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Montag, 10.08.2020

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Unterreichenbach: Eine Straße wird recycelt

Zerkleinert und mit einem Bindemittel versetzt, werden Schotter und Asphalt zum Unterbau der neuen Fahrbahn bei Unterreichenbach. - 25.06.2020 15:31 Uhr

Mit der Maschine wird das Bindemittel ins zerkleinerte Straßenmaterial eingebracht. Davor das Wasser-Fahrzeug.


Bürgermeister Klaus Schumann und auch Vertreter der straßenreichen Nachbarstadt Herzogenaurach haben die außergewöhnliche Baustelle gezeigt bekommen. Hier fahren zwar schwere Maschinen auf der Trasse, aber keine Lastwagen mit Asphalt- und Tragschicht-Resten weg bzw. mit Tonnen von Schotter durchs Dorf hin.

Das Geheimnis ist ein Bindemittel, das die Firma IBS aus Rottweil entwickelt hat. Es ist, sagt deren geschäftsführender Gesellschafter Julian Bihl, Zement, allerdings angereichert mit einem Mix aus zehn Mineralien aus aller Welt.

Dieser mineralische Stoff, versetzt mit Wasser, macht aus dem alten Asphalt, samt Tragschicht und Unterbau einen neuen Straßen-Untergrund. Für dessen Haltbarkeit und Frostfestigkeit übernimmt Uwe Büchele Gewährleistung. Bücheles Unternehmen "Heber Terramix" aus dem ebenfalls schwäbischen Metzingen wendet das Bindemittel-Verfahren seit 20 Jahren an – in Unterreichenbach als Subunternehmer der Bamberger Traditionsfirma Höllein, die die Maßnahme nach den Plänen des Büros GBI durchführt.

Um das Material der brüchig gewordenen Straße wieder zu verwenden, wird es zuerst mit einer Steinfräse fast pulverisiert. Dann wird es mit dem Bindemittel versetzt, mit verschiedenen Walzen verdichtet und das so genannte Planum erstellt, das die vom Planer vorgegebene Straßenneigung abbildet. Schließlich muss nur noch asphaltiert werden.

Bei einem runden Kilometer 5,50 Meter breiter Straße, wie bei Unterreichenbach der Fall, spart man sich den Transport, vor allem aber die Entsorgungsgebühren von rund 2000 Kubikmetern Aushub. Um den weg- und neues Material anzufahren wären etwa 2000 CO2-trächtige LKW-Fahrten nötig. Außerdem ist der agnze Straenbau mit allen Nebenarbeiten in fünf Wochen erledigt und mit rund 430 000 Euro etwa 25 Prozent billiger als ein herkömmlicher Komplettaufbau. Überzeugende Argumente, so Bürgermeister Klaus Schumann und Planer Christian Siebenhaar von GBI.

RAINER GROH

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