Montag, 16.12.2019

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Von vier bis 96: Musikmachen über vier Generationen

Die Musikschule Hemhofen bietet generationenübergreifende musikalische Früherziehung - 15.11.2019 07:00 Uhr

Mit Musik, Bewegung, Tanz und Spaß: Bei der musikalischen Früherziehung im Hemhofener Haus Heinrich kommen Alt und Jung spielerisch zusammen. © Foto: Ralf Rödel


"Musikalische Früherziehung plus" heißt das Angebot, das es erst seit diesem Schuljahr gibt. "Plus", weil hier nicht wie bei der klassischen Früherziehung "nur" Kindergartenkinder unterrichtet werden, sondern auch Bewohner des Seniorenzentrums mit an Bord sind.

Bei dem generationenübergreifenden Kurs werde "das Gespür für Musik geweckt", sagt Reinersmann, gleichzeitig gehe es hier aber um Sozialkompetenz. Neben dem gemeinsamen Singen und Musizieren stehen das Entstehen eines Gruppengefühls und ganz viel Erfahrungsaustausch im Zentrum – etwa wenn Seniorinnen Herbstlieder mit in die Gruppe bringen, die sie selbst in der Schule gesungen haben und die die Kinder dann lernen.

Das Miteinander steht bei den Aktionen im Mittelpunkt. © Foto: Ralf Rödel


Die Senioren werden bei den gemeinsamen Musikstunden zu etwas mehr Mobilität motiviert, soweit das im individuellen Fall möglich ist. Und die Kinder lernen nebenbei so banale Dinge wie etwa dies, dass man mit Senioren unter Umständen etwas lauter und deutlicher sprechen muss.

Die Idee zu dem Kurs stammt von Sarah Szarek, der jungen Leiterin der Hemhofener Musikschule. Sie will das Angebot der Musikschule erweitern, auch Erwachsenen mehr anbieten. Bei Heike Reinersmann, die seit mehr als 25 Jahren musikalische Früherziehung unterrichtet, stieß sie damit auf offene Ohren. Reinersmann informierte sich bei Uni-Dozenten über generationenübergreifende Früherziehung, las sich in das Thema ein.

Bereits vor den Sommerferien fand probeweise elementare Musikpädagogik im Seniorenheim statt, seit September läuft der reguläre Kurs mit Teilnehmern im Alter von vier bis 96 Jahren. "Und die Gruppe findet zueinander, Jung und Alt treten immer mehr in Kontakt zueinander", freut sich Reinersmann.

Saßen Kinder und Senioren anfangs noch respektvoll "in Blöcken" getrennt, mischt sich die Gruppe jetzt durch. Beim Erntetanz geht es darum, zu Musik imaginäre Äpfel zu pflücken und Kartoffeln in Säcke zu klauben, und später mit einem fröhlichen Tanz die getane Arbeit zu feiern. Wie selbstverständlich nehmen sich dabei das Vorschulkind und die Endachtzigerin an den Händen und drehen sich als Pärchen im Kreis – und wenn Instrumente verteilt werden, bringen die Mädchen und der einzige Junge im Kurs den Senioren etwas aus der Mitte des Kreises mit.

Von der Lehrerin gibt es viel Lob: "Das klingt ja fast schon wie ein Orchester", sagt Heike Reinersmann zu ihren ganz jungen und schon betagten Schülern. Bald haben diese Gelegenheit, ihr Gelerntes auch in etwas größerem Rahmen zu präsentieren: Vor Weihnachten soll im Café von Haus Heinrich ein kleines Konzert stattfinden, bei dem dann ebenfalls junge Klavierschüler der Musikschule auftreten werden.

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