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Röttenbach baut Hilfe für Senioren aus

Die Gemeinde hat eine neue Mitarbeiterin, die vor allem für die älteren Mitbürger da ist. - 27.06.2019 06:00 Uhr

Die Gemeinde Röttenbach nimmt die Senioren noch mehr in den Fokus: Seit April ist Susanne Neuner (hier mit Bürgermeister Ludwig Wahl) eine zusätzliche Mitarbeiterin im Familienbüro. Sie leistet unter anderem Pflegeberatung. © Foto: Katrin Bayer


Im Fachbereich Familie, Bildung und Soziales arbeitet seit April als zusätzliche Kraft Susanne Neuner. Sie kümmert sich unter anderem um die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements auf Gemeindeebene, vor allem aber ist sie als Ansprechpartnerin für Senioren da.

"Bislang war es so, dass sich ganz viele mit ihren Fragen an Hans Götz, unseren Behindertenbeauftragten, gewandt haben", erinnert sich Bürgermeister Ludwig Wahl. Götz, der in seiner Funktion ja eigentlich darauf achten soll, dass Barrieren im Gemeindegebiet abgebaut werden, war deshalb viel damit beschäftigt, Senioren zum Beispiel beim Ausfüllen von Anträgen zu helfen. "Und das alles ehrenamtlich", betont Wahl.

Parallel gab es im Servicebüro den Pflegelotsen, der Betroffene bei einschlägigen Fragen an das Landrats-amt weitervermittelte.

Fortan gibt es Antworten auf viele Fragen auch direkt vor Ort im Alten Rathaus, wo der Fachbereich Familie, Bildung und Soziales sein Büro hat. Pflegeberatung will Susanne Neuner leisten, die entsprechenden Flyer vorrätig haben, beim Ausfüllen besagter Anträge auf Pflegegrad oder Hilfsmittel helfen. "Und wenn der Senior keine Familie in der Nähe hat, fahre ich auch mit ihm aufs Landrats-amt oder kümmere mich um einen Pflegedienst", umreißt Neuner die Aufgaben ihrer neugeschaffenen Stelle. "Wir wollen einfach die Lücke füllen, wenn das soziale Umfeld fehlt und sich keiner kümmern kann."

Notwendige Aufgabe

Röttenbach ist mit solch einer Mitarbeiterin in der Gemeindeverwaltung Vorreiter. "Das ist keine Pflichtaufgabe einer Kommune, auch keine freiwillige Leistung, für mich ist das eine notwendige Aufgabe", erklärt Wahl die Beweggründe der Gemeinde. Denn noch sei der demographische Wandel kaum zu spüren, doch es sei ein demographischer Tsunami, der da auf die Gesellschaft zurolle, meint der Bürgermeister.

Darüber hinaus sei es nur angemessen, den heutigen Senioren etwas "zurückzugeben". "Schließlich waren sie es, die Röttenbach durch ihr Einkommen und ihre Arbeit über Jahrzehnte zu dem gemacht haben, was es heute ist", so Wahl.

Neuner, die auch schon lange beim Ehrenamtlichen-Netzwerk WIR aktiv ist, unterstützt außerdem die Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und Gemeinde. So leistet die gelernte Sozialversicherungsfachangestellte zum Beispiel Organisationshilfe für den Seniorenbeirat, schreibt dort die Protokolle.

All diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, Röttenbach auch für Senioren so attraktiv zu machen, dass diese hier wohnen bleiben. "Man soll hier gut alt werden können", erklärt Wahl. Aus diesem Grund sei man ebenfalls dabei, die Gehsteige in der Gemeinde abzusenken.

Junge Familien anlocken

Attraktiv soll die Gemeinde aber natürlich nicht nur für ältere Menschen sein. Um den demographischen Wandel abzubremsen, braucht es schließlich auch viele Familien. Diese will die Gemeinde nicht nur durch die Ausweisung von Bauland anziehen, vielmehr sollen junge Menschen auch in diejenigen Bestandshäuser einziehen, die in den nächsten Jahren in Röttenbach frei werden – oder zumindest auf die betreffenden Grundstücke.

"Denn oft sind diese so groß, dass man die Häuser dort abreißt und das Grundstück teilt", weiß Wahl. Dafür müssten aber Bebauungspläne angepasst werden.

Wenn die Gemeinde dann eine hohe Anziehungskraft habe, sei die wirtschaftliche Entwicklung gesichert und es seien neue Großprojekte möglich. "Und das wiederum macht Röttenbach dann noch attraktiver", freut sich das Oberhaupt der Gemeinde. 

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