Donnerstag, 17.10.2019

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Protest nach Nein zu Erotik-Shop in Höchstadt

Eigentümer der Disko, die umgenutzt werden soll, wendet sich an den Stadtrat - 20.09.2019 05:57 Uhr

Diese Disko am Kieferndorfer Weg in Höchstadt hatte schon viele unterschiedliche Betreiber. Wird sie bald zum Erotik-Schuppen? Eine entsprechende Voranfrage hat der Bauausschuss am Montag beraten.


Die 18+ GmbH, die die Immobilie pachten und den Laden betreiben würde, lade das gesamte Gremium gerne nach Mainaschaff ein. Im Landkreis Aschaffenburg ist ein "Erotikstore" mit Kino und "Lounge", ähnlich wie er in Höchstadt geplant ist, bereits Realität. Eine weitere Filiale gibt es laut Homepage in Rheinböllen.

Schlichte Außengestaltung

"Der Betreiber kann Ihnen verbindlich versichern, von jeglicher erotischen Bilderdarstellung, Fotos, Figuren, etc. in der Außengestaltung abzusehen", versichert Dietmar Gast.

Tatsächlich zeigen Bilder im Internet, dass die Fassade in Mainaschaff sehr schlicht gehalten ist. Das Nutzungskonzept unterscheide sich "ganz grundsätzlich von Bordellen, Tabledance oder gar Swingerclubs" und habe "schlichtweg nicht das Geringste damit zu tun".

Abgesehen davon, führe fast jede Tankstelle "Ehehygieneartikel, Zeitschriften, Videos oder CDs der Erotikbranche mit im Sortiment. Diese seien oftmals den Kinder und Jugendlichen direkt zugänglich. In der Nähe zum Freizeitbad sieht Dietmar Gast also "keinen Hindernisgrund".

Am Standort Geiselwind sei sogar ein Erotikfachmarkt bei einer gegenüberliegenden, öffentlichen Kirche genehmigt worden. Die Betreiber-GmbH schicke auch gerne einen Vertreter vorbei, der in einer der nächsten Ratssitzungen Rede und Antwort steht.

Schließlich habe die 18+ GmbH schon Auszeichnungen erhalten, die Läden seien seriös und professionell geführt und hätten ein sauberes Erscheinungsbild.

Besser als eine Bauruine?

"Ist nicht alles besser, als eine leerstehende und verwahrloste Immobilie als ,Bauruine‘ neben dem von Ihnen so favorisierten Fachmarktzentrum?" fragt Gast in seinem Schreiben, das er auch ans Landratsamt und an seinen "juristischen Beratungsbeistand" gesendet hat.

Das Landratsamt muss nun als Genehmigungsbehörde klären, ob sich der Antrag mit dem geltenden Bebauungsplan deckt. Das Areal am Kieferndorfer Weg ist als "Sondergebiet Sport, Freizeit und Vergnügen" ausgewiesen. Ob der geplante Shop, in dem auch Tanzveranstaltungen mit erotischen Filmen angedacht sind, darunter fällt, muss die Behörde beurteilen.

Der Bauausschuss hat bereits durchblicken lassen, dass er eine Änderung des Bauleitplanes nicht anstrebt, aber auch nicht "gegen Windmühlen" kämpft, falls das Landratsamt die Pläne für genehmigungsfähig hält.

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