Sonntag, 11.04.2021

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Soll in Klebheim eine neues Baugebiet entstehen?

Ein Anwohner in dem Heßdorfer Ortsteil fürchtet, dass die Gemeinde eine Wiese am Ortsrand kaufen will - 31.12.2015 05:45 Uhr

Zwischen Ortsrand und Wald liegt eine Weidefläche. Einige Anwohner in Klebheim sorgen sich, dass hier Wohnungen entstehen könnten.

30.12.2015 © Foto: Matthias Kronau


Das zumindest ist die Befürchtung von Anwohnern. „Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich früh die Rehe“, sagt einer. Der Blick gehe dann über die als Pferdekoppel genutzte Fläche nach Osten hinüber zum Wald. Eine Idylle am nordwestlichen Ortsrand.

Aufgeschreckt worden war der Anwohner durch eine Anzeige im Amtsblatt der Verwaltungsgemeinschaft. Dort war in der Oktober-Ausgabe unter anderem eine Wald- und Ackerfläche angeboten worden. Der Klebheimer recherchierte nach und erfuhr, dass ein über 12 000 Quadratmeter großes Areal am Ortsrand zwangsversteigert werden soll, und zwar am 7. Januar am Amtsgericht Fürth.

Vor einigen Tagen allerdings ist dieser Termin gestrichen worden. Erster Gedanke des Anwohners: Die Gemeinde Heßdorf ist sich mit dem bisherigen Eigentümer vorab einig geworden und hat die Fläche gekauft, um irgendwann Bauplätze auszuweisen. Gerne hätte der Klebheimer Anwohner und mindestens einer seiner Nachbarn mitgeboten, um das Grundstück als Grünfläche zu erhalten. „Aber falls die Gemeinde hier bauen will, hätten wir eh nicht mithalten können.“

Bürgermeister Horst Rehder betonte gegenüber den NN, dass die Gemeinde grundsätzlich keine Auskünfte über eventuell laufende Grundstücksverhandlungen gebe. Über einen Kauf berate im Fall des Falles der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung. Rehder verwies darauf, dass eine Bauentwicklung an dieser Stelle nicht so einfach sei. Da müsste erst der Flächennutzungsplan geändert werden.

In einer Zusammenfassung des Verkehrswertgutachtens war im Internet nachzulesen, dass die Fläche „in ihren Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit oder den sonstigen Umständen in absehbarer Zeit nur land- oder forstwirtschaftlichen Zwecken dienen wird.“ Es bestehe, so das Gutachten, demnach keine Baulanderwartung oder sonstige Erwartung für eine höherwertige Nutzung.

„Naja“, sagt der Anwohner, „das steht da so, aber wie lange gilt das?“ Wenn die Gemeinde das Areal gekauft habe, um Bauplätze zu schaffen, so habe der Vorgang mit politischer Transparenz wenig zu tun.

mk

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