Neues Fahrtraining soll Senioren fit im Auto machen

2.5.2016, 18:44 Uhr
Fahrtraining auf dem Parkplatz am Freibad: Fahrlehrer Peter Fischer macht vor, wie man optimalerweise in eine Parklücke kommt. Später üben die Senioren die verschiedenen Einparktechniken.

Fahrtraining auf dem Parkplatz am Freibad: Fahrlehrer Peter Fischer macht vor, wie man optimalerweise in eine Parklücke kommt. Später üben die Senioren die verschiedenen Einparktechniken. © Foto: Horst Linke

„Ich will meine Kenntnisse auffrischen, das kann ja nie schaden“, sagt Lisbeth Maier. Die 81-Jährige in der schicken roten Jacke hat seit über 42 Jahren den Führerschein. „Ich bin immer viel Auto gefahren, aber inzwischen nehme ich schon mal den Flexibus.“ Dennoch will sie weiterhin in ihrem A 2 durch die Gegend touren. Damit sie das auch künftig versiert und sicher machen kann, hat sie sich für den neuen Kurs angemeldet.

Jetzt steht sie mit den anderen fünf Teilnehmern auf dem Parkplatz am Freibad. Siegfried Nürnberger von der Gebietsverkehrswacht Höchstadt, der das Training organisiert hat, erläutert gerade, was alles geübt wird. Zunächst wird Slalomfahren durch Pylonen, abbremsen und Rückwärtsfahren trainiert. Dann kommt das Einparken von vorne, von hinten und von der Seite an die Reihe.

Drei Fahrlehrer — Heike Striegel, Reimund Kuhler und Peter Fischer — unterstützen Nürnberger. Sie machen mit den Senioren neben den praktischen Fahrübungen auch noch eine Tour durch die Stadt zu den bekannten neuralgischen Punkten.

Die Senioren haben schon eine gute Stunde Theorie hinter sich. Im Kommunbrauhaus hat Nürnberger einige knifflige Verkehrssituationen durchgesprochen — zum Beispiel Kreisverkehr: Hier haben Fußgänger immer Vorrang, für Radler gilt das nicht. Oder Tempo 30: Hat das Schild einen Zusatz wie „Achtung Kinder“, endet Tempo 30 nach der Gefahrenzone, ansonsten gilt die Geschwindigkeit bis zur nächsten Straßeneinmündung.

Hubertus Brunk, 75 Jahre, fährt gerade mit seinem VW Caddy flott durch die Pylonen und bremst voll ab. Der Rentner aus Buch ist bis zu seinem 70. Geburtstag Motorrad gefahren. Dann hat er es aufgegeben. Mit dem Motorrad habe er auch immer Fahrtrainings gemacht und dabei viel gelernt, sagt er. Und beim Kurs jetzt „will ich sehen, wo ich steh“. Denn meistens überschätze man sich, weiß er. Das bestätigt Peter Schramm. Der 66-jährige Höchstadter bekennt zudem schmunzelnd: „Meine Frau hat gesagt, ich muss hier mitmachen.“

Inzwischen fährt ein anderer älterer Herr Slalom: Vorwärts geht‘s ganz gut, doch beim Rückwärtsfahren leidet eine Pylone. Das sei oft ein Schwachpunkt bei älteren Fahrer/innen, weiß Nürnberger: „Das Umdrehen fällt schwerer.“ Generell könne man aber nicht sagen, ab wann Senioren das Auto lieber stehen lassen sollten. „Manche fahren mit 90 Jahren noch super.“ Damit das möglichst lange so bleibt, dafür soll der neue Kurs sorgen. In Niedersachsen gebe es das Training für Senioren schon länger.

Kommt der Kurs in Höchstadt gut an, dann will die Verkehrswacht das Fahrtraining bald bayernweit anbieten. Und auch in Höchstadt wird es bei genügend Nachfrage weitere Kurse geben, betont Nürnberger. Die Senioren beim ersten Kurs jedenfalls waren höchst zufrieden. „Was dazu lernen, schadet nie“, hieß es in der Runde.

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