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Montag, 14.06.2021

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Protest zu Überplanung des Pfarrzentrums Adelsdorf

Rathausplatz in Adelsdorf soll umgestaltet werden – unter Einbeziehung kirchlichen Areals - 10.05.2021 20:00 Uhr

Das katholische Pfarrzentrum in Adelsdorf, um dessen Zukunft sich im Gemeinderat ein ausführlicher Schlagabtausch entspann. Hier die Frontansicht.

09.05.2021 © Foto: Nikolaus Spörlein


In der Gemeinderatssitzung kam es deshalb auch zu heftigen und kontroversen Debatten, denn beim Planungswettbewerb, wie die Umgestaltung im Detail aussehen könnte, wurde auch gleich das Pfarrzentrum samt Pfarrgarten mit "überplant", ohne dass alle Beteiligten genauere Informationen hatten.

Der Bürgermeister indessen entschuldigte sich für das voreilige Tun und erklärte, dass es Vorplanungen geben müsse, weil diese Grundlage seien, um bei der Regierung von Mittelfranken Fördergelder beantragen zu können.

Bis zu 60 Prozent Zuschüsse stünden womöglich aus der Städtebauförderung bereit. Man müsse, so Fischkal, nun in konkrete Verhandlungen mit der Kirche gehen.

"Unglaublicher Vorgang"

Das sei ein "unglaublicher Vorgang", so Jörg Bubel (SPD), das Kirchengrundstück zu überplanen, ohne mit der Kirche und schon gleich gar nicht mit den Entscheidungsträgern im Gemeinderat gesprochen zu haben.

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Nun müsse man einen bereits getroffenen Beschluss wieder zurücknehmen und/oder umformulieren, was "unnötige Ausgaben" nach sich ziehe, so Bubel.

Schon im Vorfeld warnte Uwe Pöschl, Fraktionssprecher der CSU, davor, dass Pfarrzentrum mit in die Überlegungen einzubeziehen, wenn am Rathausplatz ein Ärztehaus und eine größere Apotheke gebaut werden sollen.

"Hände weg vom Pfarrzentrum", so Pöschl im Vorfeld, der auch bei der jüngsten Ratssitzung in der Aischgrundhalle dafür plädierte, ein Ärztehaus samt Wohnungen und womöglich auch Büros für die Verwaltung und eine größere Apotheke zu planen.

Sein Fraktionskollege Nico Kauper hielt dann ein flammendes Plädoyer für das schmucke Pfarrzentrum, in dem von vielen Helfern "Herzblut und viel Schweiß" stecke.

Kauper unterstelle indessen dem Bürgermeister "unprofessionelles Verhandeln mit der Kirche".

Bekanntlich erwarb die Gemeinde vor einiger Zeit das "Brennerhaus", den Soldan-Komplex, in dem sich die Rathaus-Apotheke befindet, und das kleine Häuschen am Zugang zum Friedhof.

Brennerhaus weg?

Der Apotheken-Komplex soll erhalten werden, wird aber ausgebaut und erweitert, das Brennerhaus und das kleine Häuschen wird wohl der Spitzhacke zum Opfer fallen. Das Areal soll neu überbaut werden.

Somit tritt eine weitere Frage nach dem Zugang zum Friedhof auf, und was geschieht mit dem dort gleich angrenzenden Leichenhaus.

"Also", meldete sich dritter Bürgermeister Günter Münch (Freie Wähler), "prinzipiell macht sich die Kirche schon Gedanken über den Fortbestand des Pfarrzentrums". Man müsse da sehen, was die Verhandlungen ergeben, nur die Kirche und ihre Funktionäre müssten halt schon "mit ins Boot" geholt werden, betonte Münch.

Weil gleich eingangs Jörg Bubel längere Zeit für seine Einwände brauchte (schätzungsweise 15 Minuten), monierte dann Michael Auer (Grüne), man müsse sich überlegen, eine Redezeitbegrenzung im Gemeinderat einzuführen, "um solche Monologe" einzugrenzen.

Man stelle sich vor, so Norbert Birkner (Wählerinitiative) gleich darauf, dass da Flächen überplant wurden, die der Gemeinde gar nicht gehören.

Auch die folgende Beschlussformulierung fiel alles andere als leicht, zumal zwei SPD-Anträge zur Sache berücksichtigt werden mussten.

Der Gemeinderat nahm dann mehrheitlich den Beschluss vom April zurück, beließ es allerdings bei der Empfehlung des Preisgerichtes und bei der Planungsvergabe an das Büro Gumbrecht.

Der Satz "Bürgermeister klärt mit Pfarrer Ringer die weitere Vorgehensweise" wurde mit Blick auf die SPD-Anträge gestrichen.

Und weil die CSU dafür plädierte, die Umsetzung nicht alleine einem Investor zu überlassen, soll auch geprüft werden, ob ein weiteres Kommunal-Unternehmen gegründet werden könne.

Fortgeschrittene Zeit

Der nächste Punkt auf der Tagesordnung (Teilzeitstelle für Angelegenheiten des Gemeinderates) musste wegen der fortgeschrittenen Zeit und einiger in der Sitzung weilender Fachbehörden vertagt werden.

Ohnehin verzögerte sich der Sitzungsbeginn um 41 Minuten, weil es eingangs gleich zu einem Notarzt-Einsatz kam.

Ein Zuschauer auf der Tribüne kollabierte. Zwei anwesende Sanitäter des BRK Adelsdorf eilten sogleich zu Hilfe.

NIKO SPÖRLEIN

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