Sonntag, 17.11.2019

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Radschnellweg auch für Herzogenaurach?

Pilotprojekt vorgestellt — Herzogenaurach ist mit im Boot - 17.07.2015 19:00 Uhr

Radschnellwege müssen breiter sein als herkömmliche Radwege. Denn bei bis zu 40 km/h kann es im Begegnungsverkehr gefährliche Situationen geben. © Giulia Iannicelli


Am Freitag stellte Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann in Nürnberg das Pilotprojekt Radschnellwege vor und verriet, dass der Freistaat 50 Prozent der Kosten der Machbarkeitsstudie trägt, die insgesamt etwa 170 000 Euro kosten dürfte.

Da es im Freistaat bisher noch keine Erfahrungen mit Radschnellwegen gibt, erwartet Herrmann aus der Studie auch Erkenntnisse, die sich bayernweit nutzen lassen. Neben den Städten Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach ist auch Herzogenaurach mit seinen Weltfirmen mit im Boot. Eingebunden sind auch die Landkreise Fürth, ERH, Nürnberger Land und Roth.

Bürgermeister German Hacker wertete auf Anfrage die Entscheidung als erfreulich, hatte sie in dieser Form aber auch so erwartet.

Die für die Aurachstadt möglichen Achsen könnten in Richtung Erlangen und Fürth/Nürnberg verlaufen, wobei man neue bzw. schon bestehende Trassen benutzen könnte. Für Hacker verläuft die kürzeste Anbindung in Richtung Fürth über Niederndorf und Vach, während Erlangen schon jetzt gut angebunden sei.

Allerdings müssten die Radschnellwege aus Sicherheitsgründen — schon wegen des Begegnungsverkehrs — mindestens vier Meter breit sein und an Straßenkreuzungen drüber oder drunter geleitet werden. Schließlich werde, wie schon der Name sagt, auf diesen Wegen schnell gefahren, teilweise bis zu 40 km/h, auch dank der E-Bikes.

Für Nürnbergs OB Ulrich Maly sind „schnelle und gut ausgebaute Radverbindungen zwischen den Zentren der Städte im Ballungsraum und den Landkreisen ein wichtiger Baustein zur Abwicklung der enormen Pendlerströme und ein Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Region“.

German Hacker rechnet damit, dass zwölf bis 15 Monate ins Land ziehen werden, bis die Studie erstellt ist. Wenn dann die zehn wichtigsten und tragbaren Trassen ermittelt sind, fangen für ihn „die Probleme erst an“.

Denn anders als bei Straßen, wo die Zuständigkeiten bei Kreis, Gemeinden oder Bund angesiedelt sind, gibt es nichts Vergleichbares bei den Radschnellwegen. Hacker glaubt aber, dass diese beim Staatlichen Bauamt gut angesiedelt wären.

Der Bürgermeister ist überzeugt, dass die Wege gut angenommen werden. Schon jetzt will der passionierte Radfahrer beobachtet haben, dass sehr viele Menschen ihre Arbeitsplätze mit dem Drahtesel anfahren. Bis es aber dann noch schneller geht, dürften noch ein paar Jahre ins Land gehen. Wie es sehr gut laufen kann, zeigt sich am Beispiel unserer Nachbarn in Holland und Dänemark.

LEO HILDEL

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