Dienstag, 13.04.2021

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Südumgehung von Niederndorf - ein Flop?

Bürger sparen in Herzogenaurach nicht mit Kritik - 02.08.2017 06:00 Uhr

So könnte die Südumgehungs-Brücke über den Litzelbach am südwestlichen Ortsausgang von Hauptendorf einmal aussehen.

01.08.2017 © Ingenieurbüro Grassl


Im vollbesetzten Sitzungssaal des Rathauses stellte Bürgermeister German Hacker die nun festgelegte Trassenplanung vor. Im Vorfeld sind bereits etliche "Hausaufgaben" erledigt worden, wie etwa die Verkehrs- und Bodenuntersuchungen.

Das Raumordnungsverfahren wurde durchgeführt, eine Versammlung mit den Grundstückseigentümern hat bereits stattgefunden. Über 100 Randbedingungen müssten bei einem solchen Vorhaben berücksichtigt werden, darunter der Schutz von mehr als 93 Tierarten, meinte Hacker. Beginnend mit der Bauplanung am Osttor von Schaeffler entzündete sich gleich eine heftige Diskussion. "Wieso wird die Straße so nah an der Bebauung von Hauptendorf geplant und nicht entlang des Golfplatzes?", wollten etliche Anwohner wissen. Das würde den schützenswerten Wald mit alten Eichen und seltenen Spechtarten durchschneiden, begründete Klaus Albrecht von der Landschaftsplanung Anuva diese Straßenführung.

Hacker ließ keinen Zweifel daran, dass ein solch großes, bedeutendes Projekt natürlich ein Spagat zwischen Landschaftsverbrauch, Lärmbelästigung, Kosteneffizienz einerseits und der Vermeidung eines Verkehrskollapses andererseits sei.

Hubert Kerler aus Niederndorf war skeptisch und prophezeite: "Die Straße wird ein Flop – die Autoindustrie ist in der Krise und wird sich verändern." Hacker hielt dagegen, gerade, wenn es mehr Elektroautos gebe, würden die Menschen ohne schlechtes Gewissen weiterhin mit dem Pkw fahren.

Kritik übten die Zuhörer auch an den vielen Brückenbauwerken, etwa über den Pfersbachgraben oder den Litzelbach. Diese seien aus Naturschutzgründen geplant worden, begründete Hacker, der Talraum werde dadurch nicht ganz abgeriegelt.

"Warum ist die Umgehung im Süden des Fasanenwegs in einer Dammlage vorgesehen?", fragte Dieter Kapfhamer, ein Anwohner dieser Straße. Er befürchtet eine erhebliche Lärmbelästigung. Nach Meinung von Hacker sind die Häuser jedoch zu weit weg, etwa 300 Meter, um davon beeinträchtigt zu werden. Die Dammlage sei notwendig, um die Höhenunterschiede zur Niederndorfer Ostspange zu bewältigen.

Wenn das 40-Millionen-Euro-Projekt in fünf Jahren verwirklicht sein wird, dann sind für die Niederndorfer Hauptstraße eine Tempo-30-Zone und ein Lkw-Durchfahrts-Verbot geplant. Christian von Reitzenstein bezweifelte dies, da die Stadt Erlangen in Häusling die Tempo-30-Regelung wahrscheinlich wieder rückgängig machen muss. Die Lage in Häusling sei völlig anders, denn hier handle es sich um eine Kreisstraße, entgegnete Hacker. In Niederndorf werde die Straße dagegen in eine Gemeindestraße umgewidmet, und da könne die Stadt entscheiden.

Horst Eisenack wollte wissen, ob Amphibiendurchlässe bei Neuses geplant seien, dies bestätigte Albrecht. Uschi Schmidt bezweifelte, dass sich dieses Bauvorhaben mit einer Summe von 40 Millionen Euro realisieren lässt. Hacker beruhigte sie: "Der Freistaat sitzt mit im Boot, schaut genau auf die Zahlen und fördert das Projekt erheblich."

Es wird sicherlich nicht die letzte Veranstaltung zur Südumgehung gewesen sein. Hacker forderte die Zuhörer ausdrücklich auf: "Suchen Sie nach Fehlern in der Planung."

 

MARGOT JANSEN

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