Freitag, 28.02.2020

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Was Kita-Kinder am liebsten spielen

Trotz vieler Neuigkeiten im Spielwarenbereich: Lego und Holzbauklötze sind hoch im Kurs - 30.01.2020 17:02 Uhr

Super finden (v. l.) Leni, Daria, Fiona, Nick und Lian von der Käfergruppe im Höchstadter Kindergarten St. Michael das Zahnradspiel von Korbo. Mit den bunten Bausteinen können sie immer wieder neue, sich selbst drehende Konstruktionen bauen. © Foto: Edgar Pfrogner


  Wir befragten dazu zwei erfahrene Erzieherinnen: Beate Gehr, die die katholischen Kindergärten St. Hedwig und St. Michael in Höchstadt leitet, und Rita Weller, Leiterin der katholischen Kindergärten Sancta Maria in Adelsdorf und St. Theresia Aisch.

Neueste Spielzeuge im Kindergarten? Da muss Rita Weller fast schmunzeln. "Wir vermeiden es ganz bewusst, so Trendiges anzuschaffen", sagt sie. Mit solchen Sachen würden viele Kinder schon zuhause überschüttet. Doch erfahrungsgemäß würden gerade den neuesten Spielzeugerrungenschaften oft der pädagogische Hintergrund fehlen. "Bei vielen Spielwaren, die als neu und toll gepriesen werden, denke ich mir: So ein Quatsch", so Weller. Und häufig seien Spielzeugneuigkeiten nur Altes im neuen Gewand.

In den drei Kindergartengruppen mit 75 Kindern, für die sie zuständig ist, stehen vielmehr ganz klassische Spiele und vor allem Konstruktionsmaterial hoch im Kurs: Lego, Duplo, Magnetbausteine. "Damit spielen die Kinder nach wie vor sehr gern." Aber auch Puzzles und Brettspiele seien beliebt, weiß die Erzieherin. Man bleibe lieber bei Altbewährten. "Kinder sollen selbst gefordert sein und gefördert werden", erläutert sie, dann sei ein Spielzeug sinnvoll.

Weniger ist mehr

Außerdem, so rät Weller auch, sollte man den Kindern nach dem Motto "Weniger ist mehr" nicht so viel Spielzeug geben, sondern die Sachen lieber mal austauschen, um wieder einen neuen Reiz zu setzen. Absolut positive Erfahrungen habe man 2019 im Kindergarten Sancta Maria mit einer spielzeugfreien Zeit gemacht. Die Phase zog sich über drei Monate hin, erzählt sie. Vom gemeinsamen Ausräumen der Spielsachen bis zum wieder einräumen.

"Natürlich mussten sich die Kinder erst ein bisschen dran gewöhnen, dass die Spielsachen weg waren." Dafür durften die Kinder alles Mögliche von zuhause mitbringen. Gespielt und gebastelt wurde dann mit Kartons, leeren Flaschen, Joghurtbechern oder mit Naturmaterialien aus dem Garten. "Das ist sehr gut bei den Kindern und Mitarbeitern angekommen. Auch die Eltern, die zunächst sehr skeptisch waren, hätten es gut gefunden. "Das war insgesamt so positiv, dass wir das heuer wieder machen", sagt Rita Weller.

Auch in den Höchstadter Kindergarten St. Hedwig und St. Michael setzt man weniger auf trendige Spielwaren. Hier spielen die meisten Kinder ebenfalls am liebsten mit klassischem Material: Lego, Duplo, Sono, Holz- und Magnetbausteinen, erzählt Beate Gehr. Alle zwei Monate werden die Spielbereiche in den einzelnen Gruppen neu gestaltet und zwischendurch immer wieder mal das Spielmaterial ausgetauscht. Das sorge für Abwechslung und setze neue Reize, so Gehr.

Neues ausprobieren

Bei der Auswahl der Spielwaren lassen sich die Höchstadter Erzieherinnen entweder von Vertretern, die in den Kindergarten kommen, oder im örtlichen Spielwarengeschäft persönlich beraten. "Wir probieren auch immer wieder mal was Neues aus und schauen, ob es bei den Kindern ankommt." So habe man beispielsweise vor einiger Zeit neuartige Holzbausteine angeschafft, in der Hoffnung, die Kinder könnten kreativer als mit den klassischen Bausteinen bauen. "Aber wir waren enttäuscht", gesteht die Kindergartenleiterin.

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