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Reibungsloser Impf-Start in Höchstadt

Das neue Impfzentrum im Aischpark von Beginn an stark frequentiert - 08.04.2021 05:55 Uhr

Die 79-jährige Sophie Reichenbacher ist aus Wachenroth nach Höchstadt gekommen, um sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Krankenpfleger Volker Köhler verabreicht der Seniorin die Injektion.

07.04.2021 © Hans von Draminski


"Zum Auftakt impfen wir an zwei Tagen die Woche", erklärt Alexander Tritthart, Landrat des Kreises Erlangen-Höchstadt, und erklärt dies mit den nach wie vor begrenzten Impfstoff-Kontigenten, die der Freistaat beschafft, um sie an die Landkreise weiterzugeben.

Bodo Birk ist Organisator

Das Impfzentrum Höchstadt ist formal eine Außenstelle der Einrichtung, die Landkreis und Stadt gemeinsam in Erlangen betreiben. Deshalb hat die Organisation auch der Erlanger Bodo Birk, der zu normalen Zeiten im Erlanger Kulturamt Festivals wie den Comic-Salon koordiniert. Im Helferteam finden sich folgerichtig ganz viele Leute, die Musik- und Eventfans aus dem Erlanger Kulturzentrum E-Werk an der Fuchsenwiese kennen.

Mit einer Extraportion Geduld

Das Zubehör einer Anti-Covid-19-Impfung mit AstraZeneca: vom Desinfektionsmittel bis zum speziellen Wundpflaster nach der Impfstoff-Injektion.

07.04.2021 © Hans von Draminski


Die ungewohnte Ausgabe bewältigen die Kulturprofis mit sichtlicher Seelenruhe und einer Extraportion Geduld. Wer das Impfzentrum betritt, steht zuallererst vor einem Sicherheitsmann mit einem digitalen Fieberthermometer: Um alle Ansteckungsrisiken auszuschließen, werden Menschen mit erhöhter Temperatur und/oder anderen Symptomen, die auf eine akute Corona-Infektion schließen lassen könnten, vorsichtshalber nicht zur Impfung zugelassen. Alle anderen werden auf einen sorgsam ausgeschilderten Parcours durch das Impfzentrum geschickt.

Keine Chance für Impfdrängler

Bei der Anmeldung muss man seine Impfbestätigung samt Terminvereinbarung vorweisen – "Impfdrängler" haben hier keine Chance. Marc Clemenz, der die Impf-Aktion für den Arbeiter-Samariter-Bund überwacht, bestätigt, dass auch bei am Ende eines Tages nicht verwendeten Impfstoff-Dosen die Priorisierung greift, damit die am stärksten gefährdeten Gruppen so schnell wie möglich ihren Impfschutz bekommen.

Stärkung des ländlichen Raums

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Impfstart im Impfzentrum Höchstadt

In Höchstadt hat das dezentrale Impfen gegen das Covid-19-Virus begonnen. Ein leerstehendes Gebäude der Medizinfirma Baxter im Aischpark wurde zum Impfzentrum umgestaltet.


Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm lobt das durchdachte Konzept mit einem federführenden Impfzentrum in Erlangen und "Satelliten" im Landkreis: "Das stärkt den ländlichen Raum." Und Landrat Alexander Tritthart ergänzt: "Das verkürzt auch die Wege für Impfwillige und senkt spürbar die Hemmschwelle." Auch die 79-jährige Sophie Reichenbacher aus Wachenroth ist froh, für ihre Impfung "keine Weltreise" bewältigen zu müssen. Nachdem Krankenpfleger Volker Köhler ihr die Spritze gesetzt hat, lauscht die Seniorin in sich hinein. Ob es wehgetan hat? "Gar nicht", sagt Sophie Reichenbacher und lächelt.

Wartebereich eingerichtet

Am Eingang des Impfzentrums wacht die Security darüber, dass niemand mit Infektionssymptomen hereinkommt. Dazu wird berührungslos die Temperatur gemessen.

07.04.2021 © Hans von Draminski


Der Vorsicht halber ist dennoch ein Wartebereich eingerichtet, in dem die Geimpften sich eine Viertelstunde aufhalten müssen, ehe sie sich abmelden dürfen und die Bescheinigung für die notwendige Zweitimpfung bekommen.

Bislang keine Nebenwirkungen

"Wenn irgendwelche Nebenwirkungen auftreten, zum Beispiel Schwindelgefühl oder Schmerzen in dem Arm, in den die Impfung verabreicht wurde, dann merkt man das in der Regel nach fünf bis zehn Minuten", erklärt Marc Clemenz. Bislang habe aber niemand aus der großen Schar Impfwilliger solche Symptome gezeigt. "Und wir hoffen, dass es so bleibt, sagen Tritthart, Clemenz und Birk beinahe einstimmig. Im Impfteam befindet sich übrigens eine Reihe ortsansässiger Hausärzte, auf deren Kompetenz man auch in den Impfzentren setzt.

Bis September im Betrieb

Dass die Mediziner seit Ende März auch in ihren eigenen Praxen impfen können, sieht Alexander Tritthart als "riesigen Vorteil" für den Erfolg der Impfkampagne an. Bis September soll das Impfzentrum in Betrieb bleiben, man hofft, die Pandemie bis dahin im Griff zu haben. Pro Tag sollen es in den Zentren in der Spitze insgesamt rund 2300 Geimpfte werden. Ein Licht am Ende des Tunnels.

HANS VON DRAMINSKI

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