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Vogelgrippe: Geflügelhalter im Aischgrund sind in Alarm-Bereitschaft

Die Hygienestandards sind aber ohnehin sehr hoch - 04.02.2021 14:30 Uhr

03.02.2021


In einem kleinen Betrieb in Pottenstein im Landkreis Bayreuth ist ein Ausbruch von Geflügelpest (HPAI, hochpathogene Aviäre Influenza) festgestellt worden.

Um eine Ausbreitung zu verhindern, hat das Landratsamt Erlangen-Höchstadt eine "tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung" erlassen. Die Ställe sind gegen unbefugtes Betreten zu sichern, Schutzkleidung zu tragen, genutzte Geräte zu desinfizieren. Für die Betriebe, die ohnehin hohe Hygienestandards einhalten, bedeutet das zwar aktuell noch keine große Umstellung – in Habacht-Stellung sind sie aber trotzdem.

Viele Wasservögel kommen in die Gegend

"Wir leben hier in einer Weihergegend, die viele Wasservögel anlockt", betont zum Beispiel Biolandwirt Gerhard Kerschbaum aus Hemhofen. Schon über Reste von Wildvogel-Exkrementen, zum Beispiel an einem Schuh oder einem Arbeitsgerät haftend, könnten sich seine Tiere anstecken. Oder über kleinste Partikel an der Kleidung oder den Arbeitsgeräten.

Kerschmann hält 230 Hennen in einem Hühnermobil. Sie dürfen nach wie vor ins Freie, aber der Landwirt hat schon einen Plan für den Fall, dass die Regeln strenger werden, weil die Ausbreitung zunimmt. Komplett in den Stall einsperren möchte Kerschbaum seine Hühner nach Möglichkeit nicht – "dann kann es zu Kannibalismus kommen". Er würde eine Art Zelt über die Freifläche ziehen, das die Tiere von der Außenwelt trennt.

Scharren im "Wintergarten"

Alfred Winkler könnte das mit seinen knapp 15 000 Hühnern in Kleinweisach nicht so einfach machen. Bei ihm geht es um ganz andere Dimensionen. Der Landwirt hat sich auf seinem Hof in dem Vestenbergsgreuther Ortsteil ohnehin für Bodenhaltung entschieden – auch wegen der ständigen Bedrohung durch die Vogelgrippe. Bei ihm haben die Tiere neben dem Stall eine Art "Wintergarten", in dem sie scharren und picken können – da kommt aber kein Wildvogel und auch kein menschlicher Besucher rein.

Seit rund zehn Jahren setzt Winkler ohnehin verschiedenste Hygiene- und Kontrollregeln um. Keiner betritt die Ställe ohne Schutzkleidung, Desinfektionsmatten liegen im Eingangsbereich und etwa alle anderthalb Jahre wird der Stall komplett desinfiziert. "Dann ist alles piccobello und eine Herde kann nichts auf eine kommende übertragen." In 22 Jahren habe er nur ein einziges Mal Antibiotika geben müssen – allerdings nicht wegen der Vogelgrippe.

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Der Betrieb Enten Wichmann in Warmersdorf, der vor vielen Jahren mal mit einem Ausbruch von Geflügelpest zu kämpfen hatte, hält aktuell in dem Wachenrother Ortsteil gar keine Tiere mehr.

"Wir bürgen hier draußen mit unserem Namen", betont Alfred Winkler. Ein Befall wäre ein empfindlicher Schlag, der ihn um Jahre zurückwerfen würde.

Der kleine Betrieb in Pottenstein im Landkreis Bayreuth, bei der der jüngste regionale Ausbruch festgestellt wurde, ist gesperrt. Alle 20 Tiere wurden gekeult. Laut Homepage des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gibt es keinen Hinweis darauf, dass die aktuell nachgewiesenen H5-Viren Menschen infizieren können. Dennoch sollten tot aufgefundene Vögel nicht angefasst werden und Funde den lokalen Behörden gemeldet werden.

Füttern verboten

Das Entenfüttern am Weiher ist nach der aktuellen Allgemeinverfügung verboten. Es gilt für Wildgeflügel (neben Enten sind das zum Beispiel Gänse, Rebhühner, Fasane oder Wachteln) und Wildvögel (Greifvögel, Eulen und Co). Auch Ausstellungen, Märkte und Geflügelschauen dürfen nicht stattfinden – das ist wegen der Corona-Pandemie ja aber ohnehin so. Seit November 2020 tritt die hochpathogene Aviäre Influenza auch in Bayern auf. Es sind mehrere Fälle bei Wildvögeln in den Landkreisen Starnberg, Passau, Landsberg am Lech und Haßberge nachgewiesen.

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CLAUDIA FREILINGER

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