Mittwoch, 19.05.2021

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Schnelltests in Firmen in der Region: So laufen sie ab

In Erlangen und ERH: von Schaeffler über Puma und Adidas bis Mauss-Bau - 03.05.2021 06:00 Uhr

Zwei Mal in der Woche können sich die Mitarbeiter bei der Firma Pillipp testen lassen. Mike Grau (r.) ist für die Verteilung der Testergebnisse zuständig.

02.05.2021 © Foto: Klaus-Dieter Schreiter


Beschäftigte mit erhöhtem Infektionsrisiko sollen sogar zweimal pro Woche ein Test-Angebot erhalten. Arbeitnehmer sind allerdings nicht verpflichtet, sich testen zu lassen. Wir haben nachgefragt, welche Erfahrungen Unternehmen in Stadt und Landkreis bislang mit der Änderung der Arbeitsschutzverordnung gemacht haben.

Oliver Brüggen, Adidas-Sprecher: "Wir tun unser Möglichstes, damit unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund bleiben. Seit dem Beginn der Pandemie haben wir schnell zahlreiche Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeitenden umgesetzt. Dazu gehören auch Schnelltests für Beschäftigte, die nicht im Homeoffice arbeiten. Die Tests werden bei Bedarf an zentraler Stelle im Unternehmen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgegeben. Das Testangebot wird bislang sehr gut angenommen."

Robert Bartunek, Puma-Sprecher: "Das Sportunternehmen Puma stellt seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schon seit Dezember 2020 kostenlose Schnelltests zur Verfügung. Die Schnelltests werden von einer Ärztin durchgeführt, die zu diesem Zweck zweimal in der Woche anwesend ist. Die Tests sind ein wichtiger Bestandteil unserer aktuellen Strategie. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die regelmäßig ins Büro kommen, werden angehalten, zweimal in der Woche einen Schnelltest zu machen. Im Allgemeinen kommen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur ins Büro, wenn dies für die Ausübung des Berufs unerlässlich ist. Das bedeutet, dass aktuell mehr als die Hälfte unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale in Herzogenaurach von zu Hause aus arbeitet. ,Mobile Working‘ gehört bereits seit Jahren zu Pumas Arbeitskultur und demzufolge waren bereits vor der Pandemie alle Voraussetzungen wie benötigte Soft- und Hardware, um sich von außerhalb des Büros in interne System einzuloggen, gegeben. Für die, die ins Büro kommen, gelten außer den regelmäßigen Tests auch eine Maskenpflicht sowie strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Arbeitsplätze, Türgriffe, Aufzüge und Treppengeländer werden täglich desinfiziert und es findet eine regelmäßige Sprühdesinfektion der Büroräume statt."

Für Schaeffler keine Änderung

Christian Bald, Unternehmenskommunikation Schaeffler: "Schaeffler hat in den vergangenen Wochen an allen Standorten Testkapazitäten eingerichtet. Wir bieten damit unseren Mitarbeitenden einen ähnlichen Service wie in öffentlichen Testzentren und sind so der freiwilligen Selbstverpflichtung der Unternehmen nachgekommen, wöchentlich bis zu zwei Tests für alle Mitarbeitenden anzubieten, die nicht im Homeoffice arbeiten können. Die neu gefasste Corona-Arbeitsschutz-Verordnung, nach der Arbeitgeber verpflichtet sind, mindestens einen Test pro Woche anzubieten, bedeutet für Schaeffler deshalb keine Änderung. Dies gilt auch für die im Infektionsschutzgesetz vorgesehene Verpflichtung der Unternehmen, pro Woche zwei Tests anzubieten. Die Mitarbeitenden mit Präsenzpflicht nutzen das Angebot bereits. Die Beschaffung der Corona-Tests wurde bei Schaeffler rechtzeitig organisiert, so dass ausreichende Mengen an Test-Kits vorhanden sind. Es gibt keine Limitierung bei den Tests. Die Mitarbeitenden sind an den Standorten durch interne Mitteilungen und die Führungskräfte informiert und gebeten worden, das Angebot zu nutzen. Bei Schaeffler werden Schnelltests angeboten, bei denen ein Abstrich im vorderen Nasenbereich genommen wird. Die Mitarbeitenden führen den Selbsttest unter Anleitung von geschultem Personal durch."

