Freitag, 21.02.2020

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Starke Alligators schlagen Tabellenzweiten Passau

Auch im zweiten Spiel unter Trainer Mikhail Nemirovsky siegt der HEC - 09.02.2020 22:15 Uhr

Endlich wieder jubeln: Die Alligators schlugen die EHF Passau verdient mit 4:2.


Bei seiner ersten Pressekonferenz im VIP-Raum des Eisstadions standen Sportvorstand Jörg Schobert und HEC-Ehrenpräsident Axel Rogner dem neuen Trainer zur Seite. Um zu übersetzen, weil Mikhail Nemirovskys Deutsch noch nicht so gut ist wie sein (offenbar sehr passables) Englisch.

Man konnte Nemirovysky dann aber auch so ganz gut verstehen, in seinem Mischmasch aus den beiden Sprachen. "It was a close game by the Mannschaft. We tried to play faster and with a little bit more Struktur als in den letzten zwei Spielen", sagte der Mann, der helfen soll, das Wunder zu vollbringen und die Alligators zum Klassenverbleib zu führen.

Hier geht es zur Bildergalerie. Die Hoffnung darauf ist nach diesem Wochenende tatsächlich wieder etwas größer. Denn nach dem Penalty-Sieg beim TEV Miesbach am Freitag legte der HEC gegen den Tabellenzweiten EHF Passau nach. Mit schnellerem Eishockey und "a little bit more Struktur" gewannen die Alligators bei einer überzeugenden Vorstellung mit 4:2.

Der HEC bricht nicht ein

Und wie gelang das, mehr Struktur im Spiel zu haben? Die Alligators waren von Beginn an sichtlich darum bemüht, Ruhe in die Partie zu bringen, zogen sich zurück, um das Spiel dann schnell von hinten aufzuziehen. Das klappte erstaunlich ordentlich, nur vor dem Tor von Passaus Goalie Clemens Ritschel wurde es anfangs noch zu unpräzise.

Passau dagegen war zunächst noch das aggressivere Team, baute Druck auf und ging in Führung. Einen von HEC-Torwart Benjamin Dirksen zunächst noch abgewehrten Schuss verwertete Michael Franz nach knapp acht Minuten zum 1:0 für die Gäste.

Doch das Gegentor ließ die Alligators nicht einbrechen – das war in dieser Saison zuvor oft anders gewesen. Beispiel für die offenbar gestiegene Moral: Als der HEC sich kurz vor Ende des ersten Drittels zum zweiten Mal in Unterzahl der Eishockeyfreunde erwehren musste, kam Höchstadt durch Vitalij Aab und einen Alleingang von Milan Kostourek zu zwei guten Chancen.

Überragender Kostourek

Überhaupt Kostourek: Der nachverpflichtete Kontingentspieler machte ein überragendes Spiel, war ein permanenter Störfaktor beim Passauer Überzahlspiel und erzielte das 1:1 nach einem starken Alleingang, an derem Ende er auch EHF-Goalie Ritschel umkurvte und nur noch einschieben musste. "Die individuelle Qualität einiger unserer Spieler hat die Partie entschieden", sagte Nemirovsky hinterher. "Und ein bisschen Teamgeist."

Knapp vier Minuten nach dem Ausgleich wehrte der Passauer Goalie einen Kostourek-Schuss zwar ab, doch der Puck kam zurück zu Juris Upitis. Während sich alle Defensivspieler der Gäste auf ihn und Kostourek konzentrierten, eilte hinter ihrem Rücken Anton Seewald heraneilte. Ein Pass zu ihm – und der Führungstreffer war nur noch Formsache.

Passau glich zwar am Ende eines Powerplays – der Hallensprecher hatte gerade "Höchstadt ist wieder komplett" durchgegeben – durch Jan Sybek noch einmal aus. Doch kurz vor Ende des zweiten Durchgangs gab Max Cejka noch einen gepfefferten Schuss von der Blauen Linie ab, den Florian Seelmann ins Passauer Tor zum 3:2 brachte. "Das dritte Tor war Gift für uns", sagte Passaus Trainer Heinz Feilmeier.

Sicher über die Zeit

20 Minuten mussten die Alligators nun noch überstehen, dass die Eishockeyfreunde so lange nicht mit dem Ausgleich warten wollten, zeigte Petr Sulcik, dessen Schuss kurz nach Beginn des letzten Drittels den Höchstadter Pfosten streifte. Doch der HEC wollte diesen Sieg, bissig, nicklich, unbequem ließen die Alligators Passau wenig Luft. Sie selbst bekamen sie: Kapitän Martin Vojcak hatte nach 45 Minuten viel Platz, um den Puck ins Passauer Tor zu heben. Nun zog sich der HEC wieder zurück – und brachte den Sieg ruhig und konzentriert über die Zeit.

Damit springen die Alligators auf Rang drei der Tabelle – bliebe es dabei, sähe die Ausgangslage für die Verzahnungs-Playoffs gar nicht mehr so düster aus.

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