Montag, 09.12.2019

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Sibylle Gäck rettet Hunde auf Fuerteventura

Die Lonnerstadterin engagiert sich im Tierschutzverein Streunerliebe - 05.10.2019 07:00 Uhr

Umringt von Welpen: Sibylle Gäck hat den Verein „Streunerliebe“ auf Fuerteventura eine Woche lang vor Ort unterstützt.


Die Hundephysiotherapeutin hat den kleinen Tierschutzverein "Streunerliebe" entdeckt, als sie auf der Suche war nach einem neuen Hund, dem sie ein Zuhause geben kann. Jetzt war sie eine Woche lang auf Fuerteventura und hat den Tierschützern vor Ort so gut geholfen wie sie konnte.

"Die rosarote Brille habe ich gleich am ersten Tag beiseite gelegt", sagt die Tierliebhaberin. Tierschutz auf Fuerteventura das bedeutet "Tränen, Schweiß und Angst". Denn so wie Barbosso ergeht es Hunderten von Hunden auf der spanischen Insel. Drei Auffangstationen gibt es dort. Hierhin kommen Hunde, die niemand mehr bei sich haben möchte, die im Müll gefunden werden oder einfach in den Straßen streunen. Weil viele Spanier ihre Tiere nicht kastrieren lassen wollen, geht der Nachwuchs nicht aus. Sind die Zwinger zu voll, müssen die Tiere sterben.

Leben im Rudel

Barbosso kam als Welpe in eine solche "perrera", blieb vier Monate lang dort, bis eine Mitarbeiterin zu dem Tierschützer von Streunerliebe sagte: "Wenn ihr ihn morgen nicht mitnehmt, ist er tot." Der Hund wurde freigekauft und kam auf eine Finca von Streunerliebe im Landesinnern der Insel.

Auch Barbosso wäre auf Fuerteventura fast getötet worden. Jetzt lebt er bei Familie Gäck in Lonnerstadt.


Inzwischen ist er seit einem Jahr in Lonnerstadt. Sein Frauchen Sibylle Gäck aber ist nach Fuerteventura gereist, um dort auszuhelfen. 32 Hunde leben aktuell in mehreren Rudeln in der Streunerliebe-Unterkunft. "Sie zu versorgen ist ein Vollzeitjob", sagt Sibylle Gäck. "Aber für jeden einzelnen Hund, der dort gerettet wird, bedeutet das die Welt."

Ihrem Mann und ihr war damals klar, dass sie über eine Tierschutzorganisation einen Vierbeiner finden möchte, der sonst keine Zukunft hätte. 400 Euro hat sie für den Bardino-Mix bezahlt, betont aber ausdrücklich, dass der Verein daran nichts verdient. Das Geld gehe für den Freikauf aus der Tötungsstation, Unterbringung, Futter und ärztliche Versorgung drauf.

Damit möglichst viele Hunde Barbossos Schicksal teilen können, schauen die Verantwortlichen von Streunerliebe genau hin. Wer ein Tier bei sich aufnehmen möchte, kann sich melden und bekommt dann vielleicht Besuch aus Lonnerstadt. Sibylle Gäck übernimmt nämlich auch Vorkontrollen, das heißt, sie schaut sich vorher an, ob die Interessenten den Hunden auch ein gutes Zuhause bieten können.

Aber wie kommen die Tiere nach Deutschland? Das ist möglich dank sogenannter Flugpaten, also Reisenden, die bereit sind, ein Tier mit nach Deutschland nehmen, da Vierbeiner ohne Begleitung nicht fliegen dürfen. "Das ist wirklich ganz unkompliziert", betont Sibylle Gäck, die gerade drei Hunde auf ihren Namen mit nach Deutschland gebracht hat. Streunerliebe übernimmt die ganze Organisation und wartet mit der Familie, die das Tier übernimmt, am Flughafen. "Diese Übergabe ist ein ganz toller Moment", sagt Gäck. Die Freude bei Mensch und Tier sei förmlich greifbar. "Da ist so viel Herz."

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