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Bernhard Lott, Siemens-Unternehmenskommunikatikon: "Unseren Mitarbeitern, die am Standort tätig sind und nicht im Homeoffice arbeiten können, bieten wir an allen Standorten und damit am Standort Erlangen zwei Tests pro Woche an und kommen damit der SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung voll umfänglich nach. Es handelt sich dabei um Selbsttests, die die Mitarbeiter mitnehmen können. Unsere bewährten Schutzkonzepte bleiben unabhängig von der Durchführung von Tests weiterhin uneingeschränkt bestehen. Wo immer es möglich ist, arbeiten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der derzeitigen Situation von zuhause aus."

Standorte gut erreichbar

Tobias Ballbach, Leitung Marketing und PR bei Der Beck: "Wir bieten bereits unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Der Beck Schnelltests an. Bei diesen Schnelltests handelt es sich um sogenannte Selbsttests. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben zweimal pro Woche die Möglichkeit, sich unter Anleitung von dafür geschultem Personal zu testen. Dabei wurde auch darauf geachtet, dass die verschiedenen Teststandorte für alle Mitarbeitenden gut erreichbar sind. Für das Unternehmen entstehen diverse Kosten, zum Beispiel durch die Beschaffung der Schnelltests oder die Abstellung der Mitarbeitenden, die die Tests anleiten und beaufsichtigen. Wenn sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zweimal pro Woche testen, entstehen Kosten in Höhe von zirka 60 000 Euro pro Monat."

Jürgen Pillipp, Geschäftsführer Pillipp Haustechnik: "Seit zirka sechs Wochen haben wir Schnelltests im Haus. Wir haben auf ein Kaufangebot unseres Fachverbandes zurückgegriffen und konnten dort bisher unsere Schnelltests beziehen. Inzwischen haben wir aber auch bei der Sonnenapotheke in Bubenreuth nachgekauft und warten derzeit von einem dritten Händler auf Nachschub. Seit drei Wochen testen wir immer montags. Im Betrieb haben wir hierzu eine kleine ,Teststraße‘ eingerichtet, wo wir unseren Mitarbeitern ab 6 Uhr vor Arbeitsbeginn das Testen anbieten. Jeder bekommt dabei auch ein Nachweisdokument, das er zum Einkaufen etc. verwenden kann. Wir haben diesen Prozess und Ablauf mit unserem Betriebsarzt abgestimmt. Durchgeführt wird das Ganze von einer Krankenschwester, die inzwischen im Ruhestand ist und einer Kollegin, die im Erstberuf ebenfalls eine medizinische Ausbildung absolviert hat. Eine befreundete Ärztin hat uns anfangs begleitet und geschult. Seit vergangener Woche bieten wir das ganze auch noch am Donnerstag an. Generell nimmt ein Großteil der Kollegen das Angebot gerne an."

Corona-Health-Truck unterwegs

Nancy Fürst, Leitung Marketing bei der Firma Mauss-Bau: "Wir setzen bei Mauss schon seit Oktober Schnelltests auf den Baustellen und im Büro ein. Bereits zu Beginn der Pandemie haben wir mit Hochdruck eine eigene Corona-Strategie mit dem Ziel entwickelt, unsere Mitarbeiter zu schützen und gleichzeitig den Baustellenbetrieb durchgehend aufrecht zu erhalten. Dies hat sich bewährt. Grundsätzlich befindet sich 80 Prozent des Büropersonals durchgehend im Homeoffice. Für die wenigen Personen an den Standorten und das gesamte Baustellenpersonal besteht seit Januar eine Testpflicht.

Der Corona-Health-Truck fährt die Baustellen ab, auf denen Mauss-Bau tätig ist.

02.05.2021 © Foto: Mauss-Bau


Um die Testungen durchzuführen, fährt ein Corona-Health-Truck und zwei weitere Health-Cars alle Baustellen und Standorte der Mauss Unternehmensgruppe ab, um dort alle aktuell tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu testen. Dafür setzen wir extra dafür geschultes Personal ein. Sollte ein Test positiv ausfallen, wird der entsprechende Mitarbeiter informiert und muss im nächsten Schritt bei seinem Hausarzt oder im Testzentrum einen PCR-Test durchführen und dort die weitere Vorgehensweise bis zur Genesung festlegen. Personal mit Symptomen wird natürlich grundsätzlich und testunabhängig nach Hause geschickt. Allein in der letzten Woche haben wir 1380 Tests durchgeführt. Der Aufwand ist es aber absolut wert, denn oberste Priorität hat für uns die Gesundheit unserer Mitarbeiter, daher sind die Kosten für unser Unternehmen zweitrangig. Das gesamte Personal, das auf Baustellen im Einsatz ist oder an den Standorten tätig ist, wird zweimal pro Woche getestet."

Umfrage: jes, hör

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