekommen sei diese "Höchststrafe" bisher allerdings noch nicht.

Stattdessen diskutierte der Verkehrsausschuss darüber, ob in der Innenstadt sogenannte Hundetoiletten aufgestellt werden sollen. Das sind Abfallbehälter mit integriertem Kotbeutelspender, wie es sie bereits an den Aischwiesen und im Engelgarten sowie an vielen anderen "Hundespazierstrecken" im Stadtgebiet gibt. Man wolle versuchsweise eine Hundetoilette Am Graben aufstellen, erläutert Brehm im Verkehrsausschuss. "Aber keineswegs überall." Schließlich sollte es für Hundehalter selbstverständlich sein, eigene Tüten zum Gassigang mitzunehmen. Außerdem haben die öffentlich aufgestellten Behälter ihren Preis: Einer kostet immerhin 249 Euro, die Mehrwertsteuer kommt noch dazu.

Was das Abfall- und Zigarettenkippenproblem betrifft, so ist Abhilfe in Sicht. In Kürze werden sieben Abfallbehälter in der Hauptstraße aufgestellt. Fünf massive Aschenbecher — geeignet für Pfostenmontage oder als Standversion — sollen auch noch geordert werden. Danach liegt es an den Bürgerinnen und Bürgern selbst, dafür zu sorgen, dass die neue Hauptstraße einen guten Eindruck macht.

Silvia Schulte

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