Waldcorporation gibt sich neue Satzung

27.2.2012, 16:52 Uhr
Noch nicht abgerechnet werden konnten die Einnahmen aus der Holzernte, hier im Herbst im Birkenbühl. Deshalb weist die Bilanz der Waldcorporation formal ein Defizit aus.

© Distler Noch nicht abgerechnet werden konnten die Einnahmen aus der Holzernte, hier im Herbst im Birkenbühl. Deshalb weist die Bilanz der Waldcorporation formal ein Defizit aus.

Längere Zeit benötigte die „Neufassung der Satzung“, weshalb auch Notar Markus Kühnlein anwesend war. An der Versammlung nahmen auch Forstdirektor Peter Pröbstle vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Fürth, Heike Grumann, Revierleiterin des Reviers Erlangen, Thomas Speth, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Erlangen-Höchstadt, der stellvertretende Herzogenauracher Bürgermeister Manfred Welker sowie die Kirchenräte Thomas Kotzer und Walter Drebinger teil.

Streng genommen gilt immer noch die Satzung von 1856. Einzelne Punkte sind inzwischen aber praktisch undurchführbar. So können keine Waldflächen erworben werden. Als protokollierender Notar bezeichnete Kühnlein die Waldcorporation als „juristisches Neuland“. Das Bayerische Oberlandesgericht charakterisiert sie als privatrechtliche Vereinigung mit gemeinsamem Eigentum. Daher galt es, die Satzung in öffentlicher Form neu zu fassen. Helmut Müller konnte die Anwesenden dahingehend beruhigen, dass die neue Fassung mit dem Notar und dem Forstamt bereits abgesprochen sei.

Fritz Welker dankte dem Verwaltungsrat für die gute Arbeit. Er bezeichnete den Wald als Bürgerrecht und Bürgergut. Nicht gefallen wollte ihm, dass nach der neuen Satzung drei Viertel der in der Generalversammlung Anwesenden ausreichen, um die Satzung zu ändern. Welker äußerte auch Bedenken für größere Vorhaben.

Müller erklärte, dass größere Vorhaben in der Generalversammlung angesprochen, durch eine Mehrheit der Anwesenden abgesegnet werden müssen und bereits auf der schriftlichen Einladung aufgeführt sind. Zusätzlich habe das Forstamt ein erhebliches Mitspracherecht. Dies bestätigte Peter Pröbstle: „Es gibt eine staatliche Kontrolle der Waldcorporation über das Forstamt. Verkaufen und zu starkes Belasten der Flächen geht nicht." Für die neue Satzung stimmten 66 Anwesende, elf waren dagegen, ein Stimmzettel war ungültig. Somit ist die Satzung beschlossen.

Im Jahresbericht erläuterte Müller, dass 3159 Festmeter Holz eingeschlagen und an die Firmen Ziegler in Plößberg, Hofmann in Cadolzburg, Muß in Mühlhausen, Franz in Oberreichenbach und Kugler in Vestenbergsgreuth verkauft wurden. Da der Holzeinschlag erst im November begann, gingen die Zahlungen erst im Januar bzw. Februar ein und konnten für den Kassenbericht nicht mehr berücksichtigt werden. Deshalb berichtete der Verwaltungsrat für Finanzen, Horst Ploner, momentan von 181000 Euro Einnahmen, denen 235000 Euro Ausgaben gegenüber standen.

2011 konnte die Halle mit Sozialräumen, einem Aufenthaltsraum, einem Sitzungszimmer und einem Archivraum bei der Turnerschaft endgültig fertig gestellt und durch Stadtpfarrer Helmut Hetzel eingeweiht werden.

Satzungsgemäß mussten die Kassenprüfer neu gewählt werden. Auf Vorschlag wurden Roland Stopfer (Stadt- und Kreissparkasse Erlangen) sowie Jörg Winter (VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach) einstimmig gewählt. Dann wurden noch Kandidaten für den Verwaltungsrat bestimmt, da drei Mitglieder turnusgemäß ausscheiden. Für die Wahlen am 24. März fanden sich folgende Kandidaten: Thomas Welker, Georg Mauser, Walther Drebinger, Helmut Glaß, Klaus Bucher, Günther Graf, Helmut Körner, Gabriele Sehring-Castelli, Beate Bedner, Hedwig Röttger.

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