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Donnerstag, 09.07.2020

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Seniorenwohnen: Nun kümmert sich die Stadt

Nach dem Scheitern des Johanniter-Projekts hat Schlüsselfeld das Areal gekauft - 09.03.2020 17:00 Uhr

Der Kauf des großen Grundstücks sei bereits notariell besiegelt, sagt Schlüsselfelds Bürgermeister Johannes Krapp. © Foto: Niko Spörlein


Einst hatte die in Schlüsselfeld bedeutend vertretene JUH dieses Grundstück erworben, um eine komplexe, barrierefreie Wohnanlage mit einigen Dienstleistern (Ärzte, Apotheke, Physiotherapeuten, Einkaufsmöglichkeiten) zu errichten. Dies stieß bei den Schlüsselfelder Bürgervertretern auf große Zustimmung, hier entstehe auf einem Filetgrundstück ein Vorzeigeprojekt, hieß es. Der Bebauungsplan "Am Galgenberg" wurde von einem Bamberger Planungsbüro unterschriftsreif gemacht und bekam im Stadtrat auch die Zustimmung.

Dann allerdings stellte sich heraus, dass sich die JUH mit diesen Plänen doch ein wenig zu weit aus dem (finanziellen) Fenster gelehnt hatte. Nach Rücksprache mit der JUH-Landesleitung wurde das Vorhaben abgesagt.

Dies ließ jedoch Bürgermeister Johannes Krapp hellhörig werden, schließlich sollte ein Spekulationsobjekt nicht quasi mitten in der Stadt liegen. Die Stadt, meinte Krapp, habe sich in Verhandlungen mit der JUH das Vorkaufsrecht gesichert – und nun, nach einstimmigem Beschluss des Stadtrates in nichtöffentlicher Ratssitzung im Dezember 2019, zugeschlagen.

Man möchte jene große Baulücke nutzen, um "altersgerechtes Wohnen" zu ermöglichen, sagte Krapp. Interesse sei vorhanden, auch bei Bauträgern, die das Projekt im Namen der Stadt verwirklichen sollen. Hierzu benötige man noch ein Auswahlverfahren, wer das beste Konzept vorlege, hieß es. Krapp gestand, dass man seitens der Stadt bereits zuvor Zweifel an der Verwirklichung des angedachten Bauvorhabens der JUH gehabt habe, "zumindest in den geplanten Dimensionen und wegen der Trägerform".

Mittlerweile, so der Bürgermeister, sei der Kauf notariell besiegelt "und bezahlt ist auch schon alles". Man warte jetzt ab und werde die vorgeschlagenen Baukonzepte, womöglich auch mit Dienstleistern im Umfeld des "neuen städtischen Bauvorhabens", im Gremium besprechen und dann, wenn es nötig sein sollte, den bestehenden Bebauungsplan modifizieren. Angedacht sei, dass die barrierefreien Wohnungen gemietet oder gekauft werden können, aber darüber werde noch debattiert.

nr

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