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StUB durch Rathgeberstraße: realisierbar und fahrgastnah

Deutliches Ergebnis war mit Spannung erwartet worden: Lohhof-Lösung scheidet aus — Flughafenstraße mit Engstelle ab Hallertürlein - 14.06.2018 18:54 Uhr

Daniel Große-Verspohl (l.) und Florian Gräf (r.) vom Zweckverband StUB erläutern mit Bürgermeister German Hacker die Resultate der Variantenuntersuchung zur StUB. © Fotos: Horst Linke


Beteiligung der Bürger in Infoveranstaltungen und online, Trassenbegehungen und Bürgereinschätzungen: Fast alle waren schon vorab zum Ergebnis gekommen, die Rathgeberstraße sei am besten geeignet, eine Stadt-Umland-Bahn aufzunehmen. Die vom Zweckverband StUB mit Geschäftsführern Daniel Große-Verspohl und Florian Gräf in Auftrag gegebene und den Anwohnern von Rathgeber- und Flughafenstraße vorab erläuterte Studie des Büros VerkehrsConsult Dresden-Berlin (VCDB) förderte in einem Formalisierten Abwägungs- und Raumordnungsverfahren dasselbe Ergebnis zutage.

Kriterien der Expertise

Mit den Kriterien Fahrgast (Reisezeit, Umsteigehäufigkeit, Erreichbarkeit), Betrieb (Betriebsaufwand, Streckenführung, Streckenqualität), Kommune (Investitionsvolumen, Konflikte mit anderen Verkehrsarten, Verkehrsverlagerungen auf den Öffentlichen Verkehr) und Allgemeinheit (Städtebau, Streckensensitivität, Verkehrsemmissionen) erzielte die Rathgeberstraße die höchsten Werte.

Die Flughafenstraße mit Blick ins Tal: Eng wird‘s unten ab Hallertürlein (Bildmitte). Daher wird diese Variante im Planverfahren nachgeordnet betrachtet.


Obgleich die Flughafenstraße mit 20,9 Millionen Euro Investition auf Herzogenauracher Stadtgebiet günstiger wäre, erzielte sie nur zweite Präferenz. Für die Rathgeberstraße wird eine Investition von 22,4 Millionen Euro veranschlagt, für die Lohhof-Variante wurden 26,1 Millionen Euro errechnet.

Die Lohhof-Variante fiel vor allem hinsichtlich der Nachfragewirkung von Fahrgästen ab, wegen eines kostenträchtigen, nach Eisenbahnrecht zu schaffenden Brückenbauwerks über den Hans-Ort-Ring und aus ökologischen Gründen. Der Lohhofgraben müsste verrohrt werden. Eine künftige Stadthalle und das Baugebiet Reihenzach zwischen Flughafenstraße und Nutzung wären nicht angebunden.

"Finanziell nicht vertretbar", so Florian Gräf, sei eine immer wieder diskutierte Tunnel-Lösung. Auch würde die Bahn "an der Gartenseite der Anwohner" vorbeifahren, so Gräfe ferner. Ungünstig in der Flughafenstraße wäre insbesondere die Engstelle zwischen Hallertürlein und Bayerischem Hof, wo eine Zweigleisigkeit mit Fahrzeugbegegnung ausscheiden würde und mit einer die Fahrzeitzeit verzögernden Ampellösung zu arbeiten wäre.

Die zwar 200 Meter längere Rathgeber-Variante weise neben der Einbeziehung beider Hauptquartiere der Sportfirmen die größtenteils notwendige Straßenbreite auf, hieß es.

Die Nachfrageentwicklung der Fahrgäste sei mit derjenigen in der Flughafenstraße vergleichbar.

Nach der Querung der Erlanger Straße könne man (neben dem rabatz) auf städtischem Grund weiterbauen und parallel zur Hans-Maier-Straße ebenfalls auf städtischem Grund weiterführen. Vor dem Schaeffler-Parkhaus müsste ein Stück eingleisig geführt werden.

An welchem Punkt vis à vis von Schaeffler sich genau die Wendeschleife befinden wird, dies soll in enger Absprache mit dem Unternehmen bei der weiteren Planung erfolgen.

Der Nachteil der Rathgeber-Variante: eine neue Aurachbrücke jenseits der Hans-Maier-Straße wird gebraucht.

Den eigens eingeladenen Anwohnern der Rathgeber- und Flughafenstraße sollte vorab Gelegenheit gegeben werden, sich ausführlich auch mit Infos an Stellwänden zu unterrichten. "Berechtigte Sorgen" würden aufgegriffen, unterstrich Bürgermeister German Hacker.

Unter anderem wurde nach der Geräuschentwicklung gefragt und nach Parkplätzen. Hacker wiederholte auch seine Zusage, sobald die Südumgehung gebaut sei und die StUB durch die Rathgeberstraße führe, würden die Lkw aus der städtischen Straße ausgeschlossen.

Im Folgenden besteht im Planfeststellungsverfahren Gelegenheit zum Bürgereinspruch. Auch Daniel Große-Verspohl und Florian Gräf versicherten: "Wir bleiben im Dialog wie bisher". 

Edith Kern-Miereisz E-Mail

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