Samstag, 18.01.2020

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Röttenbach: Swingerclub-Betreiber muss Antrag stellen

Sextreff braucht Nutzungsänderung - ausgerechnet von Gemeinde, die ihn verhindern will - 13.12.2019 10:28 Uhr

In Lauf existiert bereits ein Club des Betreibers, der in Röttenbach einen zweiten Sextreff plant. © Andreas Kirchmayer


"Es war ein sehr sachliches Gespräch", sagt Hanna Reuter-Özer, Sprecherin des Landratsamts. Der Mitarbeiter habe die beiden Männer darüber informiert, welche baurechtlichen Bedingungen eingehalten werden müssen. Dabei geht es beispielsweise um Lärm- und Brandschutz sowie um Pkw-Stellplätze. Die Herren müssen nun einen Antrag auf Nutzungsänderung stellen – an die Gemeinde Röttenbach. "Wir im Landratsamt warten jetzt ab", sagt Reuter-Özer. Die Gemeinde entscheidet über den Antrag und legt ihn dann dem Landratsamt als Genehmigungsbehörde vor.

Der Gemeinderat hat bereits entschieden, "alle rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen und auszuschöpfen", um eine Ansiedlung des Sextreffs zu verhindern.

Ob der Betreiber den Antrag auf Nutzungsänderung stellen wird, ist unklar. Telefonische Anfragen unserer Zeitung wies er unbeantwortet zurück. Nach wie vor findet sich im Internet die Einladung zum "Grand Openening" des "Swingerclub Deluxe" in Röttenbach am 4. Januar. 23 Teilnehmer sind bereits angemeldet.

Auch die Petition der Anwohner gegen einen Einzug des Sextreffs findet weiter Zulauf. Insgesamt haben bis Freitagvormittag 188 Unterstützer unterzeichnet, 101 davon aus Röttenbach (Quorum liegt bei 195). Sie machen damit klar, dass sie keine Ansiedlung des Clubs wünschen.


Kommentar: Warum die Moral der Anwohner übertrieben ist


Bei einer nicht repräsentativen Live-Abstimmung auf der Internetseite nordbayern.de haben bis Freitagvormittag mehr als 4060 User ihre Meinung zum Thema kundgetan. 86 Prozent beantworteten die Frage "Was halten Sie von dem geplanten Swingerclub in Röttenbach?" tendenziell eher mit "Stört mich nicht". In den Kommentaren zeigen sich viele Pro- und Contra- Meinungen. 

 

Sie reichen von der Befürchtung die Ängste der Anwohner würden ins Lächerliche gezogen bis hin zum Vorwurf der Scheinheiligkeit und Doppelmoral. Ein Leser sieht die Sache ganz pragmatisch: "Lieber ein Swingerclub als eine neue Schreinerei als Nachbar." 

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