Freitag, 13.12.2019

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Neue Hoffnung für Milchbauern

BBV-Kreischef Robert Ort glaubt an Preiserhöhung - 12.05.2007

Jahrelang mussten die deutschen Milchbauern darben. «Aber jetzt stehen die Chancen gut, dass die Preise steigen», sagt der Kreisvorsitzende des Bauernverbands (BBV), Robert Ort, aus Dannberg...


Die Verbraucher wird es nicht freuen, doch der Verdrängungswettbewerb in der Milchwirtschaft könnte durch fairere Preise gestoppt werden. Seit den 50er Jahren hat sich die Zahl der Betriebe bundesweit etwa alle zehn Jahre halbiert, weiß Ort.

Und auch im Landkreis gibt es immer weniger Milchbauern: derzeit etwa 400. Der BBV-Funktionär: «In großen Gemeinden wie Hemhofen oder Röttenbach steht keine einzige Kuh mehr im Stall.»

Dieser Strukturwandel liegt in erster Linie daran, dass kaum noch Geld mit der Milch zu machen ist. 29,6 Cent pro Liter Standardmilch (4,2 Prozent Fett, 3,7 Prozent Eiweiß) bekommen die hiesigen Landwirte von der Bayernland-Käserei in Fürth.

Bei einer Demonstration vor dem Gelände der Molkerei am Mittwoch appellierte Sabine Schönleben-Nöhring, Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) an die Kampfbereitschaft der Bauern: «Es kann doch nicht sein, dass einer der besser dastehenden Milchbauern nur zwischen drei und fünf Euro brutto in der Stunde verdient, davon noch die Sozialkosten zahlen muss und natürlich 365 Tage im Jahr hart arbeitet. Gebt nicht nach! Nutzt diese historische Chance! Dieses Qualitätsprodukt darf es nicht länger zum Spottpreis geben.»

Auch wenn der BDM ein eigenständiger Verband ist, schlägt BBV-Mann Ort in die gleiche Kerbe: «Eine Korrektur ist dringend nötig. Die meisten von uns bräuchten 35, 36 Cent, um profitabel zu wirtschaften und auch in Zukunft investieren zu können.» Schließlich sei eine moderne und artgerechte Tierhaltung nicht zum Nulltarif zu haben.

Es gebe auch Betriebe, die mit den bisherigen Preisen einigermaßen zurechtkämen, aber dabei handele es sich überwiegend um die Großen der Branche. Aber selbst die müssten ums Überleben kämpfen.

Da käme eine Finanzspritze gerade recht. «Und da schaut‘s gut aus», sagt Ort. Denn auf dem Weltmarkt ist derzeit das Magermilchpulver knapp, weil in Australien und Neuseeland große Trockenheit herrscht. Das weiße Pulver, sonst für 500 bis 600 Euro pro Tonne zu erwerben, steht derzeit bei einem Kurs von 3000 Euro. Und der Milchpreis orientiere sich am Preis für das Magermilchpulver, erläutert der BBV-Vorsitzende.

Derzeit stehen die Molkereien in Verhandlungen mit dem Einzelhandel über die künftigen Preise für die «weiße Linie» - zum Beispiel Frischmilch und Joghurt, wie Ort erklärt. Ein Plus von 15 bis 20 Prozent sei im Gespräch. Dass der Handel nachgeben muss, steht für ihn fest: «Momentan können die Molkereien den Preis diktieren.»

Nun müsse nur noch dafür gesorgt werden, dass dieser Aufschlag auch an die Produzenten weitergegeben wird. Dafür zogen bundesweit am Mittwoch 2000 Milchviehhalter vor die Molkereien, um Druck auszuüben. Notfalls, so kündigten Funktionäre an, werde man im Herbst die Milch zurückhalten und die Molkereien trockenlegen.»

Holger Peter

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