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Montag, 30.11.2020

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VdK Herzogenaurach kämpft gegen die Einsamkeit

Die Aktiven wollen den Kontakt zu den älteren Mitgliedern aber nicht verlieren - 24.10.2020 09:00 Uhr

Nähe und Geselligkeit im üblichen Sinne ist derzeit kaum möglich. Der VdK ist besorgt.

23.10.2020 © Foto: colourbox.de


Gerichtet ist der "Infobrief" mit diesem Inhalt an die VdK-Mitglieder des Ortsverbandes Herzogenaurach. Der Vorsitzende Karl-Heinz Schneider brachte ihn dieser Tage auch in die Lokalredaktion zur Veröffentlichung und meinte: "Mal sehen, wie das noch weitergeht."

Wie zwiespältig ist doch die Corona-Krise gerade für ältere Menschen! Da ist das Risiko der Infektion, zum anderen droht Einsamkeit. Beim VdK weiß man um die Problematik und steckt mittendrin. Über 10 000 Mitglieder hat der Kreisverband, überwiegend älteren Semesters. Während sich der Bundes- und Landesverband des VdK mit sozialpolitischen Fragestellungen beschäftigt und Lobbyarbeit leistet, kümmern sich die Kreisverbände um die Beratung. Und – ganz wichtig – um Freizeitbeschäftigung und Geselligkeit. Das bricht derzeit fast komplett weg.

Verlass auf die Ortsverbände

"Uns ist vom Landesverband empfohlen worden, bis Jahresende alle Veranstaltungen drinnen abzusagen", erklärt Kreisvorsitzender Karl-Heinz Bauer. Das werde man auch so umsetzen. "Auf meine Ortsverbände kann ich mich verlassen."

Welchen Sinn machen auch Treffen in Räumen, wo wenige Menschen in großen Abständen sitzen? "Soll ich etwa die teure Erlanger Stadthalle für 100 Leute anmieten und den Mitgliedern dann Kaffee und Kuchen hinstellen?" Sehr gesellig sei das ja wohl nicht.

So denkt auch Karl-Heinz Schneider in Herzogenaurach. "Das Vereinshaus ist zu groß, das Generationen.Zentrum zu klein." Was tun beim vorhandenen Risiko? Besser nichts.

Etwas Neues einfallen lassen

Die Aktiven im VdK sind aber keineswegs tatenlos. "Tatsächlich ist seit Corona viel mehr zu tun", sagt Kreisvorsitzender Bauer. Es wird viel telefoniert. "Viele Mitglieder rufen an, wann es wieder losgeht." Positives gibt es momentan nicht zu vermelden, aber immerhin: Es wird gesprochen. "Wir arbeiten gegen die Einsamkeit an." Neulich hat Karl-Heinz Bauer ein Mitglied vor der Haustür besucht und ist mit ihm ein bisschen spazieren gegangen. "Man muss sich immer etwas Neues einfallen lassen."

An den Geburtstagsbesuchen bei VdK-Mitgliedern wird in Herzogenaurach festgehalten. "Vor der Tür und mit Mundschutz", sagte Karl-Heinz Schneider. Wenn das nicht geht, dann eben telefonisch.

Viel Sorgen macht sich der VdK um die Bewohner der Alten- und Pflegeheime. "Ich hoffe, man hat aus den Erfahrungen gelernt", so Kreisvorsitzender Bauer. "Da haben sich gnadenlose Schicksale abgespielt." Eine komplette Abschottung dürfe es nicht mehr geben, Corona-Schnelltests könnten da womöglich sehr helfen.

Spenden werden sinken

Abgesagt wurde zumindest auf Kreisverbandsebene auch die Haussammlung "Helft Wunden heilen". Gerade in kleineren Ortsverbänden gingen die Aktiven stets von Haus zu Haus, um für soziale Zwecke Geld zu sammeln. Die einzige Möglichkeit zu spenden ist nun die Überweisung. Insgesamt fürchtet Karl-Heinz Bauer, dass das Spendenergebnis um 80 Prozent sinken wird.

Und im nächsten Jahr? "Die Ortsverbände sollen ihre Jahresplanung machen", sagt Karl-Heinz Bauer. "Aber sie müssen wissen, dass die Veranstaltungen eventuell auch wieder abgesagt werden müssen."

Wer "Helft Wunden heilen" unterstützen will: Bis 15. November kann gespendet werden auf das Konto des VdK Herzogenaurach, IBAN DE56 7635 0000 0006 0036 78; Informationen über die Spendenaktion unter www.vdk.de

MATTHIAS KRONAU

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