Dienstag, 13.04.2021

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PWC-Anlage bei Klebheim bleibt Reizthema

Heßdorf: Vieles ist für die Betroffenen noch ungeklärt - 26.07.2017 09:02 Uhr

Bürgermeister Horst Rehder deutet mit dem Stift auf den Klebheimer See. Rechts steht Martin Hofmann. Foto: Niko Spörlein

25.07.2017


Heßdorfs Bürgermeister Horst Rehder, sein Verwaltungsleiter Martin Hofmann, der Abteilungsdirektor der Regierung von Mittelfranken, Friedo Wolf, die Autobahndirektion und das Wasserwirtschaftsamt trafen sich im Herzogenauracher Vereinshaus. Sie waren sich einig, dass bei diversen Gutachten nachgebessert werden muss. Zusammengefasst gibt es Probleme mit der Größenbemessung beider Parkplätze, für die beim sechsspurigen Ausbau der Autobahn Nähe des Klebheimer Sees sieben Hektar Wald gerodet werden sollen. Dabei spielt laut Martin Hofmann auch die erst kürzlich ausgebaute Raststätte Aurach eine Rolle.

Bei der "planrechtliche Legitimierung" der Anlage sei über eine Verkleinerung der Pläne gesprochen worden. Zwischen Klebheim und Neuhaus sollen beidseits 80 Lkw-Stellplätze, 20 für Schwertransporter, 16 Busparkplätze und 66 Stellflächen für Pkw entstehen, so die ursprünglichen Planungen. Es sei, ergänzte Bürgermeister Rehder, auch von einer "erheblichen Verkleinerung" gesprochen worden, sogar davon, ob die geplante PWC-Anlage nicht gänzlich aus der Planung genommen werden könnte, da bereits in beide Richtungen Pkw-Parkflächen vorhanden seien.

Wertvolle Biotope

Naturschutzrechtliche Bewertungen aus einem Gutachten des Diplomgeologen Dr. Otto Heimbucher müssten berücksichtigt werden. Die Autobahndirektion legte ebenfalls ein Gutachten vor, das – dies habe Friedo Wolf ausdrücklich betont – unausweichlich gemäß geltender naturschutzfachlicher Bewertungsgrundlagen überarbeitet werden müsse. Heimbucher hatte schon 2016 davor gewarnt, dass sich im beplanten Gebiet wertvolle Biotope für seltene Arten befinden, wie die "Bechstein-Fledermaus", die die dortigen Hohlbäume als Nistplatz nutzt.

Nicht gelöste Probleme gebe es auch bei der Oberflächenwasser-Entsorgung. Die Schmutzwässer, so Martin Hofmann, wolle die Autobahndirektion gemäß ihrer Planung über Klebheim in die Erlanger Kläranlage leiten. Die Oberflächenwässer, insbesondere die Abflüsse von der Straße, sollen über Filter zunächst in den Klebheimer See geleitet werden, der unter der Autobahn durch überläuft in die Dechsendorfer-Weihergruppe. Für den Salzeintrag sei noch keine Lösung gefunden. Der Klebheimer See ist ein Karpfenweiher; der Besitzer klagt ebenfalls gegen das Vorgehen.

Niko Spörlein

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