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Wegen Corona: Höchstadter Eisstadion muss warten

Die Geduld des HEC und des ESC wird wohl länger strapaziert als gedacht - 29.07.2020 16:32 Uhr

Das derzeitige Höchstadter Eisstadion wird wohl noch in den nächsten vier bis fünf Jahren die Heimat von HEC und ESC bleiben.

© Ralf Rödel


Der 16. Dezember 2019 war ein großer Tag für den ESC Höchstadt und den Höchstadter EC. Die beiden Eissport-Vereine der Stadt durften sich über eine historische Entscheidung des Stadtrates freuen: Der hatte bei vier Gegenstimmen den Neubau des Eisstadions beschlossen. Kosten: rund 13,5 Millionen Euro.

Knapp sieben Monate später ist klar: So schnell wie erhofft dürfte das neue Stadion nicht kommen. "Aufgrund der jetzigen Finanzsituation wegen Corona ist nicht absehbar, wann wir definitiv beginnen können. Der gesamte Zeitrahmen des Neubaus wird sich aber wohl um ein, zwei Jahre verschieben", sagt Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm.

Grund seien unter anderem die mit der Corona-Krise gesunkenen Gewerbe- und Einkommenssteuereinnahmen. Wie viele andere Kommunen auch, muss Höchstadt deshalb seine Investitionen auf den Prüfstand stellen. "Unsere Einkommenssituation ist durch Corona stark belastet. Momentan sind das Millionenbeträge, die uns fehlen. Aber wir gehen davon aus, dass das nicht dauerhaft so bleiben wird", sagt Brehm.

Neues Eisstadion bleibt das Ziel

Heißt: Am grundsätzlichen Plan, ein neues Eisstadion zu bauen, werde man festhalten. "Der Plan bleibt der gleiche. Wir gehen davon aus, dass sich in ein, zwei Jahren die Gewerbe- und Einkommenssteuerstruktur wieder in einem Rahmen bewegt, bei dem wir unsere Entscheidungen umsetzen können."

Ursprünglich ging man davon aus, dass das neue Stadion in drei Jahren stehen könnte. "Das war auch unter der hervorragenden Finanzlage vor Corona schon optimistisch gedacht", sagt Brehm. Er rechnet nun damit, dass es in fünf Jahren so weit sein kann. "In der jetzigen Situation zu sagen, wir halten an der Investition uneingeschränkt fest, wäre nicht darstellbar. Es wäre blauäugig."

Beim ESC Höchstadt stößt die mögliche Verschiebung durchaus auf Verständnis. "Aufgrund der aktuellen Situation ist das nachvollziehbar. Wenn das Stadion noch so lange funktioniert und betrieben werden kann, ist alles okay", sagt die Vorsitzende des ESC Höchstadt, Nadja Müller: "Wichtig war für uns die grundsätzliche Entscheidung, dass der Stadtrat sich dafür ausgesprochen hat, dass Höchstadt eine Eissport-Stadt bleibt und wir die Perspektive haben, dass ein neues Stadion kommt."

"Ein Rückschlag"

Der Höchstadter EC hat wie der ESC lange für den Neubau gekämpft – auch wegen der sportlichen Perspektive. "Für uns wäre das natürlich ein Rückschlag, wenn sich der Bau der neuen Eishalle verschiebt. Viele Veränderungen, die der Neubau mit sich bringt, sind notwendig, um mit der ersten Mannschaft in der Oberliga konkurrenzfähig zu sein und um unsere Nachwuchsarbeit zu verbessern", teilt HEC-Pressesprecherin Caroline Hauke mit.

Wichtig aber vor allem für den HEC: Noch in diesem Sommer bekommt das Stadion eine neue Bande, die alte wurde schon ausgebaut. "Das ist die finale Investition, sonst bräuchten wir ja keinen Neubau", sagt Brehm. Gleichzeitig wird mit der neuen Bande eine Vorgabe des Deutschen Eishockey-Bundes erfüllt, bislang spielte der HEC mit einer Sondergenehmigung.

HEC-Sportvorstand Jörg Schobert freut sich darüber noch aus einem anderen Grund: "Die Verletzungsgefahr bei einer alten Bande aus Holz ist viel größer als bei einer Kunststoffbande." Die nächste Stufe, sagt Schobert, wäre eine Flexbande, die bei einer Kollision deutlich weicher wäre – aber auch deutlich teurer als die knapp 100 000 Euro, mit denen die Stadt für die neue Kunststoffbande rechnet.

Neue Scheiben

"Für uns ist das natürlich eine Aufwertung des Stadions. Auch für die Zuschauer dürfte es besser werden, die Scheiben der alten Bande waren ja nicht mehr die schönsten", sagt Schobert. In den nächsten vier bis fünf Jahren haben sie nun im alten Stadion zumindest klare Sicht – bis das Neue kommt.

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