Überragend: Mädchen schrieben Mittlere Reife

19.7.2018, 20:19 Uhr
Die Besten des Jahrgangs 2017/18 der Realschule Herzogenaurach: (v.l.) Svenja Schäfer (1,00), Cassandra Bayer (1,09) und Ariane Nagel (1,09) mit Schulleiter Ulrich Langer und Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (r.).

Die Besten des Jahrgangs 2017/18 der Realschule Herzogenaurach: (v.l.) Svenja Schäfer (1,00), Cassandra Bayer (1,09) und Ariane Nagel (1,09) mit Schulleiter Ulrich Langer und Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (r.). © Foto: Edgar Pfrogner

"Wo sind die Jungs?" fragte da so mancher Zuhörer in großen Auditorium aus Eltern, Lehrern, Familie und Freunden. Und Bürgermeister German Hacker brachte es zum Ausdruck: "Alles Frauen!" Die Avantgarde des Jahrgangs waren Svenja Schäfer mit einem Notendurchschnitt von 1,00, Cassandra Bayer mit 1,09 und Ariane Nagel, die ebenfalls 1,09 erreichte.

155 bestanden den Prüfungsmarathon, für besonderes Engagement wurden über 100 Schüler ausgezeichnet (siehe Kasten links), einige waren in verschiedenen Gruppen gleichzeitig aktiv. Eine Auszeichnung für herausragendes Engagement als Schülersprecherin für die Schulgemeinschaft erhielt Sophia Lodde (10c).

Neun der zehn Schulbesten entstammen einer einzigen Klasse, der 10c mit Schnitten zwischen 1,00 und 1,5. Die Klasse verzeichnet insgesamt 13 Einser-Schnitte. Einen sicheren Ausbildungsplatz haben 70 Schüler in der Tasche, weiterführende Schulen besuchen 76 (davon gehen neun ans Gymnasium, 59 an die Fachoberschule). Ein Freiwilliges Soziales Jahr oder Auslandsjahr planen fünf Schüler.

Dank für das Engagement: Als „Multifunktionär“ wurde Emanuel Maydt (2. v.l.) mehrfach aufgerufen, Lukas Brunner (2. v. r.) spielte auch Piano.

Dank für das Engagement: Als „Multifunktionär“ wurde Emanuel Maydt (2. v.l.) mehrfach aufgerufen, Lukas Brunner (2. v. r.) spielte auch Piano.

Markus Ott, stellvertretender Schulleiter begrüßte die Festversammlung, die sich erstmals im Redoutensaal eingefunden hatte und wandte sich an die Schüler: "Ihr habt es ins Finale geschafft." Erstmals erklang für einen Absolventenjahrgang auch die Realschulhymne.

Landrat Alexander Tritthart vertrat den Kreis, der als Sachaufwandsträger für 14 Schulen und auch die Realschule zuständig ist. 1,8 Prozent Arbeitslosenquote, eine Verwaltung. die dringend Nachwuchs sucht – der Landkreis selbst beschäftigt 650 Arbeitnehmer – widerspiegelten die Prosperität des Kreises. Von vier Zusagen auf Ausbildungsplätze in der Kreisverwaltung hätten dieser Tage allerdings drei wieder abgesagt.

Eventuell können "die Kinder der Absolventen einmal in einer Herzogenauracher Stadthalle feiern", spielte Herzogenaurachs Bürgermeister auf das jährlich wiederkehrende Thema an. Immerhin sei in der jüngsten Stadtratssitzung der Bebauungsplan Reihenzach verabschiedet worden. Er riet den Schulabgängern, sich zu engagieren, auch sich zu verändern.

Sie stimmten das Publikum auch mit Erinnerungen auf die Feier ein: Die Schülersprecherinnen Nathalie Süß und Sophia Lodde (r.).

Sie stimmten das Publikum auch mit Erinnerungen auf die Feier ein: Die Schülersprecherinnen Nathalie Süß und Sophia Lodde (r.). © Fotos: Edgar Pfrogner

Die Schülersprecherinnen Sophia Lodde und Nathalie Süß blickten zurück auf eine Lebensphase, die sie "von neugierigen Kindern zu fast Erwachsenen" reifen ließ, erinnerten an Abschlussfahrten in die Niederlande oder nach Berlin.

Ilona Kaup vom Elternbeirat ließ die kontrastreichen Stimmungschwankungen der Eltern revuepassieren und dankte für vielfache Unterstützung, ebenso wie Carla Hermanns vom Förderverein.

Die neue Welt durch die Digitalisierung stand im Zentrum der Rede von Schulleiter Ulrich Langer, der appellierte, das eigene Nachdenken und Hintergrundwissen nicht zu vergessen angesichts digitaler Assistenten: "Künstliche Intelligenz könnte unsere natürlich Dummheit ausnützen", schaute er in eine Zukunft oder Gegenwart, in der "das Handy uns in der Hand hat." Seit 2012, seit 50 Prozent der Teenager über ein Smartphone verfügten, sei die Zufriedenheitsrate wieder gesunken. Auch warnte er anhand der Kinderbuchfigur Jim Knopf vor der Unwilligkeit, sich und die Welt neu zu denken, um ein vermeintliches Idyll zu erhalten. Schließlich dankte er den Lehrern und Eltern dieses ungewöhnlichen Jahrgangs.

Mit Portrait-Präsentation erhielten die Absolventen klassenweise ihre Zeugnisse der Mittleren Reife. Manchmal launige, manchmal ernste, oft heitere und emotionale Schlussworte der jeweiligen Klassenlehrer wurden verlesen. Am Ende sandte der Zehntklässler Lukas Brunner noch einnmal vom Piano einen musikalischen ins Auditorium. Er und die drei Mädchen Anne Merlino, Emily Knigge und Rebecca Hastreiter (7c) umrahmten die Abschiedsfeier auch mit zarten Karinetten- und Harfenklängen.

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